SIE SIND JUNG. Neugierig und manchmal ein bisschen schüchtern gehen sie in kleinen Gruppen durch die große Halle des Berliner Estrel Congress Center. Die Besucher der Jobbörse für Geflüchtete und Migranten stammen aus aller Welt. Jetzt leben sie in Deutschland und wollen ankommen. Der Stand von Coca-Cola ist ein Magnet. Viele bleiben stehen, aber die letzten Schritte scheinen die schwierigsten zu sein. Annette Pampel und ihre Kolleginnen von Coca-Cola brechen in solchen Momenten das Eis und gehen lächelnd auf die Besucher zu.

Irak, Syrien, Afghanistan oder Elfenbeinküste – die Liste der Herkunftsländer ist lang und bunt. Viele der jungen Menschen sind auf der Suche nach einem Job oder einer Ausbildung. Die Qualifikationen sind grundverschieden. Ledjou Audrey kommt aus Elfenbeinküste und will nach einem Betriebspraktikum den Master machen. Die junge Mnor Ammar aus Damaskus kann sich etwas Kaufmännisches vorstellen und der Afghane Kohestani Kayhan will sich erst nach dem Abitur entscheiden – aber vier Sprachen spricht er jetzt schon.

„Die kulturellen Unterschiede müssen als solche begriffen werden, um sie als Chance zu nutzen.“

„Unsere Belegschaft spiegelt die Gesellschaft wider,- die ist so vielfältig wie es die Produkte sind, die wir anbieten und unsere Kunden und Konsumentinnen und Konsumenten,” sagt Annette Pampel. Sie ist im Unternehmen mit dem Projekt Diversity betraut. Vielfalt ist für Coca-Cola ein Unternehmensgrundsatz.

Das Recruiting ist nicht ohne Hürden, das weiß auch Annette Pampel. Ausreichende Sprachkenntnisse sind wichtig. Für Unternehmen und für die Auszubildenden müssen die Rahmenbedingungen stimmen, so dass am Ende die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen werden kann. Aber das Verständnis beschränkt sich nicht auf die Sprache.

Gegenseitiges Verständnis für kulturelle Unterschiede muss auf beiden Seiten entwickelt werden. Was für viele Bewerberinnen und Bewerber neu ist: Auszubildende bekommen in Deutschland Lehrlingsgeld, die Ausbildung muss nicht gezahlt werden.

Coca-Cola betrachtet die Entwicklung langfristig und arbeitet an einem Konzept, welches Rahmenbedingungen für einen Einstieg in die Ausbildung schafft. „Dieses soll neben der Sprache auch fachspezifische Kenntnisse fördern. Die Menschen müssen früher abgeholt werden. Interkulturelle Trainings sollen das Verständnis auf beiden Seiten im Unternehmen vergrößern und die Gemeinsamkeit dann auch gelebt werden“, sagt Annette Pampel.

In diesem Jahr hat Coca-Cola rund 140 Ausbildungsplätze zu vergeben. In Deutschland beschäftigt Coca-Cola Menschen aus mehr als 60 Nationen.

Alleine im Coca-Cola Headquarter in Berlin arbeiten Kollegen aus über 15 verschiedenen Nationen.