Noma Bar ist einer der gefragtesten Designer unserer Zeit. Seine Spezialität: das Bild im Bild. Das Spiel der Gegensätze. Nun hat er zum zweiten Mal die Fanta Halloween Edition gestaltet. Portrait eines bescheidenen Stars

UM EINEN DER erfolgreichsten Designer der Welt in seinem Büro besuchen, muss man sich gute Schuhe anziehen. Das Büro ist nämlich ein ungefähr 28 Hektar großer Wald in der Nähe von London. Dorthin begibt sich Noma Bar, 45, jeden Tag und bei jedem Wetter.

Noma Bar
NOMA BAR                                                                                                  Photo Credit: Samuel Wiki / CC-BY-SA-3.0

Er geht jedoch nicht in den Wald, um Bäume und Vögel zu zeichnen, sondern um an seinen ureigenen Ideen zu arbeiten. Er braucht die Energie der Natur als Gegenmittel zur Stadt und dem, was dort vor sich geht. Sicherlich würde man kaum vermuten, dass viele seiner Arbeiten mit dem Notizblock auf dem Schoß im Wald entstanden sind. Diese Vorstellung gefällt ihm.

Schon als Kind in Israel zeichnete er ununterbrochen. In eine Familie mit vielen Künstlern hineingeboren, versuchte man ihm ausgerechnet die Kunst auszureden. Noma sollte etwas Vernünftiges lernen. Elektronik, zum Beispiel. Doch das spornte ihn nur noch mehr an, seiner Bestimmung zu folgen. Er nennt es seine Waffe, seinen Schutz, seine Welt. Wenn andere Kinder Sport machten, zeichnete er. Noma Bar hat sich durch jede herausfordernde Lebenssituation hindurchgezeichnet. Egal, wie schwierig, sie auch sein mochte. „Wenn du zu zeichnen beginnst, findest du auch den Humor wieder“, sagt er. Menschen mit seinen Zeichnungen zum Lachen zu bringen, gefällt ihm.

Fanta Halloween Dosen

Mit minimalen Mitteln eine Geschichte auf den Punkt zu bringen, eine Figur zu zeichnen und dem Raum um die Figur herum ebenso viel Gewicht und Aufmerksamkeit zu schenken – das ist eine seiner Spezialitäten. Alles ist miteinander verbunden und bedingt einander. Viele seiner Werke sind Vexierbilder, die im Bild ein verstecktes zweites Bild zeigen; meist haben sie miteinander zu tun, sagen etwas übereinander. Es ist das Spiel der Gegensätze. Wie Yin und Yang.

Dabei ist die höchst originelle und doch universelle Bildsprache des Noma Bar eigentlich aus Not und Zufall entstanden.

Als er nach dem Typografiestudium in Jerusalem mit seiner Frau nach London zog, konnte er die Schrift als Ausdrucksmittel seiner Kunst nicht mehr verwenden. Niemand interessierte sich für hebräische Buchstaben und auch sein Englisch reichte nicht aus. Er konnte sich nicht mehr in seiner Muttersprache ausdrücken, aber es gab so vieles, das er unbedingt mitteilen wollte.

Fanta Halloween Flaschen

Ähnlich einem Schauspieler, der in ein fremdes Land kommt, musste er eine Charlie-Chaplin-Sprache ohne Worte erfinden und kam so zu den Dingen, die er schon als Kind getan hatte: Gesichter zu gestalten.

Noma Bars Aufmerksamkeit entgeht nichts. Unaufhörlich arbeiten seine Ideen in ihm weiter. Details, denen wir normalerweise keine Beachtung schenken, sind für ihn oft der Schlüssel zu grandiosen Einfällen. Aber nicht immer ist das einfach. Gerne vergleicht er die die Arbeit an seinen Ideen mit derjenigen eines Balletttänzers. Man merkt dem Ergebnis nicht an, wie viel Schweiß es gekostet hat. Oft braucht es mehrere Versuche und er muss immer wieder von vorne beginnen, bis ein fertiges Bild entstanden ist.

„Alles ist Kunst und alles ist eine Möglichkeit, etwas zu erschaffen“, sagt Noma Bar. „Es liegt unter meinen Füssen, und ich muss aufpassen, nicht darauf zu treten. Es sind die ganz kleinen Dinge um mich herum. Ich muss nicht im Himalaya wandern, um Inspiration zu finden.“

Heute gestaltet er globale Kampagnen ebenso so brillant und originell wie Buch-Cover oder Titelseiten der wichtigsten internationalen Zeitungen und Magazine. Für Coca Cola entwarf er unter anderem die Fanta Dosen und Flaschen zu Halloween. Bereits zum zweiten Mal hat er hier die saftigen Orangen in seinen Monstern versteckt. Wer findet sie?

Fünf Halloween-Designs von Noma Bar zieren die Fanta 0,33 L Dosen sowie die 0,33 L, 0,5 L, 1,25 L und 1,5 L Einweg- und die 1,0 L Mehrwegflaschen. Die bereits bekannten Motive „Hexe“, „Vampir“, „Totenkopf“ und „Zombie“ bekommen in diesem Jahr einen Neuzugang: den einäugigen Riesen „Cyclops“ auf Fanta Blood Orange ohne Zucker.