JEDEN TAG, nicht nur am 8. März, setzen wir uns bei Coca-Cola für Diversität und Chancengleichheit ein – dazu gehört auch die Gleichberechtigung der Geschlechter. Zum diesjährigen Internationalen Frauentag stellen wir acht starke Kolleginnen in zum Teil ungewöhnlichen Berufsfeldern vor. Und fragen sie: Was bedeutet Gleichberechtigung für dich und in deinem Job?

Übrigens: Coca-Cola ist gerade in den Bloomberg Gender-Equality Index aufgenommen worden. Dieser bewertet den Stand der Gleichberechtigung der Geschlechter in weltweit führenden Unternehmen. Hier kannst du mehr darüber lesen...

Patricia Irion: Betriebsleiterin in Fürstenfeldbruck

Patricia Irion, Betriebsleiterin in Fürstenfeldbruck
WUNSCH nach Veränderung: Patricia Irion war zu Fortbildungen in Frankreich und Großbritannien

Sie hat die Verantwortung dafür, dass alles läuft. Alles, das heißt auch die drei Produktionslinien, auf denen Coca-Cola in Fürstenfeldbruck Getränke für München und Süddeutschland abfüllt. Das Besondere: Patricia Irion ist nicht nur eine Frau in einer Männerwelt. Sie hat auch den Sprung aus dem Personalwesen in die Technik gewagt. „Es gibt viele Frauen, die sich in einer männlich geprägten Berufswelt anpassen. Ich bin eine Frau und bleibe es. Authentisch zu sein – damit habe ich viele positive Erfahrungen gesammelt“, sagt sie.

„Ich bin eine Frau und bleibe es. Authentisch zu sein – damit habe ich viele positive Erfahrungen gesammelt.“


In ihrer letzten Rolle im Personalbereich, in der sie die Logistik und Produktion beriet, hat Patricia der Wunsch nach Veränderung gepackt. Seit August 2018 ist sie nun Betriebsleiterin. Sie ist bei Coca-Cola in Deutschland die erste Frau in dieser Rolle, die eine derart funktionsübergreifende und herausfordernde Veränderung gemeistert hat.

Im Rahmen eines internationalen Programms von Coca-Cola hat sich die gebürtige Pfälzerin und Halbitalienerin an verschiedenen Produktionsstandorten in Frankreich und Großbritannien eingearbeitet. Dort hat sie selbst mit angepackt und Hand an die Maschinen gelegt. „Als Frau, die ursprünglich aus einem anderen Bereich kommt, blicke ich anders auf unsere Themen am Standort“, sagt Patricia. Dadurch bringt sie eine Vielfalt mit, die Coca-Cola sehr bereichert.

Kristin Inhestern: Schichtleiterin in Dorsten

Kristin Inhestern, Schichtleiterin in Dorsten
VORGESETZTE für 28 männliche Kollegen: Kristin Inhestern

Eine Frau in der Produktion, einer klassischen Männerdomäne – und eine Frau in einer Führungsposition. „Für mich ist das Alltag“, sagt Kristin Inhestern (32) gelassen, „Ich denke, wenn man gute Arbeit leistet, spielt es keine Rolle, ob man eine Frau oder ein Mann ist.“ Angefangen hatte ihr Berufsweg ganz anders: als Laborantin in einer Molkerei. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen kam Kristin Inhestern dann zu Coca-Cola. Seit 2014 ist sie als Schichtleiterin die Vorgesetzte von 28 männlichen Kollegen. „Man muss schon sehr stark sein, sich für keine Tätigkeit zu schade sein und ein gesundes Selbstbewusstsein haben“, sagt sie.

„Meine Vorgesetzten haben mich immer unterstützt. Mir standen alle Türen offen.“


Wie Gleichberechtigung für Kristin Inhestern aussieht? „Meine Vorgesetzten haben mich immer unterstützt, beispielsweise durch Fortbildungen für Frauen in Führungspositionen. Mir standen alle Türen offen – mehr Unterstützung kann man nicht bekommen.“ Seit einem halben Jahr macht Kristin übrigens eine Weiterbildung zur Getränkebetriebsmeisterin – und ist wieder die einzige Frau in der Meisterklasse.

Sandra Kobbe: Auslieferungsfahrerin, Hildesheim

Sandra Kobbe, Auslieferungsfahrerin
KLASSENBESTE: Sandra Kobbe ist gelernte Berufskraftfahrerin

Jung, weiblich – und auf einem 40-Tonner: Sandra Carina Kobbe aus Hildesheim ist bei Coca-Cola eine von bislang nur zwei Auslieferungsfahrerinnen – deutschlandweit. Die 25-Jährige hat sich damit in einer echten Männerdomäne durchgesetzt. Blöden Kommentaren zum Trotz: „Eine Frau auf einem LKW – das wird doch eh nichts“, ätzten zum Beispiel die Mitschüler an der Berufsschule. Auch ihr Vater, selbst viele Jahre als Auslieferungsfahrer für Coca-Cola tätig, war anfangs überrascht, dass die Tochter in seine Fußstapfen treten wollte. Doch Sandra ließ sich nicht beirren und belehrte Zweifler eines Besseren: Ihre Ausbildung zur Berufskraftfahrerin schloss sie als Klassenbeste ab.

