„Wenn man überall auf der Welt eine Coca-Cola bekommt, warum dann keine Medikamente?“
Diese entscheidende Frage führte 2010 beim Meeting der Clinton Global Initiative dazu, dass die The Coca-Cola Company, der Global Fund und die Bill & Melinda Gates Foundation vereinbarten, ihre Kräfte zu bündeln, um lebenswichtige Medikamente – einschließlich Impfstoffe und antiretrovirale Mittel (ARV) – und Vorräte zu denen zu bringen, die sie am dringendsten benötigen.

Zuvor hatte Coke seine Lieferwagen verwendet, um Kondome, Malarianetze und mehr in ländliche Gegenden zu bringen, aber die künftigen Partner hatten größere Pläne, die über Katastrophenhilfe und finanzielle Unterstützung hinausgingen. Ihre Vision? Das Know-how des privaten Sektors nutzen, um Herausforderungen des öffentlichen Sektors zu bewältigen.

Das Projekt „Last Mile“ startete 2010 mit dem Ziel, afrikanische Regierungen dabei zu unterstützen, lebenswichtige Medikamente und Vorräte in schwer zu erreichende Gemeinden zu bringen, eben „die letzten Meter“ zu schaffen. Die innovative staatlich-private Partnerschaft nutzt das Vertriebssystem, die Versorgungskette und das Marketing Know-how von Coca-Cola, um dazu beizutragen, die staatlichen Gesundheitssysteme in ganz Afrika zu verbessern.

Wichtige Medikamente dorthin bringen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.

„Unser Fokus liegt auf dem Aufbau von Kapazitäten sowie der Vermittlung und dem gemeinsamen Austausch geistigen Eigentums“, sagt Adrian Ristow, Leiter des Projekts „Last Mile“ bei der The Coca-Cola Company. „Genauso, wie wir unsere Produkte in alle Teile der Welt bringen, mit dem Ziel, dass die Menschen quasi nur noch ‚ihre Hand danach auszustrecken brauchen‘, teilen wir dieses Know-how, um wichtige Medikamente wie HIV-/Aids-Medikamente dorthin zu bringen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.“

Kampf gegen Aids in Afrika

LEBENSMITTEL und Wissen teilen...

Regierungsbehörden entdecken Methoden, Medikamente effizienter zu verteilen und die Verfügbarkeit von Vorräten zu verbessern, weil sie von Coca-Colas System lernen: Dazu gehören lokale Flaschenabfüller, Firmenchefs, Lieferanten, Agenturpartner und mehr. Beispielsweise arbeitete Coca-Cola gemeinsam mit der Regierung Tansanias daran, das Vertriebssystem neu zu gestalten, wodurch die Verfügbarkeit von Medikamenten in Krankenhäusern überall dort, wo das verbesserte Modell umgesetzt wurde, um bis zu 30 Prozent stieg. Jetzt werden Medikamente an über 5.500 Gesundheitseinrichtungen effizienter verteilt.

Nach diesem ersten Erfolg expandierte das Projekt „Last Mile“ 2013 nach Ghana, dieses Jahr starteten zusätzliche Projekte in Mosambik, Nigeria, Südafrika und Swasiland. Im Juni 2014 verpflichteten sich die Partner, mehr als 21 Millionen US-Dollar auszugeben, um das Projekt „Last Mile“ bis 2020 auf insgesamt 10 afrikanische Länder auszuweiten. Zu dieser Expansion gehört auch, dass die Behörde der Vereinigten Staaten für internationale Entwicklung („The U.S. Agency for International Development“, USAID) sich diesem Verbund offiziell angeschlossen hat. Unverzichtbar für den Erfolg der Initiative ist auch die Kooperation mit dem Global Health Leadership Institute der Universität Yale und der Global Environment & Technology Foundation (GETF).

Kampf gegen Aids in Afrika

...Kühlgeräte und Lieferketten...

Jedes Projekt ist einzigartig. In Swasiland beispielsweise arbeitet Coca-Cola gemeinsam mit The Global Fund und den Behörden vor Ort daran, das Bewusstsein für eine effektive HIV-Behandlung und Präventionsmaßnahmen zu stärken. Das Projekt „Last Mile“ will gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium von Mosambik die Lieferketten des Landes neu gestalten, in Nigeria konzentriert sich die Zusammenarbeit auf die Verfügbarkeit von Kühlgeräten zur Aufbewahrung von Impfstoffen.

