Du glaubst, Coca-Cola macht nur Coca-Cola? Dann schau mal wieder ins Getränkeregal! Weltweit produziert das Unternehmen Coca-Cola rund 3.500 Getränke, allein in Deutschland verkaufen wir rund 80 verschiedene Produkte. Und dieses Jahr gab es noch mehr Neuheiten! Sie schmecken aufregend erfrischend. Und enthalten Zutaten, die du vielleicht nicht bei Coca-Cola vermutet hättest. Hier stellen sie sich vor. Folge 14: Rosmarin

WENN IHR DENKT, ich sei nur da, um eure Ofenkartoffeln aufzupeppen, irrt ihr. Ich habe weitaus mehr Power in meinem Zweigen.

Durch die Jahrhunderte hindurch habe ich so manchen Morgenmuffel zum aufgeweckten Zwitschern gebracht. Verantwortlich dafür ist mein einzigartiges ätherisches Öl, das sogenannte „Rosmarin-Kampfer“.

Bereits in der Antike wusste man um meine belebende Wirkung; Schüler und Studenten trugen mich zu Kränzen gebunden auf ihren Köpfen; die alten Griechen waren überzeugt, dass ich das Gedächtnis stärke. Sie weihten meine Pflanze der Liebesgöttin Aphrodite.

Göttin Aphrodite
SINNBILD der Sinnlichkeit: Göttin Aphrodite

Benediktinermönche brachten mich später nach Mitteleuropa. Karl der Große wies an, mich in den Klostergärten anzubauen. Schon bald wurde ich zu Parfum destilliert. Mein Duft ist einer der wichtigsten Bestandteile des berühmten Kölnisch Wassers. Eine Legende erzählt, dass ein Einsiedler im 16. Jahrhundert der damaligen ungarischen, rheumakranken Königin das erste destillierte Parfum geschenkt haben soll – mit dem Versprechen, es würde ihre Schönheit und Jugendlichkeit zurückbringen. Die Wirkung war der Legende nach so groß, dass die Königin behauptete, dadurch nicht nur wieder gesund und schön geworden zu sein, sondern auch dermaßen begehrenswert, dass der damalige König von Polen ihr prompt eine Heirat vorschlug. Immerhin war die Königin damals 72 und der König von Polen 26. Soviel zum Thema Power.

„Shakespeares Ophelia übergibt ihrem Geliebten Hamlet ein Bund Rosmarin, damit sie sich treu bleiben.“

Im Elisabethanischen England galt ich als Symbol für Liebe und Treue in der Ehe, es war Brauch, einen meiner Zweige in das Hochzeitssträußchen einzubinden. Zum anderen war ich auch das Symbol für Erinnerung und Gedenken, wenn ein Mensch verstarb. Shakespeares Ophelia übergibt ihrem Geliebten Hamlet ein Bund Rosmarin, damit sie sich treu bleiben. Und Shakespeares Julia wurde bei ihrer Beisetzung mit Rosmarin geschmückt, als Zeichen für ewiges Gedenken. Auch in den Elisabethanischen Volksliedern komme ich vor, zum Beispiel in der berühmten Ballade: „Scarborough Fair“. Simon und Garfunkel nahmen 1966 eine schöne Version des Liedes auf:


In der Kräuterheilkunde verwendete man mich auch als „Liebeskummerkraut“. Und mein Name ist ebenso romantisch: Er kommt aus dem Lateinischen. „Ros maris“, was so viel heißt wie „Tau des Meeres“. Vielleicht wollte man damit eine meiner beeindruckenden Eigenschaften beschreiben: Ich gedeihe selbst in trockenen Küstengebieten ohne viel Wasser, eben mit dem, was vom Meer verdunstet.

Rosmarin am Lammkotelett
EIN HAUCH von Sommer: Rosmarin am Lammkotelett

Ich kann sie euch nur ans Herz legen, meine wohltuende, leichte Schärfe, die jedoch leicht ins Bittere wechseln kann, wenn man es mit mir übertreibt. Wenn ihr mich aber geschickt dosiert, erfreue ich alle eure Sinne.

Denn gibt es etwas Schöneres als einen warmen Sommerwind, der mit zartem Rosmarinduft aus dem Pinienwald heranweht?

Um diesen Duft in eure Wohnung zu holen, könnt ihr mich getrost zum Kochen verwenden. Bei deftigen Gerichten, Lamm, Rind, Geflügel oder Fisch entfalte ich meinen würzigen Geschmack am besten. Wenn ihr mich nur sanft haben wollt, bratet mich in Butter an und legt erst dann Fleisch oder Gemüse hinein.

Und, kein Problem, ihr müsst keine Meisterköche sein: Wenn es doch einmal schnell gehen soll, legt mich einfach zu den Ofenkartoffeln.

Du findest mich im neuen Honest Tea Pfirsich Rosmarin.