Der folgende Artikel von Stefan Diebäcker ist am 30. April 2018 in den „Ruhr Nachrichten“, Regionalausgabe Dorsten, erschienen. Wir veröffentlichen ihn hier mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

Coca-Cola hat 23 Spieler und Trainer Joachim Löw nominiert. Neuer ist wieder fit, Hummels, Boateng, Süle, Rüdiger und Mustafi machen hinten dicht. Im Mittelfeld dürfen sogar Götze und Rudy ran, vorne hat Sandro Wagner den Vorzug vor Mario Gomez erhalten.

Wer sich diesen Kader hat einfallen lassen, konnte Stefan Diebäcker leider nicht herausfinden. Nach seinem Besuch im Dorstener Abfüllwerk im Gewerbegebiet Ost weiß er aber, dass dort weltmeisterlich gearbeitet wird. Betriebsleiter Ralf Schmalenbeck erklärt die Details der Produktion.

Ralf Schmalenbeck, Betriebsleiter Coca-Cola Dorsten
Photo Credit: Stefan Diebäcker/Dorstener Zeitung

1. Die Dose für Deutschland

In der Lagerhalle des Abfüllbetriebes von Coca-Cola stapeln sich rote Dosen. Noch sind sie leer. Aber das wird sich in den nächsten Stunden ändern. „Bis Anfang Mai produzieren wir hier die Sonder-Edition für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft“, sagt Betriebsleiter Ralf Schmalenbeck. Auf jeder Dose ist einer von 23 Spielern oder Trainer Joachim Löw abgebildet.

Rund 50 Millionen Dosen gehen in den nächsten Wochen in den Handel, die meisten werden in Dorsten abgefüllt. Das Werk an der Rudolf-Diesel-Straße gibt es seit 1980, es ist eines der größten von insgesamt 16 Abfüllwerken in Deutschland. Dazu kommen noch 20 Vertriebs- oder Lagerstandorte.

Dosenproduktion Coca-Cola Dorsten

2. Das Team läuft ein

Ein Dosenstrang rattert über das Fließband. Die leeren Dosen werden aus der Lagerhalle mit einem Gabelstapler zum sogenannten Endpalletierer gebracht, dort „vereinzelt“, sagt Ralf Schmalenbeck, und dann weiter oben in die Maschine gegeben. Das passiert im Wesentlichen automatisch.

Im Dorstener Werk arbeiten rund 220 Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb, nur am Wochenende stehen die Bänder für einige Stunden still.

Dosendeckel

3. Oben wird dicht gemacht

Um die Dosen verschließen zu können, braucht man auch noch den zweiten Teil, den Dosendeckel. Die werden ebenfalls auf Paletten angeliefert. Ralf Schmalenbeck trägt jetzt ein Haarnetz und eine Kappe, das ist Hygiene-Vorschrift im Produktionsbereich. Der Deckel-Rohling plöppt übrigens auch, wenn man ihn öffnet. Es fehlt aber natürlich das typische Zischen der Kohlensäure.

In Dorsten produziert Coca-Cola Dosen in den Größen 0,25 und 0,33 Liter, außerdem Einwegpfandflaschen von 0,33 bis zwei Liter.

Rinnser

4. Die Dusche zwischendurch

Kein Fußballer würde sich freiwillig nass machen lassen, aber im nächsten Schritt werden die Dosen zunächst gereinigt. Im Rinnser gibt es eine Wasserdusche, bevor sie mit Coca-Cola gefüllt werden. Fürs Foto hat Ralf Schmalenbeck den Deckel der „Waschstraße“ geöffnet.

In Dorsten werden die klassischen Produkte wie Coca-Cola, Sprite, Fanta und mezzo mix produziert – auch als zuckerfreie Varianten (light/zero).

Coca-Cola Spielerdosen Edition

5. Aufs Tempo drücken

Die Dosen laufen in rasender Geschwindigkeit in die Abfüllanlage. In nur 0,04 Sekunden ist eine Dose voll. Anschließend geht es mit Getränk und Kohlendioxid in den Verschließer, wo jeder Deckel im gleichen Tempo einzeln aufgesetzt wird. „Wir füllen die Dosen auf einem kurzen Stück schlagartig“, erklärt Ralf Schmalenbeck, „anschließend wird das Getränk unter Druck beruhigt und auf die normale Umgebungsatmosphäre gebracht. So wird verhindert, dass das Getränk schäumt.“

In Dorsten werden rund 4,1 Millionen Hektoliter Erfrischungsgetränke pro Jahr produziert. Dies entspricht einem Anteil von circa elf Prozent am Gesamtvolumen von Coca-Cola in Deutschland.

Verpackung Coca-Cola Dorsten

6. Die Viererkette steht

Die verschlossenen Dosen werden in Gassen verteilt, um daraus Viererpacks zu machen, die mit Folie umwickelt sind. Sechs Viererpacks kommen auf einen Pappträger. Es wäre reiner Zufall, wenn auf einem Pappträger alle 23 Spieler und der Trainer wären. Aber Coca-Cola produziert nach eigenen Angaben jeden Dosen-Typ in etwa gleicher Stückzahl.

Die fertigen Pappträger werden auf Paletten gestapelt, bekommen eine Transporthaube und gehen ins Lager, bevor sie zum Kunden gefahren werden. Die Abfüllanlage kann bis zu 100.000 Dosen in einer Stunde produzieren.