BESTELLT IST BESTELLT. Ein Kellner im Frack serviert eine Familienflasche. So weit, so normal. Allerdings nimmt er den Weg über die Fassade auf das Dach. Aber der Kellner ist kein Kellner und das Hotel kein Hotel. Nur die Coke ist eine Coke. Und die hat schon immer neue Maßstäbe in Sachen Werbung gesetzt. Auch im Jahr 1958 in Berlin.

Der Kellner sieht eigentlich ganz normal aus mit seinem Frack, dem Tablett und der Familienflasche Coca-Cola. Allein: Er balanciert auf einem schmalen Sims an der Fassade des Hauses. Er klettert bis zum Dach. Auf dem Giebel zieht er den Frack aus, zeigt den Coca-Cola Aufdruck auf seinem Shirt und entrollt ein Werbe-Banner mit der Aufschrift „Mach mal Pause“. Und genau das macht er dann auch dort oben mit seiner Familienflasche Coke: Pause.

„Auf dem Giebel zieht er den Frack aus und entrollt ein Werbe-Banner mit der Aufschrift „Mach mal Pause“.

Der Mann im Frack heißt „Kletter-Maxe“. Seinen Spitznamen verdankt er dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1952. Darin wird die Hauptfigur, ein biederer Beamter mit halbkriminellem Robin-Hood-Doppelleben, in den Action-Szenen gedoubelt. Arnim Dahl, einem Zirkusartisten, Fassadenkletterer und Sensationsschauspieler gelang mit „Kletter-Maxe“ der Durchbruch. Er wurde der erste große deutsche Stuntman und war fortan nicht nur in Hollywoodfilmen zu sehen, sondern auch bei verschiedenen tollkühnen Aktionen und in Werbefilmen. 

Heute erscheint der klassizistische Bau, an dem Dahl damals hochkletterte, auf den Bildern wie ein herrschaftliches Hotel. Tatsächlich war das „Haus Wien“ eines der ersten reinen Lichtspielhäuser in Berlin. Der kletternde Kellner passt trotzdem ins Bild. Im Erdgeschoss des Kinos befand sich seinerzeit das „Café des Westens“. Kino und Café gibt es heute nicht mehr. Das Kino im „Haus Wien“ wurde im Jahr 2000 endgültig geschlossen.