PÜNKTLICHE SUPERSTARS sind schwer zu finden. Doch Robbie Williams zählt zu dieser seltenen Spezies! Auf die Minute klingelt das Smartphone zur verabredeten Zeit und der Entertainer meldet sich mit seiner unverwechselbaren Stimme. Er ist an diesem Nachmittag in London unterwegs und schlendert während des Interviews durch den Stadtteil Knightsbridge, wie er erzählt.

Seine Karriere startete er als Mitglied der Boygroup „Take That“. Mit der bekanntesten Teenie-Band der Neunzigerjahre landete Robbie Williams Hits wie „Could It Be Magic“ oder „Back For Good“, bis er 1995 seinen Ausstieg verkündete und damit Millionen weibliche Fans in eine tiefe Sinnkrise stürzte.

Als Solokünstler wurde der heute 45-jährige Brite, der auch immer wieder mit Abstürzen und Entzügen Schlagzeilen machte, ein begnadeter Live-Entertainer. Viele Jahre galt er als einer der größten Popstars der Welt. Zuletzt wurde es ruhiger um ihn; heute lebt er mit Ehefrau Ayda Field und den drei Kindern in Los Angeles und London.

Jetzt hat Robbie Williams mit „The Christmas Present“ sein erstes Weihnachtsalbum veröffentlicht, das Duette unter anderem mit Helene Fischer, Jamie Cullum und Rod Stewart enthält.


Coca-Cola Classic, Coca-Cola light taste oder Coke Zero Sugar?

„Stilles Wasser ist mir lieber!“

Neben Stars wie Rod Stewart oder Bryan Adams singst du auch mit Helene Fischer ein Weihnachtsduett. Wann habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

„Das war bei der Bambi-Verleihung 2013 in Berlin. Seitdem ist Helene nie von meinem Radar verschwunden. Und als ich Anfang des Jahres mit der Konzeption des Albums anfing, wollte ich sie unbedingt bei meiner Cover-Version von „Santa Baby“ dabeihaben. Dafür ist sie extra nach London geflogen. Ich verehre Helene als sehr talentierte Sängerin – und ich liebe Deutschland! Somit war sie einfach die perfekte Wahl. Aber ich mag Helene auch privat. In ihrer Gesellschaft fühle ich mich immer extrem wohl.“

Robbie Williams und Helene Fischer „Santa Baby“:


Am Ende des neuen Songs „Home“ ist auch deine siebenjährige Tochter Theodora zu hören. Wie kam es dazu?

„In unserem Haus in Los Angeles habe ich mir ein Tonstudio eingerichtet. Und wenn Teddy aus der Schule nach Hause kommt, schaut sie dort oft vorbei. Nicht, weil sie Daddys Musik so toll findet, da stehen Beyoncé und Billie Eilish viel höher im Kurs. Aber sie hängt halt gerne mit ihrem Daddy ab und so habe ich sie irgendwann gefragt, ob sie Lust hat, bei einem Lied mitzusingen. Ich finde, dass Teddy wirklich eine tolle Gesangsstimme hat. Sie ist so viel talentierter, als ich es in ihrem Alter war. Wenn sie auch noch meine Show-Gene geerbt hat, werden wir in Zukunft noch eine Menge von ihr hören.“

Weihnachten bei Familie Williams: „Time For Change“


Wollten deine Frau und Theodoras Geschwister danach nicht auch noch ein Liedchen mitsingen?

„Teddy ist die Einzige in meiner Familie, die wirklich singen kann. Außer mir natürlich! Wobei: Unser Nesthäkchen Coco ist noch viel zu klein, um das beurteilen zu können… Aber ich gebe zu: Meine Liebste wollte es auch mal versuchen. Der fertige Track hat es dann aber nicht aufs Album geschafft. Muss ich noch mehr zu dem Thema sagen? Sorry, Ayda-Schatz!“ (lacht)

Warum Robbie Shopping nicht besonders mag:


Hast du einen Tipp, wie es zur Weihnachtszeit in der Familie friedlich bleibt?

„Ganz einfach: Lade dir keine Idioten nach Hause ein!“

Leider gibt es die zuweilen auch innerhalb der engsten Verwandtschaft.

„Auch wieder richtig. Die musst du dann eben so schnell wie möglich mit Alkohol abfüllen (lacht). Aber mal im Ernst: Wenn wir uns von der Vorstellung lösen, dass die Weihnachtstage von Anfang bis Ende perfekt und harmonisch ablaufen müssen, nimmt das automatisch viel Druck weg – und somit auch Konfliktpotenzial. Also Leute, macht euch locker, schraubt eure Erwartungshaltungen etwas herunter und genießt einfach!“

Wer Kinder hat, begreift sehr schnell, dass es den Weihnachtsmann wirklich gibt.


Wann startest du mit dem Einkauf der Weihnachtsgeschenke?

„Wie die meisten Männer bin ich sehr gerne auf den letzten Drücker unterwegs. Damit mache ich mir zwar selbst vermeidbaren Stress. Aber irgendwie bekomme ich es einfach nicht rechtzeitig auf die Reihe. Zum Glück hat es am Ende immer gereicht, meine Frau happy zu machen. Ansonsten kann ich mich bei dem Thema ganz entspannt zurücklehnen.“

Lyric Video: „Let's Not Go Shopping”


Warum?

„Weil sich Ayda um den Rest kümmert. Sie kauft alle Geschenke für die Kids, die Familie und sehr enge Freunde. Im Grunde schmeißt sie die Weihnachtstage ganz alleine. Aber nicht, weil sie es muss, sondern weil sie einfach Lust auf die ganze Organisation hat. Das liegt ihr einfach im Blut. Aus meiner Frau wäre auch eine großartige Wedding-Planerin geworden. Mir ist das nur Recht, denn so kann ich den Macho raushängen lassen und mich von vorne bis hinten bedienen lassen.“ (lacht)

Lyric Video: „Rudolph”


Welches Geschenk hat dich als Junge ganz besonders begeistert?

