NESSI EMPFÄNGT uns in ihrer Altbau-Wohnung in Berlin-Friedrichshain. Hier tobt das Leben. Jeden Abend trinken, essen und feiern in der Ecke Berliner und Touristen bis in den nächsten Morgen. Nessi wohnt im Seitenflügel, hat ihre Ruhe. Die 29-jährige Musikerin lebt seit zehn Jahren in Berlin, aufgewachsen ist sie in Hamburg. Als Vanessa Schulz.

Ihren Gute-Laune-Knaller „Shake Shake“ hören wir derzeit im aktuellen Spot für Coca-Cola light. Lebensfreude und Leichtigkeit - das vermittelt Nessis eingängiger Sommersong. Dafür steht auch Coke light. Passt also!

Vor drei Jahren veröffentlicht Nessi ihr Debütalbum „Rolling With the Punches“, hat einen Gastauftritt bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und tritt im Vorprogramm von Pete Doherty auf. Danach konzentriert sie sich darauf, Songs für andere zu schreiben. Außerdem ist sie als Background-Sängerin auf dem Album von Rea Garvey zu hören. Mit „Shake Shake“ meldet sich Nessi nun fulminant zurück.

Die Sängerin mit dem schwarzen Pagen-Schnitt („Das ist KEINE Perücke”) hat sich im Wohnzimmer ein kleines Studio eingerichtet – inklusive weißem Klavier, Gitarren, Computer und Schallschutz an der Wand. Im Flur steht – typisch Berlin – ihr Fahrrad. Am Küchentisch unterhalten wir uns über die Leichtigkeit des Lebens, ihre Probleme in der Schule und ihren Nebenjob als Tankwartin.


Coca-Cola Classic, Coca-Cola light oder Coke Zero Sugar?

„Schon immer Coca-Cola light. Ich bin Supporter der ersten Stunde.”

Und die Werbespots?

„An den Fensterputzer-Spot erinnere ich mich auch noch sehr gut, ja.“

Und heute hören wir dich im Coke light Spot. Warum passt dein Song so gut dazu?

„Beide spiegeln die Leichtigkeit des Lebens wider. Coke light trägt es ja schon im Namen. Du siehst im Spot coole Leute. Im Swimmingpool. Im Flugzeug. Das passt einfach alles perfekt.“

Nessi: „Shake Shake“:

Wie hast du davon erfahren, dass dein Song in den Spots laufen wird?

„Ich habe meiner Schwester im tiefsten Kansas in den USA beim Umzug geholfen, als ich den Anruf bekam. Ich dachte: Was? Oh mein Gott! Wir haben alle einen Freudentanz gemacht und ich sagte zu meiner Schwester: Es ist jetzt 11 Uhr. Wir kaufen uns erstmal eine Flasche Sekt.“

Apropos Leichtigkeit und gute Laune. Wie leicht oder ernst nimmst du das Leben?

„Viele Dinge nehme ich sehr ernst. Man wird ja erwachsener und übernimmt Verantwortung. Aber ich rege mich nicht mehr so schnell auf. Das ist die Energie nicht wert. Auch mit negativen Kommentaren oder Menschen beschäftige ich mich nicht mehr.“

4 Fragen, 4 Entscheidungen:

Was in Zeiten von Social Media nicht wirklich einfach ist...

„Es ist halt so einfach, überall herumzutrollen und unter jedes Video einen blöden Kommentar zu schreiben. Aber am Ende des Tages sollte man bedenken, dass jeder Mensch sein Päckchen zu tragen hat. Das vergessen Leute ganz oft. Nur weil jemand 'ne krasse Karre fährt oder teure Klamotten trägt, heißt das nicht, dass da alles okay ist. Jeder hat sein eigenes Schicksal. Deshalb, auch wenn es cheesy klingt: Nettsein ist cool.“

Hier verrät Nessi, was sie im Kühlschrank hat, warum sie gerne Single ist und welches ihre fünf Lieblingssongs sind:


Wie leicht nimmt man das Leben als junge Musikerin?

