FIFA18, Starcraft oder League of Legends - immer wieder hört und liest man von eSports und denkt dabei leicht an junge Männer, die auf dem Sofa mit Chips ihre Videospiele zocken. Dabei sieht die Realität beim Thema eSports ganz anders aus. Hier haben wir es mit echten Athleten zu tun, welche wohl auch schon bald bei Olympia antreten werden.

Rob Vegas
ROB VEGAS, Blogger, Autor und Moderator, kennt noch Disketten und führt wichtige Telefonate weiterhin per Festnetz. Hier staunt er regelmäßig mit uns über die Wunder des digitalen Lebens.
Twitter: @robvegas
http://www.robvegas.de

VIDEOSPIELE SIND mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Viele Nutzer spielen sogar unterwegs in der Bahn eine Runde „Candy Crush“ und geben dutzende von Euros für virtuelle Accessoires in ihrem Lieblingsspiel aus. Bestenfalls im Klischee denkt man bei Videospielen noch an bleiche Teenager, die den ganzen Tag vor dem Monitor hängen. eSports sind das genaue Gegenteil dieser Welt. Hier sind die Profis unter sich und spielen auf eigenen Turnieren Spiele wie FIFA18, Starcraft oder League of Legends. Die Entwickler der Spiele veranstalten Events in riesigen Arenen und laden die besten Spieler und Teams aus der ganzen Welt zu offiziellen Meisterschaften ein. Jedes Spiel hat seine eigene Fanbase und Liga. Somit ist auch der Begriff eSports für Außenstehende schwer zu fassen. Spätestens bei den Preisgeldern aber wird es ernst: Hier wird mitunter um Millionen gespielt und selbst Doping ist ein Thema bei den eAthleten.

„Doping am Controller? Mittlerweile wird bei den Turnieren auf unerlaubte Substanzen getestet.“

Immerhin gehen viele Turniere über Tage und jeder Profi muss seine Spielzüge konzentriert und clever machen. Dabei greifen dann einige auch auf Substanzen zurück, mit denen sie länger wach und hochkonzentriert bleiben. Mittlerweile gibt es daher sogar echte Dopingtests bei den Turnieren.

Hier hörst du die Kolumne von Rob Vegas als Podcast:


Rob Vegas – eSports – Turnier
KLISCHEE ade: Team-Leaderin bei einem eSports-Turnier

Spieler auf der ganzen Welt kommen zu den Turnieren, oder fiebern per Livestream mit, wenn die eigenen Helden zum Duell antreten. Besonders Spiele wie FIFA18 haben eine weltweite Fangemeinde und die Spieler kämpfen hier mit den virtuellen Teams um echte Meisterschaften. Es klingt für viele Eltern verrückt, doch mit eSports kann man richtiges Geld verdienen und muss hart trainieren, um seinen Profi-Status aufrecht zu erhalten.

Ich spiele daheim gern ein paar Runden an der Konsole und muss dann schon wieder beim Kind die Windeln wechseln. Echte Profis würden schon über mein Equipment lachen. Hier wird selbst auf die Bildwiederholrate des Monitors geschaut, um einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu haben. Die Tastaturen, Mäuse und Controller reagieren sehr sensibel und blitzschnell. Nicht umsonst haben die Hersteller eSports als Thema erkannt und werben mit den Stars der Szene. Welche Grafikkarten verwendet das Sieger-Team? Welche Maus nutzt der aktuelle Titelverteidiger? Ein florierender Markt.

„Immer mehr Profi-Gamer trainieren ihren Körper sogar mit klassischem Sport.“

Vor allem aber stehen die Spieler unter Stress. Man muss nicht nur gut in einem Spiel sein, sondern auch das Spiel in- und auswendig kennen. Man muss clever sein, den Gegner wie beim Schach überlisten und darf sich keine Fehler erlauben. Ein echter eSportler sitzt nicht auf dem Sofa und schläft irgendwann beim laufenden Fernseher ein. Immer mehr dieser Profi-Gamer trainieren ihren Körper sogar mit klassischem Sport, damit sie für das nächste Match am Monitor fit genug sind. 

Lange Zeit wurde das Thema eSports belächelt. Nun spielen immer mehr Menschen in ihrer Freizeit in virtuellen Welten. Aktuell gibt es sogar schon Planungen für olympische eSports-Disziplinen. Schon 2024 könnten wir da eine kleine Überraschung erleben. Bis dahin denkt auch niemand mehr an Sofa und Chips.