„Meine Kollegen trauen mir jede Herausforderung zu. Sie begegnen mir auf Augenhöhe.“


Seit 2014 ist sie nun fast täglich auf Achse und liefert routiniert mit ihrem knapp 18 Meter langen Gespann Getränke palettenweise aus. Als Frau unter den vielen männlichen Kraftfahrern zu sein, stört Sandra nicht: „Meine Kollegen trauen mir jede Herausforderung zu. Sie begegnen mir auf Augenhöhe und geben mir dadurch Sicherheit, etwa bei Kunden, die ich noch nicht kenne.“

Ein anderer Job käme für sie gar nicht in Frage: „Für mich ist das ein Traumjob, seit ich denken kann. Schon als Kind habe ich es geliebt, bei meinem Vater mitzufahren. Ich habe quasi meine Ferien in der Kabine seines Lkw verbracht.“

Sabine Hoff: Fachkraft für Arbeitssicherheit in Liederbach

Sabine Hoff, Fachkraft für Arbeitssicherheit in Liederbach
MIT SICHERHEIT besser: Sabine Hoff schätzt die Flexibilität bei Coca-Cola

Ihr Beruf wird liebevoll „FaSi“ genannt. Historisch ist er ein echter Männerberuf, der sich langsam wandelt. Wo es einst fast nur um Maschinensicherheit ging, trainiert Coca-Cola heute mehr und mehr das Verhalten. Denn 80 Prozent aller Arbeitsunfälle sind auf falsches Verhalten zurückzuführen.

„In den technischen Berufen verändert sich etwas - schon seit einigen Jahren. Wir werden mehr Frauen“


„Unseren Job als FaSi machen immer mehr Frauen. Das liegt auch daran, dass der Beruf sich wandelt, aber nicht nur. In den technischen Berufen verändert sich etwas - schon seit einigen Jahren. Wir werden mehr Frauen“, sagt Sabine Hoff, die am Standort Liederbach am Rande von Frankfurt am Main arbeitet. 

Auch diesen Frauen muss es – wie allen Kolleginnen und Kollegen – gelingen, Beruf und Familie unter einem Hut zu bringen. Coca-Cola unterstützt sie dabei: „Dienstreisen waren für mich als Mutter oft eine Herausforderung. Bei Coca-Cola setzen wir Termine flexibel oder Kollegen springen ein. An manchen Tagen arbeite ich auch im Homeoffice“, sagt Sabine. Diese Flexibilität war für sie ein wesentlicher Grund, zu Coca-Cola zu wechseln.

Für Sabine ist es normal, als Frau in der Technik zu arbeiten: „Ich fühle mich nicht anders. Im Gegenteil: Ich zeige mich wie ich bin und werde so akzeptiert.“ Herausforderungen sieht die arbeitende Mutter deshalb eher in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: „Hier gibt es in der Gesellschaft noch einige Hausaufgaben zu tun.“

Karolin Oevuenç: Wirtschaftsingenieurin und Expertin für Kreislaufwirtschaft in Genshagen

Karolin Oevuenç, Wirtschaftsingenieurin und Expertin für Kreislaufwirtschaft in Genshagen
KANN DAS WEG? Nein, sagte Karolin Oevuenç und machte Genshagen zu einem Pilot-Standort für Kreislaufwirtschaft

Alles hat einen Wert. Mit diesem Gedanken fing das Pilotprojekt für Karolin Oevuenç in Genshagen südlich von Berlin vor etwa drei Jahren an. Wie können wir einen möglichst großen Anteil der übrig gebliebenen Wertstoffe aus der Produktion der Wiederverwertung zuführen, so dass kein Müll anfällt?

Karolin Oevuenç, gelernte Industriekauffrau, arbeitet seit 2003 bei Coca-Cola, absolvierte ein berufsbegleitendes Studium zur Wirtschaftsingenieurin. Heute leitet sie in Genshagen, einem der modernsten und wassereffizientesten Standorte des Unternehmens, die Produktion CO-Packing (Mixpaletten) und die Materialwirtschaft.

