Du glaubst, Coca-Cola macht nur Coca-Cola? Dann schau mal wieder ins Getränkeregal! Weltweit produziert das Unternehmen Coca-Cola rund 3.500 Getränke, allein in Deutschland verkaufen wir rund 80 verschiedene Produkte. Sie schmecken aufregend erfrischend. Und enthalten Zutaten, die du vielleicht nicht bei Coca-Cola vermutet hättest. Hier stellen sie sich vor.

DU BRAUCHST MUT, wenn du in der Natur an meinen glänzend schwarzen, süßen Früchtchen naschen möchtest. Viele kleine, spitze Stacheln bedecken die langen Triebe meiner wilden Klettersträucher, die in üppigen Bögen bis zu drei Meter hoch werden und – wenn man mich lässt – zu einem undurchdringlichem Gebüsch wachsen können.

Hummel auf Brombeerblüte
IMMER einen Besuch wert: Hummel auf Brombeerblüte

Meine Verwandtschaft zu den Rosengewächsen ist nicht zu übersehen. Doch nicht nur als Fressschutz dienen meine Stacheln. Sie nutzen mir als Kletterhilfe. Auf diese Weise bahne ich mir so ziemlich überall auf der Welt meinen Weg. So mancher Bauer wusste diese Stärke auch für sich zu nutzen und pflanzte mich als natürlichen Grenzzaun. So artete ich in einigen Gegenden, zum Beispiel in Australien, sogar zu einer Plage aus. Ja, ganz richtig: Ich mache, was ich will und lasse mich ganz bestimmt durch niemanden bändigen!

Jedes einzelne Kügelchen meiner zwei bis drei Zentimeter großen Frucht hat einen Samen.

Doch Spaß beiseite: Kaum jemand weiß, dass meine Sträucher als Nahrungsquelle für viele früchtefressende Vögel dienen. Amseln, Stare und Grasmücken haben mich zum Fressen gern, verbreiten meine Samen und sorgen dafür, dass ich mich weiterhin prächtig vermehre. Überhaupt werde ich das ganze Jahr über von vielen Kleintieren und Insekten besucht. Die Radnetz- und Jagdspinne, deren glänzende Webkunst ihr an meinen Zweigen bewundern könnt, viele Schneckenarten, Marienkäfer, Schwebfliegen und Wildbienen werden magisch von mir angezogen.

Brombeerhecke
RASANTES Wachstum: Brombeerhecke

Schon die Indigenen Völker liebten meine ungezähmte Kraft und wussten meine Vielseitigkeit zu schätzen: Ob roh oder gekocht, als Sud, um Augenentzündungen zu lindern, oder um das Haar und Textilien zu färben. Die Blätter halfen bei vielen Leiden und ein Sirup aus meinen Früchten beruhigte allerhand Magenverstimmungen.

Viele meiner Sorten sind nach Indigenen Völkern benannt: „Navaho“, „Cherokee“ oder „Apache“.

Doch keine Angst – ihr müsst nicht in die Wildnis ziehen, um mich zu genießen. Es gibt hierzulande viele komfortable Plätzchen, an denen ihr mich pflücken könnt, sowie stachelfreie Kultursorten, die ihr in eurem Garten anbauen könnt. Ob wild oder gezähmt – es gibt weltweit Tausende meiner Sorten. Allein in Europa sind über 2.000 bekannt. Lustigerweise sind viele tatsächlich nach Indigenen Völkern benannt: „Navaho“, „Cherokee“ oder „Apache“, um nur einige zu nennen.

Brombeeren in Eis und Cocktail
ZUM VERNASCHEN: Brombeer-Eis und -Cocktail

Die ersten Leckermäulchen, die mich hier auf unserem Kontinent nachweisbar liebten, lebten bereits zur Zeit der Jäger und Sammler. Meine kleinen Steinchen wurden in menschlichen Überresten von vor über 2.500 Jahren gefunden. Die alten Griechen und Römer erkannten rasch meine medizinischen Talente und wie die Indianer tranken auch sie meinen Saft und brauten meine Blätter zu Tinkturen wegen meiner entzündungshemmenden, magenberuhigenden Wirkung. Die Menschen der Antike kauten Brombeerblätter gegen Zahnfleischentzündungen und tranken meinen Tee gegen Durchfall. Im Mittelalter dann wurde ein weiteres meiner Talente entdeckt: Die Farbpigmente meines Saftes wurden für leuchtende Handschriftenillustrationen verwendet.

Genau genommen sind meine köstlichen Früchte gar keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte. Jedes einzelne Kügelchen meiner zwei bis drei Zentimeter großen Frucht hat einen Samen. Ihr habt beim Draufbeißen bestimmt schon mal Bekanntschaft damit gemacht habt. Von August bis September, manchmal sogar bis Oktober kann ich – vorsichtig – per Hand geerntet werden. Morgens gepflückt bin ich übrigens am saftigsten. Dann habe ich mich schön mit Tauwasser vollgesogen.

Brombeere
HIGH TECH aus der Natur: Die Brombeere war Vorbild für eines der ersten Smartphones

Ob ihr es glaubt oder nicht: Ich bin auch ein High Tech Pionier! Ich inspirierte die Menschheit zu einem der ersten Smartphones überhaupt. 1999 brachte das kanadische Unternehmen RIM ein Smartphone mit dem Namen „Blackberry“ heraus. Und das, weil die vielen kleinen schwarzen Tasten des Telefons die Entwickler an die kleinen Kügelchen meiner Frucht erinnerten.

Doch zurück zu den sinnlichen Genüssen: Ob als Saft, Kompott, Obstwein, Marmelade, Gelee, frisch zu Eis oder Jogurt, oder als Brombeertorte – ihr könnt mich zu unzähligen Köstlichkeiten verarbeiten.

Herrlich schmecken meine Früchte auch auf einem würzigen Rucola-Salat mit frischem, mildem, leicht erwärmtem Schafs- oder Ziegenkäse. Eine Marinade aus feinem Essig, etwas scharfem Senf, Olivenöl, Salz und Pfeffer – für diesen Gaumenhimmel lasse ich mich gerne von Zeit zu Zeit zähmen.

Du findest mich als Brombeersaft-Konzentrat in ViO BiO leicht Apfel-Brombeere.