ANKUNFT bei Brian’s Steak & Lobster. Es ist windig und nieselt – ein typischer Herbsttag in Hamburg. Aber sobald wir das Restaurant betreten, fühlen wir uns gleich wie zuhause. Es ist warm, die Einrichtung: Skandinavische Gemütlichkeit trifft kalifornische Coolness. Besitzer und Koch Brian Bojsen ist gebürtiger Däne und kommt aus der Nähe von Kolding, ungefähr 90 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Dort wuchs er in einer kleinen Stadt mit 2.000 Einwohnern auf.

Brian’s Steak & Lobster ist eine Institution in Hamburg. Und eine Station unserer aktuellen Webserie „The Original Way“, im Januar geht der Film mit ihm live. Auch im Fernsehen sieht man Brian immer häufiger. TV-Auftritte gehören für den ehemaligen Surfer und Fotografen mittlerweile schon fast zum Alltag.

Coke, Coca-Cola Light oder Coca-Cola Zero?

„Coke Zero! Ich bin ein totaler Coke Zero Typ. Am liebsten natürlich direkt aus der Glasflasche.“

Seit wann gibt es Brian’s Steak & Lobster?

„Seit vier Jahren. Wir haben im September 2014 eröffnet.“

Was ist das Besondere an deinem Restaurant?

„Ganz klar: die Herzlichkeit. Unsere Gäste kommen als Fremde und gehen als Freunde. Natürlich steht Brian’s Steak & Lobster auch für Qualität und gute Produkte, das ist uns sehr wichtig. Ich weiß, wo mein Fleisch und meine Hummer herkommen. Und dass die Tiere nicht schlecht behandelt wurden.“

Geschenke vor oder nach dem Essen? Antworten vom Profi:


Besteht euer Publikum eher aus Stammgästen oder Menschen, die spontan bei euch vorbeikommen?

„40 Prozent sind Stammgäste, 40 Prozent kommen aus Hamburg und Umgebung und 20 Prozent sind internationale Gäste. Letztere werden in letzter Zeit immer mehr, darüber freuen wir uns natürlich.“

„Mit Freunden und Familie Zeit verbringen – das ist hygge.“

Was sollte ein Gast, der zum ersten Mal in dein Restaurant kommt, unbedingt bestellen?

„Als Vorspeise empfehle ich unser Ceviche vom Thunfisch oder den dänischen Hering. Jeder, der uns besucht, sollte außerdem eines unserer Steaks probieren! Wir bereiten sie im Holzkohlegrill zu, der mit sehr hohen Temperaturen arbeitet. Dadurch schmecken die Steaks ganz anders, als wenn sie vom Grill oder aus der Pfanne kommen. Das Restaurant darf übrigens niemand verlassen, ohne meinen Cheesecake probiert zu haben.“ (lacht)

Hygge ist eine wichtige Komponente von Brian’s Steak and Lobster. Was bedeutet Hygge für dich persönlich?

„Hygge ist mittlerweile ein vielgebrauchtes Wort, das viele Menschen für unterschiedliche Situationen nutzen. Generell meint man damit einen Lebensstil, der sich um Gemütlichkeit dreht. Für mich geht es dabei allerdings weniger darum, was man hat, sondern darum, was man macht. Mit Freunden und Familie Zeit verbringen – das ist hygge.

In unserem Restaurant ist es ähnlich: Wenn unsere Gäste bei einem guten Gläschen Wein und Kerzenlicht ihre Geschichten erzählen können, dann ist das auch hygge. Fremde kommen zusammen und werden Freunde. Wie zum Beispiel beim Julefrokost.“

„Um den Weihnachtsbaum zu tanzen ist in Dänemark ganz normal.“

Julefrokost – was ist das?

„Julefrokost ist ein traditionell dänisches Weihnachtessen, bei dem viele unterschiedliche Gänge über mehrere Stunden serviert und zusammen gegessen werden. Wir bieten Julefrokost an drei Sonntagen im Dezember an, sowie am zweiten Weihnachtsfeiertag. Es gibt unter anderem eingelegte Heringe, Brot, verschiedene Wurstsorten, Fischfilet, Entenbrust, Schweinekrustenbraten, Kohlsorten und unterschiedlich zubereitete Kartoffeln. Als Nachtisch servieren wir einen Mandelmilchreis mit kleingehackten Mandeln. Pro Tisch verstecken wir eine ganze Mandel in einer der Portionen, wer die Mandel findet, darf das Geschenk auspacken, welches den ganzen Nachmittag über auf dem Tisch liegt. Und zwischendurch darf natürlich der Aquavit nicht fehlen!“

Brian Bojsen – Surf and Turf Burger
SPEZIALITÄT des Hauses: Brians „Surf & Turf Burger“ 

Habt ihr in Dänemark genauso Weihnachten gefeiert?

