The Coca-Cola Company unternimmt weitere Schritte, um das chemische Recycling von Verpackungen, wie etwa gefärbten PET-Flaschen, die bisher aus bestimmten Recycling-Strömen ausgeschlossen wurden, in neue PET-Getränkeflaschen zu fördern.

Coca-Cola gibt zwei Investitionen in bahnbrechende Recycling-Technologien bekannt, die gesammelte Kunststoffe in lebensmittelsicheres PET recyceln können. Im Gegensatz zum mechanischen Recycling ermöglicht das chemische Recycling eine nahezu vollständige Wiederverwertung und Wiederverwendung von PET ohne Materialverlust.

„Unser Anspruch ist, den Kreislauf bei unseren Verpackungen zu schließen und mehr alte Flaschen in neue zu verwandeln”, erläutert Scott Pearson, Senior Director, Global R&D Engineering, The Coca-Cola Company. „Chemisches Recycling ist der nächste bedeutende Schritt in diese Richtung. “

Coca-Cola erhöht sein Engagement bei Ioniqa Technologies, um Entwicklungen des Unternehmens zum PET-Upcycling zu unterstützen. Dabei wird das Depolimerisationsverfahren eingesetzt, das Kunststoffe mit unterschiedlichen Farben, Eigenschaften und Beschaffenheiten in transparentes PET mit Neumaterialqualität umwandelt, sodass die Vision einer Kreislaufwirtschaft in greifbare Nähe rückt. Ioniqa errichtet die erste PET-Upcycling-Anlage in den Niederlanden.

Außerdem hat Coca-Cola eine mehrjährige Liefervereinbarung mit Loop Industries Inc. geschlossen, um ab 2020 100 Prozent recycelbares Loop™ PET für Verpackungen in Westeuropa zu beschaffen. Dadurch kann Coca-Cola die verstärkte Verwendung von Wertstoffen in seinen Kunststoffflaschen beschleunigen.

Was macht chemisches Recycling so besonders? Wie wird es die Art und Weise, wie Kunststoff wiederverwertet wird, verändern? Diese Fragen haben wir Maria Luisa Polli gestellt. Sie ist Technical Director von Coca-Cola für Mittel- und Osteuropa und vertritt das Unternehmen im Beirat von DEMETO, einem europäischen Konsortium, das Technologien für chemisches Recycling entwickelt. Hier weiterlesen.

Maria Luisa Polli, Technische Direktorin Coca-Cola für Mittel- und Osteuropa
MARIA LUISA POLLI, Technische Direktorin bei Coca-Cola für Mittel- und Osteuropa

Die neu getroffenen Vereinbarungen dienen der Vision einer Welt ohne Abfall der The Coca-Cola Company, die sich auf den gesamten Verpackungslebenszyklus erstreckt – von recyclinggerechtem Packungsdesign und der Herstellung von Flaschen und Dosen bis hin zu ihrem Recycling und ihrer Wiederverwendung.

„Weltweit sollen ab 2030 mindestens 50 Prozent der Verpackungen aus Recycling-Material bestehen.“

Der ganzheitliche Plan, der auf drei Pfeilern aufbaut (Design, Sammlung und Partnerschaft), umfasst ehrgeizige Ziele, um Verpackungen herzustellen, die weltweit ab 2030 im Durchschnitt zu mindestens 50 Prozent aus Recycling-Material bestehen werden. Die Investitionen in Ioniqa und Loop unterstützen dieses Ziel.

Coca-Cola möchte zudem für jede Flasche oder Dose, die vom Unternehmen verkauft wird, gleich viele Flaschen oder Dosen erfassen, um sie recyceln zu können. Dazu sollen Partnerschaften mit der Industrie, Regierungen und kommunalen Behörden eingegangen werden, um so die globale Herausforderung der Kunststoffabfälle anzugehen.

„Diese beiden Investitionen stellen interessante Möglichkeiten für eine grundlegende Veränderung unserer Initiativen zur Kreislaufwirtschaft dar, indem niederwertige PET-Abfälle wieder zu reinem, lebensmittelsicheren PET werden“, sagt Robert Long, Chief Innovation Officer der The Coca-Cola Company. Und fügt hinzu: „Wir haben eindeutige Ziele festgelegt, um diese Vision zu unterstützen. Dazu brauchen wir weitreichende Kooperationen, Partnerschaften sowie Innovationen und Investitionen, um sowohl global eine bessere Sammlungs- und Recycling-Infrastruktur als auch die Entwicklung von nachhaltigen Verpackungslösungen für die Zukunft zu unterstützen.“

Unser Ziel: Eine Welt ohne Müll
VERPACKUNGEN halten Getränke sicher und sauber für uns. Sie sind kein Müll, sondern Rohstoff für neue Verpackungen

Das werkstoffliche Recycling ist der Prozess der Sammlung und Sortierung von benutzten Abfallflaschen, bei dem transparentes PET von gefärbtem Material getrennt wird. Danach wird das transparente Material in kleine Teile zerschnitten, damit es wirkungsvoll gereinigt und gewaschen werden kann. Diese Teile können dann wieder geschmolzen und zu Flaschen geblasen werden.

