Update September 2019:

Manche Projekte kann man erst richtig beurteilen, wenn ein paar Jahre ins Land gegangen sind. Naturschutzprojekte wie die Alte Elbe Klieken zum Beispiel. Vor fünf Jahren rückten die Saugspülbagger an, um einen verschlammten Altarm der Elbe wieder zum Gewässer zu machen. Jahrzehntelang hatte sich Schlamm angesetzt, aus dem Altarm war ein Sumpf geworden. Deshalb wurde in einem aufwändigen Projekt von EUROPARC Deutschland e.V., finanziell gefördert von der Coca-Cola Foundation, der Schlamm abgesaugt und die Wasserfläche wieder vergrößert.

Wie sieht es heute dort aus?

Die Bagger sind weg. Besser noch: Die Idylle sieht aus, als seien nie Bagger dort gewesen.

Andreas Regner vom Biosphärenreservat Mittelelbe berichtet: „Haubentaucher, Blesshühner und Graugänse bauen Nester und ziehen ihre Küken groß. Der Wasserstand ist nach dem regenarmen und heißen Sommer 2019 zwar niedrig, aber es scheint genug Wasser da zu sein, um die Fische gesund zu halten. In anderen Teilen der Elbe gab es größere Fischsterben. Hier, wo früher kaum Wasser war, scheint die Natur den Sommer besser auszuhalten. Überhaupt hat sich die Gegend sowohl von der Verschlammung als auch vom Eingriff der Naturschützer bestens erholt. Dort, wo vor Jahren der Schlamm abgeladen wurde, ist alles wild überwuchert. Der Schlamm war wohl ein idealer Nährboden für eine reiche Pflanzenwelt. Auch die Ufer sehen aus, als seien sie immer schon so gewesen. Die Idee hinter dem Projekt war, den Zustand von vor 200 Jahren wiederherzustellen. Es sieht so aus, als sei genau das gelungen.“

Diese Bilder hat uns Andreas Regner aus Klieken geschickt:

Die Alte Elbe bei Klieken in Sachsen-Anhalt ist ein wertvolles Ökosystem im UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe. Mit Hilfe von Coca-Cola wurde der verschlammte Flussarm wieder zum Leben erweckt.

Wir wollen der wassereffizienteste Getränkehersteller werden. Jeden Tropfen, den wir nutzen, geben wir auch zurück.

DIE ORTSCHAFT KLIEKEN liegt idyllisch zwischen Coswig und Dessau in Sachsen-Anhalt. Genauer gesagt am Rande der Kliekener Aue, ein flaches Ufergebiet, das von einer Schlinge der Elbe begrenzt wird. In der Aue liegt, fast kreisrund, ein abgelegener Arm des Flusses. Libellen surren, ein Haubentaucher paddelt mit seinem Küken auf dem Rücken am Schilf entlang, am Himmel ziehen Fischreiher ihre Kreise. Im Ganzen leben 241 Brutvogelarten im Gebiet der Alten Elbe. Bilderbuchnatur.

Altwasser heißen diese Wasserflächen. Sie entstehen, wenn ein Fluss seinem natürlichen Lauf überlassen ist und dadurch Mäanderbögen bilden kann. Diese Bögen werden durch die natürliche Flussdynamik, durch Hochwasser, Niedrigwasser und Erosion vom Flusslauf abgetrennt und bilden irgendwann eigene stehende Gewässer. Weil kein weiteres Wasser zufließt, neigen diese Altwasser dazu, zu verschlammen. Der Schlammanteil kann so weit zunehmen, dass kaum noch freie Wasserfläche zu sehen ist. In Klieken war genau das passiert. Ein Teil des Altwassers der Alten Elbe war verschlammt und zum Teil bewachsen. Das sollte nicht so bleiben.