„Das ist nicht immer einfach. Ich mache schon lange Musik und habe nebenbei immer gearbeitet oder eine Ausbildung gemacht. Tagsüber Callcenter, am Wochenende im Club. Heute frage ich mich auch, wie ich das geschafft habe. Aber ich wollte mir immer einen gewissen Lebensstandard bewahren, und dafür muss man halt arbeiten. Es ist nicht immer einfach, aber das geht ja jedem von uns so.“

5 Lieblingssongs von Nessi:


Du hast viele Nebenjobs gehabt. Was war der interessanteste?

„Ich habe mal an einer Tankstelle gearbeitet. Schön die Wischeimer auffüllen, Preistafeln ändern und Brötchen aufbacken. Irgendwie auch geil, dass ich mal Tankwartin war.“

Wie schwer ist das, von diesen Umwegen im Leben wieder auf die Zielgerade Musik abzubiegen?

„Ich bin jemand, der es sich selbst gerne beweisen will. Ich habe ein Ziel gehabt. Ich habe meiner Mama mit fünf oder sechs Jahren gesagt: Ich will Sängerin oder Model werden. Fürs Modeln bin ich zu klein und zu unförmig. Darum wollte ich Sängerin werden. Meine Familie hat auch immer hinter mir gestanden und jede verrückte Idee unterstützt. Darum freut die sich jetzt auch total und ist ultrastolz.“

„Ich sagte zu meiner Schwester: Es ist jetzt 11 Uhr. Wir kaufen uns erstmal eine Flasche Sekt.“

Du bist ja schon mit jungen Jahren deinen eigenen Weg gegangen, hast kurz vor dem Abitur die Schule geschmissen...

„Ich war einfach während meiner ganzen Schullaufbahn so gelangweilt. Ich hatte sogar in Musik eine Fünf. Nur Sprachen haben mir Spaß gemacht. Ich war sehr trotzig und schon immer praktisch veranlagt. Viele Leute sind analytisch und schreiben Dinge auf, ich mache halt einfach. Und damals wollte ich lieber arbeiten und Musik machen. Und darum habe ich das gemacht.“

Gleich voll ins Risiko...

„Total. Aber ich glaube an den Spruch: Life begins at the end of your comfort zone. Wenn du dich nie traust, irgendetwas zu wagen, bleibst du vielleicht dein ganzes Leben lang unglücklich. Das Schlimmste wäre, wenn es schief geht. Dann kannst du aber immer noch etwas Anderes machen. Wir sollten nicht vergessen: Wir haben nur ein Leben und sollten das Beste daraus machen.“

Nessi - Selfie
COOL im Hinterhaus: Nessis Selfie 

Was war das letzte Verrückte, das du gemacht hast?

„Was ist verrückt? Verrückt ist es für mich schon, dass ich Musik machen kann und im neuen Coca-Cola light Spot zu hören bin. Das ist das letzte Verrückte, das mir in den vergangenen Wochen passiert ist. Ansonsten habe ich viele verrückte Abende mit meinen Freunden. Aber ich gehe nicht alle zwei Wochen Fallschirmspringen oder auf wilde Partys.“

Du hast deine Begeisterung für Sprachen schon angesprochen. Du bist ausgebildete Fremdsprachen-Assistentin. Wie viele Sprachen kannst du?

„Ich spreche fließend Deutsch und Englisch und war sehr gut in Französisch und Spanisch. Aber du musst es anwenden, sonst vergisst du es. Im Moment lerne ich wieder etwas Spanisch. Polnisch würde ich noch gerne lernen. Meine Mama kommt aus Polen. Aber die Sprache ist echt schwer.“

Deine Songs singst du auf Englisch. Hattest du schon mal vor, Lieder in anderen Sprachen zu singen?

