In den 80ern waren Spiele von Nintendo bekannt für ihren besonderen Schwierigkeitsgrad. Immer und immer wieder setzten die Spieler neu an. Nun kommt die Fortsetzung von „Super Mario Maker“ Was ist an diesem Spiel so besonders?

Hören oder lesen? Hier hörst du die Kolumne von Rob Vegas als Podcast:

AUF DEM FLOHMARKT und in den digitalen Kleinanzeigen findet man sie zuhauf: die Wii U Konsole. Die Nachfolgerin der überaus erfolgreichen Nintendo Wii ist fulminant gescheitert. Doch noch immer wird besonders ein Titel darauf auch öffentlich gern gespielt: „Super Mario Maker“. Hier kann der Spieler selbst die Mario-Level entwerfen und sie anderen Spielern online bereitstellen.

Bei „Super Mario Maker“ toben sich ganz besondere Gehirne aus. Viele Level sind geradezu unmenschlich schwer.“

Somit ist Super Mario Maker nicht nur ein klassisches Videospiel, sondern ein ausgewachsener Level-Editor, welcher über Jahre eine besondere Fangemeinde um sich geschart hat. Dabei schienen die Herausforderungen bisweilen unüberwindbar. Warum eigentlich?

Rob Vegas
ROB VEGAS, Blogger, Autor und Moderator, kennt noch Disketten und führt wichtige Telefonate weiterhin per Festnetz. Hier staunt er regelmäßig mit uns über die Wunder des digitalen Lebens. Twitter: @robvegas, http://www.robvegas.de 

Damit der Spaß länger dauert. Immerhin gab es damals noch keine 3D-Welten mit 120 Leveln und Bonus-Stages. Alles musste im minimalen Speicher der meist grauen Cartridges seinen Platz finden. Heute dagegen macht es Nintendo seinen Spielern immer einfacher bei „Super Mario“, damit mehr Menschen das Spiel genießen können. Jeder soll schnell ein Erfolgserlebnis erreichen können. Immerhin konnten so bei der Wii sogar Senioren beim Bowling antreten.

Rob Vegas – Super Mario Maker

ZEITREISE mit dem kleinen Klempner

„Super Mario Maker“ ist dagegen beim Schwierigkeitsgrad eine echte Zeitreise in die 80er. Viele Level sind geradezu unmenschlich schwer. Darin liegt aber auch der Reiz für Hardcore Fans.

Da toben sich ganz besondere Gehirne aus. Diese Art von Leveln würde man niemals in einem offiziellen Teil der Serie von Nintendo finden. Es werden extrem schwere Aufgaben gebaut und Spielern aus aller Welt online und kostenlos bereitgestellt. Mitunter sind die Konstruktionen einfach sehr witzig. Man muss als Spieler die richtigen Sprünge mit dem bekanntesten Klempner der Welt sehr präzise und schnell vollführen. Der pure Stress und eine echte Herausforderung für Profis.

Rob Vegas – Super Mario Maker
ALLES in der Hand: einige von Marios Werkzeugen

Genau diese Spieler nehmen sich der Herausforderung oft öffentlich bei Spielstreams an. Sie streamen über Stunden ihren Misserfolg bei einem Level, um es dann doch zu meistern. Die kaum bezwingbaren Stages beinhalten dabei auch oft gemeine Überraschungen. Da stehen heimtückische unsichtbare Wände oder Mario verschwindet einfach der Boden unter den Füßen. Rennt und springt man nicht zu 100 Prozent akkurat, scheitert man. Hier sind höchste Konzentration und Präzision bei der Eingabe gefragt.

Das ist aber auch gleichzeitig endloser Spaß für die Zuschauer und es macht Freude, an der Verzweiflung des jeweiligen Gamers teilzuhaben. Spieler wie "ryukahr" begeistern damit bis zu einer Million Zuschauer bei YouTube und Twitch. „Ryukahr“ gibt einfach nicht auf. Er schmeißt den Controller nicht nach dem vierzigsten Anlauf an die Wand, sondern schafft es am Ende. Das unterscheidet diese Spieler halt auch vom Rest der Gamer. Dabei spielt er nicht das aktuelle Hype-Spiel aus der Werbung, sondern einen Titel für die einst gefloppte Konsole von Nintendo.

Rob Vegas – Super Mario Maker
HUCH! Man weiß nie, welche Tücken die anderen programmiert haben

Genau aus diesem Grund freue ich mich auch auf „Super Mario Maker 2“, wenn es nun Ende Juni für die Nintendo Switch Konsole erscheint. Hier haben die Spieler die Werkzeuge an der Hand, um selbst kreativ zu werden. Anstatt sich von einer vorgegebenen Story berieseln zu lassen, wird man bei „Super Mario Maker 2“ selbst zum Entwickler. Diese Freiheit finden wir heute selten bei Videospielen.