„Ja, genauso haben meine Familie und ich in Dänemark Weihnachten gefeiert. Am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag ging es zu meiner Oma, wo zum einen die Reste vom Gänsebraten aufgetischt wurden, aber eben auch die für den Julefrokost typischen Gerichte. Um 12 Uhr starteten wir mit dem Essen und um 20 Uhr saßen unsere Eltern und Großeltern immer noch am Tisch, während wir Kinder mit unseren Geschenken gespielt haben.“

„Meine Frau kocht auch sehr viel. Und meine Brüder natürlich! Die Battles enden immer sehr ausgewogen.“

Wie sieht die Weihnachtszeit bei dir zuhause aus?

„Am 23. Dezember ist der Baum geschmückt, und am 24. liegt darunter schon jeweils ein Geschenk für die Kinder. Nachmittags geht’s in die Kirche und danach in die Küche. Meistens gibt’s bei uns ganz klassisch Ente oder Gans mit süßen Kartoffeln und Rotkohl. Danach legen wir alle Geschenke unter den Baum, tanzen um ihn herum und singen Weihnachtslieder. Das endet oft mit einer Polonaise durch das ganze Haus. Nachdem wir dann Kaffee getrunken und etwas Süßes gegessen haben, beginnt die Bescherung: Ein Familienmitglied packt ein Geschenk aus und überreicht danach selber ein Geschenk. Das kann schon mal einige Stunden dauern.“

Julefrokost und das Tanzen um den Baum sind also dänische Traditionen, die du mit nach Deutschland gebracht hast?

„Genau. Um den Weihnachtsbaum zu tanzen, kannten meine Frau und meine Freunde vorher nicht. In Dänemark ist das ganz normal.“

Verrätst du uns deine aktuellen Lieblingssongs?

„Mein absoluter Lieblingssong ist ‚The Weekend‘ von meinem Sohn Jaden Bojsen. Früher war er in einer Boyband, jetzt ist er solo als DJ unterwegs und macht alleine Musik.“

5 Lieblingssongs von Brian Bojsen:

Kochen denn auch andere Mitglieder deiner Familie?

„Meine Frau kocht auch sehr viel. Und meine Brüder natürlich! Wir haben das Kochen von unserer Mutter und Großmutter gelernt. Zwischen mir und meinen Brüdern entstehen immer wieder kleine „Koch-Battles“: Wer macht den besten Burger? Wer backt den leckersten Cheesecake? Ich gewinne natürlich immer! (lacht) Nein, Quatsch, die Battles enden immer sehr ausgewogen.“

Ihr seid also eine kulinarische Familie…

„Auf jeden Fall. Aber das ist eben auch hygge: eine gute Flasche Wein trinken, gemeinsam kochen und dann essen. Zur Vorbereitung des Julefrokost standen wir in Dänemark stundenlang zusammen in der Küche und haben mitgeholfen, daher kommt auch unsere Leidenschaft fürs Kochen.“

Du wirst häufig als „der verrückte Däne“ bezeichnet. Woher kommt dieser Spitzname?

„Ich glaube, es liegt daran, dass ich anders koche als die Meisten und für jede Schandtat zu haben bin. Egal ob Fallschirmspringen, surfen oder nach Hummern tauchen in Dänemark: Ich mache jeden Quatsch mit.“


Und wenn du nicht gerade Hummer fängst, in deinem Restaurant kochst oder surfst, wo findet man dich dann?

„Ich mache mittlerweile viel Fernsehen. Ab nächstem Jahr gibt es außerdem eine eigene Doku-Reihe mit mir, in der ich quer durch Europa fahre. Diese Projekte werden immer mehr und sind super spannend! Außerdem bin ich momentan als Berater für ein neues Hotel mit eigenem Restaurant tätig, dass im April im Europa-Park eröffnet wird. Privat bin ich viel mit meiner Familie unterwegs. Wir sind oft gemeinsam in Amerika oder machen etwas anderes Verrücktes zusammen.“

Mit wem würdest du dich gerne mal auf ‘ne Coke treffen?

„Mit dem Weihnachtsmann, mit dem würde ich gerne mal ‘ne Coke trinken und fragen, warum ich keine Geschenke mehr von ihm bekomme. (lacht) Und ich würde gerne einen richtig leckeren Braten für ihn machen.“

Wer sich einmal selbst an dänischer Küche versuchen möchte, findet Anregungen in Brians Kochbuch „Lækker! Die skandinavische Küche des verrückten Dänen“.

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