„Es hat niemand in Frage gestellt, dass ich das schaffen werde. Das hat mich extrem motiviert.“


Sie ist eine Macherin, denkt in Lösungen und geht Aufgaben strukturiert an. Heute ist sie stolz auf den Erfolg ihres Teams, den Wertstoffkreislauf zu fast 100 Prozent geschlossen zu haben. Über Gleichberechtigung sagt Karolin: „Gleichberechtigung im Job und in der Gesellschaft gehört für mich zu den Grundbedürfnissen, sie beeinflusst das Wohlbefinden und den Erfolg eines jeden Menschen, privat und beruflich. Ich bin glücklich, seit über 15 Jahren für Coca-Cola zu arbeiten.“

Es hat nie jemand in Frage gestellt, dass sie ihre verantwortungsvollen Aufgaben gut schaffen werde. „Das hat mich extrem motiviert.“ Wenn jedoch bestimmte Tätigkeiten aufgrund physischer Gegebenheiten von einem Mann effektiver, effizienter ausgeführt werden können, so Karolin, „dann ist es keine Schwäche, wenn eine Frau sagt: Das kann ein Mann besser.“

Stephanie Ruckgaber: Leiterin Distribution und Transport in Achim und Berlin-Hohenschönhausen

Stephanie Ruckgaber, Leiterin Distribution und Transport in Achim und Berlin-Hohenschönhausen
AUF DEM PUNKT: In Stephanie Ruckgabers Logistikbereich wurden im letzten Jahr 90 Millionen Liter Getränke ausgeliefert

Gemeinsam mit ihrem 14-köpfigen Team sorgt Stephanie Ruckgaber (33) dafür, dass rund 5.500 Coca-Cola Kunden in der Region Nord – darunter Restaurants, Supermärkte und Kundenzentrallager – die richtigen Produkte, in der richtigen Menge und zur richtigen Zeit erhalten. Eine echte Herausforderung: Im vergangenen Jahr wurden hier rund 90 Millionen Liter Getränke ausgeliefert. Stephanie startete 2011 bei Coca-Cola als Trainee. „Die Logistikbranche ist immer noch eine Männerdomäne“, sagt sie.

„Gleichberechtigung ist für mich dann erreicht, wenn wir keine Mann-Frau-Grundsatzdiskussionen mehr führen.“


„Für mich bedeutet das auch, dass ich mit Fachkompetenz sowie als Persönlichkeit besonders überzeugen muss. Bei Coca-Cola und insbesondere innerhalb der Logistikregion Nord sind mir meine Kollegen immer wertschätzend begegnet. Gleichberechtigung ist für mich dann erreicht, wenn wir keine Mann-Frau-Grundsatzdiskussionen mehr führen, sondern Kompetenz und Persönlichkeit entscheiden.“

Andrea Kramer: Instandhaltungsplanerin in Halle

Andrea Kramer, Instandhaltungsplanerin in Halle
BLAUFRAU: Andrea Kramers Schreibtisch steht in der Werkstatt

Sie sorgt als Instandhaltungsplanerin an unserem Standort in Halle dafür, dass alle Prozesse rund um die Wartung und Reparaturen unserer Anlagen optimal laufen und alle benötigten Materialien rechtzeitig und ausreichend verfügbar sind. Für diese spannende Aufgabe hat Andrea Kramer vor anderthalb Jahren die Seiten gewechselt und ihre Bürotätigkeit im Einkauf gegen einen Blaumann und einen Schreibtisch in der Werkstatt eingetauscht.

„Ich habe mich schon immer als Problemlöserin verstanden.“


„Da ich zuvor im Einkauf schon mit den Instandhaltungsplanern gearbeitet habe, kenne ich die Herausforderungen besonders gut. Und ich habe mich schon immer als Problemlöserin verstanden“, erklärt die 44-Jährige. „Heute arbeite ich fast ausschließlich mit Männern zusammen und als ich hier anfing, gab es schon den ein oder anderen skeptischen Blick. Meine Kollegen waren und sind aber immer sehr hilfsbereit und ich bin sicher, dass ich mir ihr Vertrauen erarbeitet habe.“

Helen Hagspiel: Junior Projektleiterin in Bad Neuenahr

Helen Hagspiel, Juniorprojektleiterin in Bad Neuenahr
AM ANFANG ihrer Karriere: Helen Hagspiel schrieb ihre Masterarbeit über den Mehrwegprozess

Nach der Theorie auch die Praxis zu erlernen – das wollte die 26-jährige Junior Projektleiterin Helen Hagspiel nach ihrem Studium der Lebensmitteltechnologie an der Universität Bonn. Sie begann 2016 als Praktikantin bei Coca-Cola in Bad Neuenahr, schrieb anschließend ihre Masterarbeit über den „Mehrwegprozess mit Schwerpunkt Flaschenqualität“ und steht nun am Anfang ihrer Karriere. Heute umfassen ihre Aufgaben hauptsächlich Innovationsprojekte, so kümmert sie sich um neue Maschinen, bessere Verpackungen und Optimierungsprozesse.

„Gleichberechtigung ist für mich, dass jeder Mensch – egal welchen Geschlechts – mit einem Selbstverständnis, das erreichen kann, was sie oder er möchte“, so Helen. „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass mehr Frauen den Mut und das Selbstbewusstsein finden, Berufe beispielsweise in der Produktion anzustreben.“