„Ich bin ein typisches Kind der Achtzigerjahre – und in diesem Jahrzehnt warst du erst dann richtig cool, wenn du auf einem BMX-Rad zur Schule gefahren bist. Als meine Mutter zur Bescherung – da muss ich ungefähr neun Jahre alt gewesen – so ein Gefährt ins Wohnzimmer schob, habe ich vor Glück erst mal geheult.“

Take That: “Back For Good”


Was genießt du in der festlichen Zeit am meisten?

„Dass es von allem viel zu viel gibt: Dekoration, Lichter, Essen, Alkohol, Geschenke, kitschige Filme im Fernsehen. Das alles garniert mit viel Schlaf. Herrlich!“

Truthahn? Ich esse ein Anstandsstück, um den Familienfrieden zu wahren.

Welche Rolle spielt die Weihnachtsdeko?

„Unser Haus ist in der Weihnachtszeit derart extrem mit blinkenden Lichterketten geschmückt, jeder Rummelplatz ist ein Dreck dagegen. Alles ist komplett erleuchtet! Ayda übertreibt es in meinen Augen zwar zuweilen – aber sie ist eben eine typische Amerikanerin. Die Kids fahren total darauf ab, was das Wichtigste ist. Ich dagegen bekomme während der Weihnachtszeit jedes Jahr noch mehr graue Haare, wenn ich an die nächste Stromrechnung denke und daran, wie sehr diese Lichterfestspiele unsere CO2-Bilanz vermiesen.“ (lacht)

Die letzte Single von Take That: „How Deep is Your Love” (1996)


Apropos CO2-Bilanz: Kannst du dir vorstellen, auch mal ein vegetarisches oder gar veganes Weihnachtsmenü zu genießen?

„Da ich aus gesundheitlichen und ethischen Gründen schon seit Jahren fast gar kein Fleisch mehr esse, kann ich mir das persönlich sehr gut vorstellen. Aber ein Weihnachtsessen ohne Truthahn? Da würde Ayda mich sofort für verrückt erklären. Der gehört für sie einfach dazu und da lässt sie auch nicht mit sich verhandeln. Also esse ich ein Anstandsstück, um den Familienfrieden zu wahren. Aber ganz ehrlich: Ich würde es auch nicht wirklich vermissen. Wenn das mit der Erderwärmung so weitergeht, wird Fleischkonsum vielleicht irgendwann mal ganz verboten und das neue Kokain. Und wenn du ein Steak essen willst, brauchst du erst mal einen guten Dealer.“ (lacht)

Robbie Williams: „Angels“ (1997):


Gibst du für deinen Nachwuchs auch den Weihnachtsmann?

„Aber natürlich! Und bisher habe ich offenbar einen guten Job gemacht. Ich konnte schon immer gut schauspielern und meine Stimme stark verstellen.“

Robbie Williams – The Christmas Present

Bislang hat also noch keines der Kids Verdacht geschöpft?

„Teddy kommt mit ihren sieben Jahren langsam in ein Alter, in dem sie zunehmend Fragen stellt – und deshalb befürchte ich, dass sie dieses Jahr zum ersten Mal misstrauisch werden könnte. Aber ich werde mein Bestes geben. Mal sehen, vielleicht müssen wir 2020 einen Miet-Weihnachtsmann buchen.“

Robbie Williams und Nicole Kidman: „Somethin‘ Stupid“ (2001):


Wann wurde dir eigentlich zum ersten Mal klar, dass der Weihnachtsmann gar nicht existiert?

„Da war ich ungefähr sieben Jahre alt. Und ich weiß noch, dass mich diese Erkenntnis ziemlich traurig gemacht und irgendwie auch verängstigt hat. Aber ich sage dir mal was: Seit ich selbst Papa bin, habe ich festgestellt, dass der Weihnachtsmann eben doch existiert. Wer Kinder hat, begreift sehr schnell, wie lebendig der Geist von Weihnachten ist.“

Behind the scenes: Robbie Williams im Studio mit Jamie Cullum


Was nervt dich am Fest?

„Dass mich der ganze Spaß immer viel zu viel Geld kostet.“

Gab es in der Vergangenheit schon mal lustige oder peinlich Pannen?

„Meine Schwiegermutter verträgt Alkohol nicht so und gut ist deshalb ziemlich schnell volltrunken. Auf jeden Fall hat sie immer eine Menge Spaß!“ (lacht)

Unschlagbar: Robbie Williams und Tyson Fury


Wie ist deine Stimmung zwischen den Jahren? Bist du nachdenklich, optimistisch oder ganz entspannt?

„Manchmal werde ich ein bisschen melancholisch und denke mir: Verdammt, schon wieder ein Jahr rum! Werde ich im kommenden Februar wirklich schon 46? Wo bleibt nur die Zeit? Aber dieses Gefühl hält nur kurz und am Ende überwiegt die Freude. Darüber, dass es meiner Familie und mir so unglaublich gut geht und wir alle Möglichkeiten haben, unseren Kindern unvergessliche Weihnachten bieten zu können.“

Mit wem würdest du dich gerne mal auf eine Coke treffen?

„Auf jeden Fall mit Jürgen Klopp! Weil er für mich nicht nur der beste Fußballtrainer aller Zeiten, sondern auch generell ein verdammt cooler Kerl ist.“

Robbie Williams‘ Album „The Christmas Present“ ist gerade erschienen.

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