Viele weibliche Geflüchtete sind gebildet und höchst motiviert, aber die Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind trotzdem schlecht. Anne Kjaer Riechert ist dabei, das zu ändern. Sie hat die ReDI School gegründet. Der Name steht für „Readiness and Digital Integration“ und meint die Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft durch Fähigkeiten im digitalen Bereich. Für die Teilnehmerinnen aus aller Welt sind die Computerkurse die Chance auf ein eigenständiges Leben. The Coca-Cola Foundation unterstützt das Projekt.

Den Anstoß gab der Besuch in einem Flüchtlingsheim 2015. Die Schicksale der teils hochqualifizierten Bewohner bewegten Anne Kjaer Riechert. Sie verschenkte einen ihrer Laptops an einen jungen Programmierer aus dem Irak. Dann brachte die gebürtige Dänin kreative Köpfe aus der Start-Up-Szene zusammen und entwarf mit ihnen verschiedene Unterrichtsmodule, die Anfänger und Fortgeschrittene je nach Fähigkeiten aus- und weiterbilden. Mit durchschlagendem Erfolg: Heute sind 16 Angestellte und mehr als 100 ehrenamtliche Mitarbeiter im Team.

Coca-Cola & ReDi School of Digital Integration: Eine Zukunft für geflüchtete Frauen
FAST DIE HÄLFTE der ehemaligen Schülerinnen und Schüler hat einen Arbeits- oder Praktikumsplatz, 30 Prozent machen sich selbstständig

Besuch von Angela Merkel und Mark Zuckerberg

Nach Abschluss der mehrmonatigen Programmier- und Technologiekurse wartet auf viele der Absolventen der Schritt in eine Beschäftigung. Fast die Hälfte der ehemaligen Schülerinnen und Schüler hat inzwischen einen Praktikums- oder festen Arbeitsplatz. 30 Prozent besuchen eine Universität und jeder Zehnte macht sich selbstständig und gründet selber ein Start-Up. Die Ehemaligen sind in einem Alumni-Netzwerk organisiert und kommen heute häufig selbst als ehrenamtliche Dozenten an der ReDI School zum Einsatz. „Es ist wie eine Familie“, sagt Anne Kjaer Riechert. Das Programm ist längst auch international bekannt. Unterstützung kommt aus Wirtschaft und Politik. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg waren zu Besuch.

Coca-Cola & ReDi School of Digital Integration: Eine Zukunft für geflüchtete Frauen
KINDERBETREUUNG ermöglicht konzentriertes Lernen

Die Coca-Cola Foundation unterstützt ReDI School und hilft mit dem ReDI Women Angebot gezielt Frauen beim Einstieg in die IT-Branche. Denn weibliche Geflüchtete haben es häufig noch schwerer, Fuß zu fassen. Viele haben eine Familie zu versorgen und sind zeitlich nicht so flexibel.

Das ReDI Women Programm bietet deshalb zum Beispiel Kinderbetreuung an, damit sich die Mütter ganz auf Kurse wie Cyber-Security oder die Entwicklung eines Online-Shops konzentrieren können. „Die Frauen bekommen Mut und Selbstsicherheit. Sie können das Leben so in die eigenen Hände nehmen“, erzählt die Gründerin. Sie freut sich über die finanzielle Unterstützung durch die Coca-Cola Foundation. „Wir haben so die Möglichkeit, das Programm voranzutreiben und Frauen in der IT-Branche eine Zukunft zu bieten.“ Aktuell sind 74 Frauen eingeschrieben.

Mehr Informationen zur ReDI School of Digital Integration: www.redi-school.org