Chemisches Recycling verwendet das Verfahren der Depolymerisation, wobei das PET (Polymer) in seine ursprünglichen Bausteine (Monomere) zurückgewandelt wird. Diese Monomere sind einfacher zu reinigen und die Verunreinigungen können leichter entfernt werden. Die Monomere können dann repolymerisiert werden – zu PET-Material von nahezu reiner Qualität.

„Mit diesem effizienteren chemischen Recycling kommt es praktisch nicht mehr zu den hohen Verlusten an PET, die wir beim werkstofflichen Recycling sehen, weil wir das Polymer so gestalten, dass es sich jedes Mal wie neu verhält, wenn es durch das Recycling-Verfahren geht. So können wir einen wirklich geschlossenen Kreislauf des PET-Recyclings gestalten”, sagt Pearson. „Chemisches Recycling ist wirkliches Upcycling: Wertstoffe, die nur weggeworfen bzw. verbrannt oder für die Herstellung von Teppichen oder Textilien verwendet würden, können in Zukunft immer wieder zu Flaschen verarbeitet werden.“

„Chemisches Recycling ist eine Technologie, die erforderlich ist, um eine Kreislaufwirtschaft aufzubauen”, betont Pearson. „Es ist der nächste entscheidende Schritt, aber es ist nicht der einzige Schritt. Wir möchten immer noch die Verwendung von neuen Kunststoffen minimieren und das Gewicht unserer Verpackungen verringern, indem wir so wenig Material wie möglich verwenden. Alle diese Bemühungen tragen zu unserer Zielsetzung einer geschlossenen Kreislaufes unserer Verpackungsmaterialien bei.“

Anfang des Jahres trat Coca-Cola dem Industrie-Beirat von DEMETO, den Entwicklern der gr3n-Technologie für chemisches Recycling, bei. Dabei handelt es sich um ein europäisches Projekt, das von der Europäischen Union im Rahmen von Horizont 2020 gefördert wird.

Die Investitionen sind Teil des vielseitigen Ansatzes von Coca-Cola, um eine Kreislaufwirtschaft bei Kunststoffen herbeizuführen. Das Unternehmen hat auch das Hochskalieren von neuen biologischen Lösungen entscheidend geprägt und arbeitet auch weiterhin daran. Dazu gehören Technologien wie die 2009 eingeführte, vollständig recycelbare PlantBottle®-Verpackung, die zu 30 Prozent aus pflanzenbasierten Materialien besteht.

G7 Charter – Müll im Meer
UNSER ZIEL: Kein Müll mehr im Meer 

Coca-Cola hat vor kurzem mehrere Maßnahmen ergriffen, um mit Partnerschaften die Vision einer Welt ohne Abfall zu unterstützen. So wurde eine Investition von 15 Millionen US-Dollar in Circulate Capital getätigt, einen Wagnisdarlehensfonds für die Vermeidung von Plastik im Meer und der Umwelt in der Region Asien-Pazifik. Circulate Capital dient als Inkubator und Finanzierungsgesellschaft für Unternehmen und Infrastrukturen, die Plastikmüll in Meeren verhindern.

Das Unternehmen hat auch das New Plastics Economy Global Commitment unter der Führung der Ellen MacArthur-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Umweltorganisation der Vereinten Nationen, UN Umwelt unterzeichnet, um Kunststoffabfälle und Umweltbelastungen an der Quelle zu vermeiden. Dieses Engagement, das am 29. Oktober bei der Our Ocean-Konferenz in Bali bekanntgegeben wurde, wurde von 250 Unternehmen unterzeichnet. Hierbei geht es um die Beteiligung an der Beseitigung von problematischen oder überflüssigen Kunststoffverpackungen und die Entwicklung von Einweg- zu Mehrwegverpackungsmodellen und Innovationen, um sicherzustellen, dass ab 2025 100 Prozent der Kunststoffverpackungen einfach und sicher wiederverwendet, recycelt oder kompostiert werden können. Durch die Erhöhung der Mengen an wiederverwendeten oder recycelten Kunststoffen, die auch in neuen Verpackungen oder Produkten eingesetzt werden können, soll eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe geschaffen werden.

Weitere Informationen zu den Fortschritten von Coke im Rahmen der Vision einer Welt ohne Abfall.