Du glaubst, Coca-Cola macht nur Coca-Cola? Dann schau mal wieder ins Getränkeregal! Weltweit produziert das Unternehmen Coca-Cola rund 3.500 Getränke, allein in Deutschland verkaufen wir rund 80 verschiedene Produkte. Und dieses Jahr werden es noch viel mehr – auf euch warten noch viele Neuheiten und Überraschungen! Sie schmecken aufregend erfrischend. Und enthalten Zutaten, die du vielleicht nicht bei Coca-Cola vermutet hättest. Hier stellen sie sich vor. Folge 6: Ingwer.

MEIN GEHEIMNIS liegt unter der Erde. Wenn ihr von mir sprecht, meint ihr meine scharfe, hellbraune Knolle mit dem gelben faserig-saftigen Inneren. Doch ich bin keine Wurzel. Meine Kraftquelle ist ein Rhizom – ein unterirdisches Sprossachsensystem, das als Speicherorgan dient. Andere bekannte Rhizome sind Maiglöckchen, Schachtelhalm, Spargel, Kurkuma oder Bambus, um nur einige von ihnen zu nennen.

Ingwerblüten
INGWERBLÜTEN, wie man sie auch im Blumenladen findet

Ich gehöre zur Familie der Gewürzlilien. Oberhalb der Erde wachse ich zu einer hübschen, schilfartigen Pflanze. In manchen asiatischen Blumenläden könnt ihr meine schöne, gelbe, braune, oder violette Blüte erwerben. Richtig – in Asien wurde ich zuerst entdeckt.

Viele berühmte Fans begleiten meinen Jahrtausende langen Erfolgsweg. Konfuzius war einer der ersten Gelehrten, der mich in seinen Schriften erwähnte, später Alexander der Große, nach ihm die römischen Kaiser Claudius und Nero.

„Konfuzius war einer meiner ersten Fans. Im Mittelalter kostete ich so sogar viel wie ein Schaf.“

Im Mittelalter erlebte ich eine Boom-Zeit in Europa, ich kostete so viel wie ein Schaf. Man schwor auf meine mächtige Wirkung, bevor es dann im 17. Jahrhundert wieder etwas ruhiger um mich wurde. Allein die Engländer behielten mich auf ihrem Speisezettel, in Form von Kuchen, Bier oder Limonade.

Heute erfreue ich mich wieder großer Beliebtheit. Vor allem in der asiatischen Küche und als Tee. Geraspelt, geschnitten, als Pulver, eingelegt oder mitgekocht. In der kalten Jahreszeit bereite ich den Menschen eine besondere Freude und diene oft als kleines, inneres Heizöfchen.

Je nachdem wo man mich angebaut hat, habe ich besondere Eigenschaften entwickelt. Chinesischer Ingwer zum Beispiel ist bekannt für seine milde Schärfe mit blumig-zitronigem Geschmack und ist eine faserige Sorte. Der indische Ingwer hingegen gilt als ziemlich scharf, erdig und leicht süßlich.

„In der kalten Jahreszeit diene ich den Menschen als kleines inneres Heizöfchen.“

Am besten gedeihe ich in feuchtwarmen Wald- und Tropengebieten. Ihr könnt mich jedoch auch selbst anbauen. Ihr braucht nur wenige Utensilien. Vor allem Geduld und ein bisschen Experimentierfreude.

Und hier meine persönliche Anleitung dafür:

Ihr kauft ein schönes, pralles, seidig glänzendes Ingwerstück mit Austriebsknospen (Augen), am besten in Bio-Qualität. Austriebsknospen sind die rundlichen Verdickungen, die manchmal weiß oder grünlich an den Fingern aus der Rinde herausschauen. Mit einem sauberen Messer schneidet ihr ein oder mehrere fünf Zentimeter große Stücke ab und legt es über Nacht in ein Glas Wasser. Jedes Ingwerstück muss mindestens ein Auge haben. Dann füllt ihr einen etwa 30 Zentimeter hohen Blumentopf mit nährstoffreicher Erde. Je nach Größe zwei bis drei Ingwerstücke locker hineinsetzen, mit den Augen nach oben, so dass sie ein Stück herausragen. Aus jedem Teilstück kann eine Pflanze wachsen. Ein bisschen gießen. Die Erde soll gut durchfeuchtet sein, aber nicht zu nass, damit das Rhizom nicht fault. Am besten stellt ihr den Topf an einem hellen, warmen Platz, aber es sollte nicht den ganzen Tag die pralle Sonne darauf scheinen. Eine Fensterbank, unter der sich eine Heizung befindet, ist ideal. Um ein warm- feuchtes Klima herzustellen, könnt ihr in der ersten Zeit vorsichtig eine Plastikfolie drüberlegen. Vielleicht mit ein paar Stäbchen hochhalten, damit es wie ein kleines Zelt aussieht. Ein paar winzige Löcher nicht vergessen, wegen der Luftzufuhr. Bis es im Topf zu keimen beginnt und sich ein kleiner Trieb zeigt, kann es einige Wochen dauern.

Ingwerblüte
Manche Ingwerpflanzen blühen auch in dieser Form 

Bis zum Herbst entsteht eine Ingwerpflanze, die stark an den Bambus erinnert. Allmählich werden ihre Stiele gelb. Ab diesem Zeitpunkt sollte die Pflanze nur wenig gegossen werden. Vom Einpflanzen bis zur Ernte werden acht bis neun Monate vergehen. Mit der Zeit ist nicht nur die Pflanze, sondern unterirdisch auch die Knolle schön gewachsen.

Ihr könnt das ganze Rhizom verwenden, oder wieder ein paar Stücke davon abschneiden, um neue Ingwerpflanzen anzubauen. Wenn sich Augen an dem Stück befinden, kann es wieder in frische Erde gesteckt und am besten bei einer Temperatur von 10 Grad überwintert werden. Bis zum Frühling sollte man die Pflanze nicht gießen.

Und im Licht der ersten Frühjahressonne geht der Spaß mit meiner magischen Knolle von vorn los....

Du findest mich in ViO BiO LiMO leicht Ingwer.