„Obwohl wir nicht darüber bestimmen, auf welche Medikamente sich das Projekt ‚Last Mile‘ fokussiert, besteht ein wesentlicher Teil der Unterstützung darin, dafür zu sorgen, dass HIV-Medikamente verfügbar sind“, sagt Ristow. „Welche Medikamente es sind, bei deren Verteilung wir helfen, wird von den Spendern bestimmt, mit denen wir zusammenarbeiten, und von den Herausforderungen, die unsere Kunden in den Gesundheitsministerien zu bewältigen versuchen.“

Kampf gegen Aids in Afrika

...Community und Know-How...

In den teilnehmenden Ländern tut sich das Projekt „Last Mile“ mit lokalen Coca-Cola Abfüllern zusammen, um Regierungsbehörden zu schulen, die für die Verteilung von Medikamenten zuständig sind: Dabei wird der gesamte Prozess behandelt: die Lieferlogistik, der Weg zum Markt, Planung und Beschaffung, bis hin zur Marketingkommunikation. Das Projekt „Last Mile“ baut auch Coaching-Netzwerke auf; es bringt Vertreter beider Seiten mit ähnlichen Positionen und Zuständigkeiten zusammen. Potenzielle neue Modelle für die Medikamentendistribution werden auch im Vergleich zu lokalen Abfüllern bewertet, die Produkte von Coca-Cola in eben dieselben Gebiete liefern.

„In Tansania zum Beispiel haben wir eine Arbeitsgruppe eingerichtet, in welcher ein Manager für Nachfrageplanung zum Mentor für das Medical Stores Departments (MSD) wurde“, sagt Ristow, der in Südafrika lebt. „Der MDC Planer konnte die Nachfrageplanungsprozesse unseres Abfüllers übernehmen, was zu einer wesentlich genaueren Planung in der Organisation führte.“

Erfahrungen vermitteln, nachhaltig helfen

Das Projekt „Last Mile“ stellt engagierte Berater ein – häufig pensionierte oder langjährige Mitarbeiter von Coca-Cola –, die durchschnittlich 12 bis 18 Monate damit verbringen, einen ersten Know-how-Austausch zwischen Coca-Cola und den lokalen Behörden zu ermöglichen. Sie sind dafür verantwortlich, dass das System Coca-Cola der Regierungsbehörde Kenntnisse vermittelt. Sie machen sich Freiwilligennetzwerke der The Coca-Cola Company und ihrer Abfüllpartner zunutze, die teilweise wiederum ihrerseits Unterstützung in ihrem Spezialgebiet leisten, abhängig vom Fokus des Projekts. 

„Diese Vermittlung ist unverzichtbar“, sagt Ristow. „Denn es ist eine Sache, eine bewährte Methode zu demonstrieren, aber eine andere, dabei zu helfen, sie umzusetzen und individuell anzupassen und so eine nachhaltige Veränderung zu erreichen.“

Nach einer Zeit der ersten Schulungen und des Benchmarkings, in der das Projekt „Last Mile“ gezielte Projektunterstützung leistet, stellt der lokale Coca-Cola Abfüller die Nachhaltigkeit des Programms sicher.

„Die Leidenschaft, die wir bei den Mitarbeitern von Coca-Cola sehen, und wie sie in die Gemeinschaft integriert werden, ist unglaublich“, sagt Ristow. „Ihre kollektive Bereitschaft, das Know-how unseres Unternehmens zu teilen, um etwas zu bewegen, ist etwas, worauf wir sehr stolz sind.“

Kampf gegen Aids in Afrika

...um gemeinsam Aids in Afrika zu stoppen.

Das Goldene Dreieck

Ristow sagt, das Projekt „Last Mile“ verwirkliche das Wesen des Goldenen Dreiecks, das die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Regierung und Zivilgesellschaft darstellt: „Wir haben als Unternehmen etwas zu bieten; eine unserer größten Stärken ist unsere Reichweite. Indem wir sie nutzen, um HIV/Aids zu bekämpfen, können wir einen signifikanten Beitrag gegen HIV/Aids in Afrika leisten.“

Aber die Effektivität des Projekts „Last Mile“, betont Ristow, begründet sich in der Zusammenarbeit aller Partner.

„Keiner von uns könnte das alleine schaffen“, schließt er. „Wir zollen unseren Partnerorganisationen wie dem Global Fund, der USAID und der Bill and Melinda Gates Foundation höchste Anerkennung für ihren Beitrag auf unserem gemeinsamen Weg zu einer AIDS-freien Generation.“ 

Coca-Cola unterstützt die Organisation (RED) im Kampf gegen die Mutter-Kind-Übertragung von HIV.