WIR LEBEN Vielfalt – und treten ein für Gleichberechtigung, Freiheit, Akzeptanz und Respekt. Immer wieder hat Coca-Cola seine Werbung genutzt, um das Bewusstsein für unterschiedliche Themen zu schärfen, Vorurteile zu hinterfragen und Rollen neu zu definieren. Das Engagement des Unternehmens zeigt sich aber besonders und kontinuierlich im täglichen Geschäft. So gibt es seit 2014 das Rainbow Network bei Coca-Cola in Deutschland. Es bietet eine Plattform zum Austausch für lesbische, schwule, bi- und transsexuelle Kollegen (LGBTIQ). Das Rainbow-Netzwerk, mit heute 90 Mitgliedern, setzt sich aktiv für die Rechte von LGBTIQ ein. Es ist eines von vielen LGBTIQ-Netzwerken bei Coca-Cola weltweit.

Ein Gespräch mit Initiatorin Annette Pampel und Philipp Damm vom Coca-Cola Rainbow-Netzwerk

Coca-Cola & Pride - Philipp Damm und Annette Pampel
LIEBE KANN etwas bewegen: Philipp Damm und Annette Pampel vom Coca-Cola Rainbow Network

Annette und Philipp – 2018 wurde die Regenbogenflagge an drei Standorten von Coca-Cola gehisst, in diesem Jahr sind insgesamt sieben geplant. Wann, wünscht ihr euch, sollten an allen Standorten von Coca-Cola European Partners Regenbogenflaggen wehen?

Philipp: Wenn es um den reinen Wunsch geht, dann sofort und überall! Spaß beiseite: Wenn wir sehen, wo wir herkommen und welche Hürden wir nehmen mussten, um die Regenbogenflagge 2016 hier am Headquarter in Berlin zu hissen, so ist es ein tolles Zeichen, dass wir nun bereits mit sieben Standorten vertreten sind – ohne, dass wir als Rainbow-Netzwerk jemanden diesbezüglich angesprochen haben.“

Annette: „In diesem Jahr war es besonders erfreulich, dass die Kolleginnen und Kollegen sich von allein bei uns meldeten und sagten: „Wir wollen das machen!“ Es war also eine Art Grassroot-Bewegung aus der Belegschaft heraus. Das ist für mich der viel schönere Weg, als wenn etwas vorgegeben wird.“

LIEBE KANN tanzen: CSD Truck-Parade 2019

Wenn ihr 2019 mit den vergangenen Jahren vergleicht, was ist anders?

Philipp: „Ich denke, mit unserem diesjährigen Engagement sind wir so groß wie noch nie. Damit haben wir gemeinsam einen Meilenstein gesetzt, insbesondere indem wir dieses Jahr nicht nur nach innen, sondern auch nach außen strahlen. So sind wir auf den drei größten Christopher Street Days in Deutschland vertreten und in Berlin und Hamburg sogar mit einem eigenen Truck. Das alles hätten wir ohne das Engagement der Kollegen und Kolleginnen nicht geschafft.

Annette: „Dieses Jahr ist uns der erste Schritt gelungen, das Thema auch in unser Geschäft mit einzubringen. Es geht nicht nur darum, dass sich alle am Arbeitsplatz wohlfühlen. Es ist auch ein Statement, für das wir als Unternehmen stehen. Gerade in Zeiten, in denen es darum geht, wie ein Unternehmen wahrgenommen wird, ist es unsere Aufgabe, Haltung zu zeigen.“

Coca-Cola beim CSD auf der Spree 2019
LIEBE KANN feiern: das Rainbow Network beim CSD auf der Spree 2019 

Die „Love Can“-Kampagne: Was hat es damit auf sich?

Annette: „Bereits vor einigen Jahren gab es die Idee, ein Zeichen mit einem unserer Produkte zu setzen. Aber niemand glaubte daran, dass es so etwas je geben wird. Letztes Jahr hat Italien dann als erstes Land, relativ spontan, eine „Love Can“ hergestellt. Somit wussten wir, dass es das Motiv und das Produkt gibt.“

Philipp: „Was im Ergebnis jetzt so leicht aussieht, ist das Ergebnis eines langen, steinigen Weges. Daher ist es ein gutes Zeichen von Coca-Cola, diese Dose zu produzieren. Ich finde dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass wir in der Lage sind, große Projekte agil und erfolgreich umzusetzen, auch wenn sie nicht im Business Plan verankert sind. Diese Dose ist nicht das Ergebnis eines Einzelnen, sondern es sind sehr viele Kollegen und Kolleginnen beteiligt. Sie haben geholfen, den Wunsch der „Love Can“ in die Realität umzusetzen.“

Wie sieht es in den anderen CCEP-Ländern aus, wo stehen wir da beim Thema LGBTIQ?

Annette: „Jahrelang waren wir in Deutschland das einzige LGBTIQ-Netzwerk innerhalb von CCEP. Seit letztem Jahr gibt es auch eines in Großbritannien. Wir haben unser diesjähriges Engagement als Aufhänger genommen, um einen europäischen Workshop in Berlin auszurichten. Darin haben sich die über 30 Teilnehmer auf ein internationales Coca-Cola Rainbow Netzwerk mit gemeinsamer Plattform geeinigt. Sehr erfolgreich!“

„Ich habe immer etwas Bauchschmerzen bei dem Wort Toleranz. Wichtiger ist für mich Akzeptanz.“

Was antwortet ihr Kollegen und Kolleginnen, die der Meinung sind, dass wir keine „Pride-Weeks“ brauchen, da es doch vollkommen normal ist, dass Kollegen und Kolleginnen zur LGBTIQ-Gemeinschaft gehören?

