COOLE SONNENBRILLE, cooles Shirt, cooler Typ: Wir treffen Latino-Sänger Chris Cab am Potsdamer Platz in Berlin. Dem 25-Jährigen ist der Rhythmus quasi in die Wiege gelegt. Er stammt aus Miami, da ist der Coolness-Faktor ohnehin schon weit außerhalb des Messbaren.

Der kleine Cristian Cabrerizo liebt Reggae, bastelt schon früh an seiner eigenen Musik. Dann kommt Pharrell Williams. Hip-Hop-Idol, Starproduzent, Stilikone. Chris lernt ihn durch einen gemeinsamen Freund kennen, da ist er gerade mal 15 Jahre. Pharrell nimmt ihn unter seine Fittiche und führt ihn musikalisch in neue Sphären. 2014 nimmt Cris mit Pharrell den Top-Ten-Song „Liar Liar“ auf. Gerade ist sein Sommersong: „Laurent Perrier“ erschienen.

Wir sprechen mit Cris über seine kubanischen Wurzeln, seinen berühmten Mentor und warum er gern mal eine Coke mit Albert Einstein trinken würde. 

Cris Cab: „Liar Liar“ 


Coca-Cola Classic, Coca-Cola light oder Coke Zero Sugar?

„Die klassische. Immer wieder gut, nach einer langen Nacht eine Coke mit Eis zu trinken. Um den Tag zu überleben.“

Du warst jetzt ein paar Tage in Frankfurt, Hamburg und in Berlin unterwegs. Welche typischen Dinge hast du gemacht auf deinem Deutschland-Trip?
„Ich habe ein paar tolle Biere getrunken, hübsche Frauen gesehen und Wiener Schnitzel gegessen. Das war auch sehr lecker.“

Baseball oder American Football?
„Da würde ich mich vermutlich für Football entscheiden.“

Baseball ist Nationalsport auf Kuba, Football in Amerika. Du bist zwischen beiden Kulturen aufgewachsen.

„Ich bin mit kubanischen Eltern in Miami aufgewachsen. Wir haben spanische Musik gehört, saßen oft mit der ganzen Familie zusammen und haben kubanisch gekocht. Wir haben die Sonne und das Meer genossen.“

Hast du mit deinen Eltern Spanisch oder Englisch gesprochen?
„Wir haben beides gesprochen. Vermutlich mehr Englisch. Aber in Miami hört man sowieso an jeder Ecke Spanisch.“

„Alle Amerikaner haben Vorfahren, die aus anderen Ländern gekommen sind. Das vergessen viele.“


Wie würdest du den speziellen Vibe der Stadt beschreiben?

„Es ist eine tolle Atmosphäre. Die Leute kommen aus der ganzen Welt nach Miami. Es ist sehr sonnig und wir verbringen viel Zeit am Strand. Und wir angeln sehr gerne. Mein Vater liebt es.“

Wie hat sich das auf deine Musik ausgewirkt?
„Wir haben auch viel Zeit auf den Bahamas verbracht, um dort zu angeln. Ich bin mit Reggae und spanischen Klängen aufgewachsen. Das hat meine Musik sehr stark geprägt.“

Welche Künstler haben dich besonders inspiriert?
„Bob Marley war sicher meine größte Inspiration. Wie er seine Songs geschrieben und Geschichten erzählt hat.“

Hier erzählt Cris Cab, warum er sich in Berlin besonders wohl fühlt und welches seine fünf Lieblingssongs sind: 


Dein Vater hat dir ein eigenes Musikstudio gebaut, als du 12 Jahre alt warst…

„Ja, er hat einfach an mein Talent geglaubt und wollte mich auf meinem Weg unterstützen. Ich habe meine Songs lange Zeit nur in meinem Zimmer aufgenommen.“

Gab es jemals eine andere Option für dich, als Musiker zu werden?
„Ich habe mit neun Jahren angefangen, Gitarre zu spielen. Mit 13 habe ich meine eigenen Songs geschrieben und wollte nie etwas anderes machen.“

5 Lieblingssongs von Chris Cab:



Kinder von Einwanderern haben es manchmal nicht leicht, völlig akzeptiert zu werden im neuen Land. Wie war das bei dir?
„Ich war in der Schule total integriert. Die Mehrheit der Menschen in Miami hat südamerikanische Wurzeln, das war kein Problem.“

Die Beziehungen zu Kuba haben sich seit der Obama-Präsidentschaft ja mehr und mehr normalisiert. Wie ist dein Eindruck?
„Es ist immer noch nicht alles toll im Land, es ist immer noch ein kommunistischer Staat. Ich hoffe, dass sich in dieser Hinsicht noch einiges ändert in Zukunft. Der Großteil meiner Familie lebt mittlerweile in den Staaten.“

Cris Cabs aktueller Song: „Laurent Perrier“


In den USA wird derzeit viel über die Einwanderungspolitik gesprochen. Wie nah geht dir das?
„Das ist echt verzwickt. Alle Amerikaner haben Vorfahren, die aus anderen Ländern gekommen sind. Eigentlich sind alle Immigranten. Nur vergessen das viele. Das ist ein sehr schwieriges und heikles Thema.“ 

„Pharrell ist ein superkreativer Typ, der unglaubliche Energie und Präsenz ausstrahlt."