Die Stunde der Saugspülbagger

Im Grunde geht es um Schlamm, genauer um Faulschlamm. Der hatte sich in der Alten Elbe abgesetzt und sorgte dafür, dass am ehemaligen Altwasser anstelle einer Wasserfläche nur Morast blieb. Dieser wurde abgepumpt. So wurde ein Zustand von vor etwa 200 Jahren wieder hergestellt. Anfang des Jahrtausends wurde bereits ein Teil der Alten Elbe ausgebaggert und renaturiert – mit Erfolg, wie Flora und Fauna zeigen. Im August 2015 ging es weiter mit der Schlammbeseitigung. Dabei wurde der Faulschlamm bis auf den kiesigen Grund abgetragen. Insgesamt ca. 55.000 Kubikmeter. Übrig blieb das natürliche Kiesbett, das sich mit Grundwasser füllt. Der Faulschlamm, der mit Saugspülbaggern aus dem Becken der Alten Elbe entfernt wurde, landete auf einem Spülbecken in der Nähe. Dort stört er nicht und er verdrängt vor allem kein Wasser. Nach drei Jahren ist das Projekt mit Finanzierung durch Coca-Cola jetzt abgeschlossen.

Der lange Arm der Elbe

Schlamm von einem ehemaligen Flussarm auf ein Spülfeld zu pumpen, ist teuer. Deshalb braucht das Biosphärereservat Mittelelbe starke Partner. Und so kommt das Engagement der Coca-Cola Foundation ins Spiel. Am Anfang stand eine Kooperation zwischen Coca-Cola Deutschland und EUROPARC Deutschland e.V., dem Dachverband der Nationalen Naturlandschaften und Projektträger der Renaturierung. Mit der Projektidee „Alte Elbe Klieken“ trat EUROPARC Deutschland e.V. an die The Coca-Cola Foundation in Atlanta heran. Nach einem aufwändigen Auswahlverfahren, an dem sich Projekte aus der ganzen Welt beteiligt hatten, wurde eine Förderung von rund 850.000 Euro bewilligt. Der Grund dafür, dass die international agierende Stiftung sich um ein Altwasser im Biosphärenreservat Mittelelbe kümmert, ist vor allem: das Wasser.

Aussichtsturm im Gebiet Alte Elbe Klieken

DIE ALTE ELBE im Blick: Bernd Eichhorn am Arbeitsplatz

Warum aber soll das Biotop überhaupt mit einem so großen Aufwand an Arbeit, Zeit und Geld erhalten werden? Nur für Libelle und Rotbauchunke? Ja und Nein. Denn von einem gesunden Ökosystem profitieren auf lange Sicht alle. Was ein Hochwasser anrichten kann, hat die Elbe 2002 und 2013 eindrucksvoll gezeigt. Altwasser können Hochwasser auffangen und abschwächen. Aber auch ohne Katastrophen machen sich die alten Flussarme positiv bemerkbar. So wird beispielsweise das Grundwasser der Region natürlich gefiltert und stabilisiert. Und schließlich entsteht durch die Entschlammung nicht nur ein Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten, sondern auch ein Naherholungsgebiet für bedürftige Städter. Es lohnt sich also, wenn die Zivilisation der Natur gelegentlich ein wenig auf die Sprünge hilft.

Coca-Cola und das Wasser

Der Einsatz für das Wasser der Welt ist eine wichtige Säule der Nachhaltigkeitsstrategie von Coca-Cola. Der Ansatz ist besonders vielschichtig: Es geht darum, Wasser zu schützen, den Verbrauch zu reduzieren, Wasser aufzuarbeiten und weltweit verfügbar zu machen. Wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt – und einen wichtigen Meilenstein bereits erreicht:

Gemeinsam mit Partnern engagiert sich Coca-Cola weltweit in rund 400 Wasserprojekten. In den letzten fünf
 Jahren hat Coca-Cola gemeinsam mit den Partnern knapp 250 Mio. US-Dollar in lokale Wasserschutzprojekte investiert.