Philipp: „Meine Kolleginnen und Kollegen sind in einem toleranten Umfeld unterwegs. Das ist für sie selbstverständlich. Schauen wir aber mal nach Deutschland oder in die Welt hinaus: Es gibt Länder, in denen die Todesstrafe für homosexuelle Handlungen im öffentlichen Raum verhängt wird – selbst wenn es lediglich um einen Kuss geht. Das alleine zeigt die Notwendigkeit. In Deutschland ist in vielen Bereichen die Toleranz vorhanden, jedoch nicht flächendeckend und nicht über alle Altersstufen und Herkünfte hinweg.“

Coca-Cola beim CSD auf der Spree 2019
LIEBE KANN ein Lächeln auf dein Gesicht zaubern

Annette: „Ich habe immer etwas Bauchschmerzen bei dem Wort Toleranz. Toleranz heißt, „du kannst machen, was du willst, es interessiert mich nicht“. Wichtiger ist für mich Akzeptanz, denn das heißt, „ja, du bist okay, so wie du bist“. Leider ist es noch nicht überall normal, dass jemand LGBTIQ ist. Stell dir mal den klassischen Montagmorgen in der Kaffeeküche vor: Alle erzählen vom Wochenende. Jemand der LGBTIQ ist, überlegt, was er sagt, wo er war – und mit wem. Der „heterosexuelle-Mainstream-Mensch“ macht sich nicht bewusst, dass es für viele Betroffene eine Hürde ist und jedes Mal einer Art Outing gleichkommt. Somit ist es nicht „normal.“ Nicht-geoutete Personen verwenden bis zu 20 Prozent ihrer Arbeitskraft darauf, ein Versteckspiel zu inszenieren, nur um nicht geoutet zu werden. In diesem Augenblick wird es für mich auch zu einem Business Case und somit noch wichtiger.“

„Unternehmen und Abteilungen, die divers zusammengesetzt sind, arbeiten wesentlich erfolgreicher.“

Juni und Juli sind weltweit dem Thema Pride gewidmet. Was macht ihr in den anderen zehn Monaten des Jahres?

Annette: „Das Netzwerk arbeitet natürlich ganzjährig. Wir wollen auch in den anderen Monaten Sichtbarkeit zeigen und uns weiter austauschen und vernetzen. Dies tun wir unter anderem mit anderen Firmen-Netzwerken. So waren wir vor einiger Zeit bei Bosch, haben mit Axel Springer, Bayer und der BVG zusammengearbeitet. Dies ist ein sehr fruchtbarer Austausch und bringt ganz neue Ideen und Perspektiven.“

Wie geht weiter? Wird es die „Love Can“ vielleicht auch zu kaufen geben? Dieses Jahr ist sie ja ausschließlich bei den CSDs erhältlich.

Philipp: „Dass die „Love Can“ dieses Jahr erst einmal nur bei den CSDs gratis abgegeben wird, sehen wir positiv. Für uns ist das ein Zeichen der Selbstlosigkeit, nicht nur weil wir die Dose verschenken. Eine Weltmarke wie Coca-Cola nimmt von ihrem Hauptprodukt den Firmennamen herunter und ersetzt diesen durch den Schriftzug „Love“. Kaum eine andere Marke ist so mutig und tut das. Auf der anderen Seite müsste ich lügen, wenn ich mir nicht wünschen würde, dass die „Love Can“ vielleicht den Weg in die kommenden Businesspläne findet. Bisher sind die Resonanzen durchweg positiv. Deshalb wäre es durchaus möglich, sie im nächsten Jahr in den Verkauf zu geben, zumal die Nachfrage sehr hoch ist. Lassen wir uns überraschen.“

Was unternimmt CCEP jenseits des Rainbow Networks beim Thema Diversity?

Annette: „Das Rainbow Network ist eine zielgruppen-spezifische Gemeinschaft, die sich für die LGBTIQ Community einsetzt. Ein Drittel der Mitglieder gehört selber nicht zur Zielgruppe, ist aber dennoch Teil des Netzwerks, um sich für ihre LGBTIQ-Kolleginnen und -Kollegen einzusetzen. Weiter gibt es das Diversity Council. Es besteht aus Vertretern und Vertreterinnen der verschiedenen Fachbereiche, die sich um die unterschiedlichen Dimensionen von Vielfalt bei CCEP kümmern. Ziel ist es, Themen wie Vielfalt und Inklusion in die Fachbereiche hineinzutragen. Es beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wie wir den Frauenanteil in der Supply Chain erhöhen, beziehungsweise generell mehr Frauen ins Unternehmen holen können. Das ist wichtig, denn Unternehmen und Abteilungen, die divers zusammengesetzt sind, arbeiten wesentlich erfolgreicher als Teams, die nur aus Frauen oder nur aus Männern bestehen oder nur Menschen der gleichen Altersgruppe oder Herkunft. Bei uns im Unternehmen arbeiten fünf Generationen. Dies bringt uns viele Vorteile.

Zum Beispiel?

Annette: „Der Austausch, Wissenstransfer und das Lernen voneinander sind dabei die wichtigsten Elemente. Wir planen außerdem einen „Cultural Awareness“-Workshop anzubieten. Viele unserer Kunden haben einen Migrationshintergrund, das macht natürlich etwas in der Kommunikation, denn die unterschiedlichen Kulturen haben auch andere Herangehensweisen in persönlichen Beziehungen. Dies ist vielen nicht bewusst. Auch hier wollen wir Aufklärung und Unterstützung bieten.“

Unsere Bilder vom CSD Berlin 2019:

Coca-Cola – CSD 2019


Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019

 

Coca-Cola – CSD 2019