Mit 15 Jahren hast du durch einen gemeinsamen Freund Pharrell Williams getroffen, um ihm deine Demobänder vorzuspielen. Wie hast du dich auf dieses Treffen vorbereitet? 

„Ich habe einfach ein paar Songs zusammengesucht, die ich in meinem Schlafzimmer aufgenommen habe und war gespannt, wie er darauf reagiert. Er hat sie sehr gemocht.“

Cris Cab und Pharell Williams: 

#TBT Graduated High School Like 🤘

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Überhaupt keine Nervosität?
„Eigentlich nicht, nein. Als ich Pharrells Studio betreten habe, das war ein toller Moment. Er ist ein superkreativer Typ, der unglaubliche Energie und Präsenz ausstrahlt.“

Erinnerst du dich an seine erste Reaktion auf deine Songs?
„Er meinte: ‚Wow. Das ist sehr interessant und anders.' Ihm gefiel, dass ich als Kubaner Reggae-Musik spielte. Darum haben wir dann auch zusammengearbeitet.“ 

Auf ne Coke mit Cris Cab
„Pharrell hat mich dazu gebracht, meine kubanischen Wurzeln stärker einzubringen.“

Wie wichtig ist solch ein Mentor im Musikgeschäft?

„Es ist schon wichtig und gibt dir einen Vorteil, wenn dich jemand unterstützt, der so erfolgreich ist und dich mit Dingen vertraut macht. Er hat mir zum Beispiel gesagt, dass ich in meiner Musik immer eine Geschichte, eine Botschaft vermitteln soll. Und dass ich immer hart an mir arbeiten und meine Musik weiterentwickeln und verändern soll.“ 

Cris Cab: „Englishman In New York“ 


Auch ein Mentor profitiert ja oft von seinem Schützling, der neue und frische Ideen einbringt. Hattest du das Gefühl, dass auch Pharrell von dir lernen konnte?

„Ja, ganz bestimmt. Das ist das Tolle daran, Musiker zu sein. Du lernst jeden Tag etwas Neues dazu und lernst etwas von anderen. Egal, wie jung oder alt du bist.“

2014 hast du dann deinen großen Hit „Liar Liar“ veröffentlicht. Wie hat dieser Song dein Leben verändert?
„Das war krass. Ich hatte auf einmal die Möglichkeit, um die Welt zu reisen, verschiedene Kulturen kennenzulernen und regelmäßig Shows zu spielen. Ich konnte dadurch einige Dinge ausprobieren, um zu schauen, in welche Richtung ich gehen will.“

Cris Cab: „Turn Out The Light“ 


Durch den Erfolg hast du auch Wyclef Jean kennengelernt. Ein zweiter Mentor…

„Er ist ein anderer Typ von Produzent. Pharrell ist eher minimalistisch und nutzt nur wenige Sounds. Wyclef nutzt dagegen Tausende von Sounds. Beide haben mir verschiedene Dinge mitgegeben. Ich habe mir einiges von dem angeeignet, um daraus meinen eigenen Sound zu kreieren.“

Eigentlich wolltest du 2016 schon dein zweites Album „New Beginnings“ auf den Markt bringen. Was ist passiert?
„Wir haben einfach sehr viel experimentiert, was den Sound und die Musik angeht. Wir haben den Sound immer wieder etwas geändert und haben jetzt die Musik gefunden, die wir lieben. Ich freue mich, dass wir bald ein Album veröffentlichen werden.“

Wie würdest du den neuen Sound beschreiben?
„Ich bringe meine kubanischen Wurzeln stärker ein. Wir wechseln die Sprache, innerhalb der Songs gibt es spanische und englische Parts. Definitiv mehr Reggaeton. Ich habe das zunächst nicht auf dem Radar gehabt. Pharrell hat mich dazu gebracht, meine kubanischen Wurzeln stärker einzubringen.“

Mit wem würdest du dich gern auf 'ne Coke treffen?
„Albert Einstein. Er war ein unglaublich intelligenter Typ. Und ziemlich verrückt. Ich könnte mir vorstellen, dass er auch Coca-Cola geliebt hat.“

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