AUF ARMESLÄNGE verfügbar und immer gut gekühlt – so beschreibt schon 1923 der damalige Coca-Cola Präsident Robert Woodruff die bestmögliche Darreichungssform von Coca-Cola.

Woodruff war zu dem Zeitpunkt erst 33 Jahre alt, doch sein genialer Geschäftssinn zeigte sich schnell. Gleich zu Beginn seiner Laufbahn änderte er ganze Abläufe im Unternehmen. Unter anderem rief er eine technische Abteilung ins Leben, deren Aufgabe es war, die frühen Modelle der Getränkeautomaten zu optimieren. Möglicherweise ahnte er, dass sie ein Schlüssel zum Erfolg sein würden: Verkaufsautomaten stellen selbst an entlegensten Orten gekühlte Produkte bereit – auch zu Uhrzeiten, an denen kein Verkäufer mehr anzutreffen ist.

Seit 1923 hat sich einiges geändert: Coca-Cola ist nicht mehr wie damals in nur fünf Ländern außerhalb der USA erhältlich, sondern in über 200. Und das heutige Angebot umfasst weit mehr als nur das eine Getränk – weltweit sind über 500 verschiedene Marken im Portfolio. Auch die Verkaufsautomaten haben sich stark weiterentwickelt...

Coca-Cola Verkaufsautomaten - Schulungsunterlagen
NACHSCHUB kommt! Interne Schulungsunterlagen aus dem Jahr 1961

Die große Bedeutung von Verkaufsautomaten war schon früh Thema hauseigener Schulungen. „Schon naht die Lösung eines sehr wichtigen Betriebsproblems. Sie trägt eine Coca-Cola Mütze und hilft beiden: dem Unternehmer und seinen durstigen Mitarbeitern. Es ist... unser Kühlautomaten-Kundendienst!“ So beschrieb es ein Faltblatt aus Deutschland im Jahr 1961.

Urgesteine des „On-the-go“-Konsums

Automatentechniker wurden auf diese Weise für ihre wichtige Aufgabe sensibilisiert: „Sie betreuen das wertvolle Verkaufsinstrument sorgfältig und stellen sicher, dass man sich auf den Kühlautomaten verlassen kann, dass er stets ausreichend gefüllt ist und alle Flaschen richtig gekühlt sind.“ Auch ein Hinweis auf das Leergut fehlte nicht, schon damals dachte man nachhaltig: „Denken Sie dabei auch an die Flaschen, die sich woanders herumtreiben. Gehen Sie hin und wieder durch den Betrieb und sammeln Sie Leergut ein.“

Coca-Cola Verkaufsautomat, Design: Raymond Loewy
DESIGN-STÜCK: Coca-Cola Verkaufsautomat von Raymond Loewy

So praktisch sie auch waren: Herkömmliche Verkaufsautomaten hatten leider ein paar Nachteile. Der Kunde brauchte genau passende Münzen. Und hatte er sie dabei, geschah es nicht selten, dass diese sich im Münzschlitz verklemmten – vorbei war es mit der ersehnten Erfrischung. Überhaupt waren alte Automaten stör- und manipulationsanfällig. Und wenn der Durst besonders groß war, war die ohnehin begrenzte Produktauswahl auch mal ausverkauft. Als Vertriebsmitarbeiter hatte man es wahrlich nicht leicht, den richtigen Moment abzupassen, um leere oder defekte Automaten zu befüllen oder zu reparieren.

Solarbetriebener Verkaufsautomat von Coca-Cola in Japan
ERLEUCHTET: Solarbetriebener Verkaufsautomat von Coca-Cola in Japan

Der Automat der Zukunft hat diese Hürden längst überwunden. Er hat sogar das Sprechen gelernt. Wenn er Nachschub braucht, informiert er den Vertrieb automatisch. Störungsmeldungen gehen in Echtzeit an die Techniker raus. Und der Münzschlitz? Der mag noch da sein, direkt neben dem Leser für „Near Field Communication“ (NFC), der bargeldloses Bezahlen mit der Kreditkarte oder auch via Android oder Apple Pay ermöglicht. „Connected vending“ nennt das der Experte – „perfekter Service“ nennt es der digitalisierte Kunde, der sich über Produktverfügbarkeit, große Auswahl und praktisches Bezahlen freuen kann.

Coca-Cola hat von den insgesamt 11.000 selbst betriebenen Getränkeautomaten in Deutschland inzwischen fast 9.000 auf Connected Vending umgestellt, auch die dynamische Tourenplanung kommt bereits zum Einsatz. Cashless Payment ist noch in der Testphase, könnte aber auch für uns bald Realität werden.

Pro Arbeitstag kaufen fast 100.000 Konsumenten eines unserer Erfrischungsgetränke an einem Verkaufsautomaten, hinzu kommen fast 230.000 Kaffee-Heißgetränke. Immer mehr davon könnten schon in naher Zukunft über einen modernen, sprechenden Automaten ausgegeben werden.

Auf der Zugspitze, am Hochofen, am Strand – die Einsatzorte sind so vielfältig wie unsere Getränke.

Auf der Zugspitze, am Hochofen im Stahlwerk, im OP-Bereich eines Klinikums, in der Justizvollzugsanstalt, auf Ausflugsdampfern und am nördlichsten Strand des Landes bei List auf Sylt – die Einsatzorte unserer Verkaufsautomaten sind so vielfältig wie die Getränke, die wir anbieten. Einmal im Jahr zum Beispiel versorgen wir beim Highfield Festival in Leipzig die Mitarbeiter des Supermarktes Penny über zehn Tage mit Getränken. Für den reibungslosen Ablauf übernehmen die Coca-Cola Vending-Kollegen sogar einen Sonderdienst: Sie campen in Zelten direkt neben dem Supermarkt. Netter Nebeneffekt: Festivalbesuch inklusive.

Auch auf großen – also wirklich sehr großen – Baustellen kamen gelegentlich mobile Container mit Coca-Cola Automaten und verschraubten Stehtischen zum Einsatz. LKW liefern den Aufbau direkt an den Ort des Geschehens. So konnten Tausende von Monteuren über mehrere Wochen während ihres Großeinsatzes mit kalten Getränken versorgt werden.

Die Glücksmaschinen

Zugegeben, das ist jetzt eher Marketing als Vertrieb. Aber die Coca-Cola Happiness Machines sollen hier nicht unerwähnt bleiben. Sie verbinden Menschen, überbringen Botschaften, lassen Menschen lächeln und staunen, begeistern sie. In vielen Ländern hat Coca-Cola solche Verkaufsautomaten mit kleinen Extras entwickelt und über Social Media bekannt gemacht. Wie die Small World Machines, die Menschen in Pakistan und Indien miteinander verbinden und zeigen, dass das, was uns verbindet, stärker ist als das, was uns trennt.