„Man sollte die Sprache schon richtig verstehen. In meiner ersten Band habe ich Lieder auf Deutsch gesungen und habe auch ab und an mal für andere Künstler auf Deutsch geschrieben. Aber wortgewandter bin ich im Englischen.“

2014/15 hast du dein erstes Album veröffentlicht und bist viel aufgetreten. Danach hast du dich auf das Songwriting konzentriert. War es schwer für dich, aus dem Rampenlicht zu treten?

„Na ja. Ich bin damals in eine kleine, private Lebenskrise gestürzt und dachte, dass meine Rolle gar nicht auf der Bühne ist. Ich wollte dann nur noch für andere schreiben. Auch bei „Shake Shake“ stand zur Debatte, dass ein anderer Künstler den Song singt. Aber ich dachte dann: Nein, einmal versuche ich es noch. Das Lied ist wie ein Befreiungsschlag.“

Nessi: „Rolling With The Punches“

Welche Songs schreiben sich für dich einfacher: Pop, Schlager, Hip-Hop?

„Das kommt immer darauf an. Deutsche Popmusik klingt oft nach Schlager. Mein Ding ist amerikanische Popmusik oder die Richtung Indie, Akustik. Vielleicht schreibe ich auch mal einen Rap. Wer weiß.“

„Ich habe einen tollen Freundeskreis, aber du musst dich auch selbst ein bisschen cool finden.“

Wie hat sich die Arbeit als Songwriterin auf deine Musik ausgewirkt?

„Ich glaube, der ganze Prozess bringt viel. Leute kennenlernen, mit ihnen arbeiten. Mir ist bewusst geworden, dass du dich auf niemanden verlassen darfst, außer auf dich selbst. Ich habe einen tollen Freundeskreis und tolle Menschen, die mich beraten. Aber am Ende des Tages bist du diejenige, die dir am nächsten steht. Das darf man nicht vergessen. Du musst dich auch selbst ein bisschen cool finden.“

Das heißt aber, du erlebst auch Enttäuschungen in dem Geschäft...

„Total. Es gibt richtig aufrichtige und loyale Menschen. Andere sind nur am Start, wenn du gut im Geschäft bist. Sonst bist du nicht mehr relevant für sie. Das finde ich traurig, weil es viel über den Charakter eines Menschen aussagt. Aber das muss man auch akzeptieren.“

„Shake Shake“ ist seit langer Zeit deine erste Single. Wie hat sich der Sound verändert?

„Ich mache jetzt nur das, worauf ich Lust habe. Das war zum Teil auch vorher schon so. Aber manchmal will man etwas sein, was man gut findet, aber selbst gar nicht wirklich ist. Ich finde meine bisherigen Platten trotzdem nach wie vor toll. Aber ich liebe Popmusik und will das jetzt machen. Und wenn ich als nächstes eine Jazz-Platte machen will, dann mache ich das, weil ich da Lust drauf habe.“

Nessi: „Just A Line“

Du bist im Vorprogramm von Pete Doherty, Erasure, Jessie J oder Take That aufgetreten. Lernt man diese Künstler eigentlich auch privat kennen auf Tour?

„Das kommt wirklich auf den Künstler an. Man sieht sie auf jeden Fall mal zwischendurch. Manche sind freundlicher, manche eher nicht so. Ich habe aber eigentlich bisher nur positive Erfahrungen gemacht.“

Und Take That war so etwas wie ein Jugendtraum?

„Das war total verrückt. Die erste Show war in Hamburg und plötzlich kamen Mark Owen und sein Manager in unseren Backstage-Raum, als mein Gitarrist und ich geprobt haben. Er meinte, dass es sehr gut klinge und er sich nur mal vorstellen wolle. Total freundliche Typen und eine tolle Erfahrung.“

Mit welchem Künstler würdest du gerne mal auf Tour gehen?

„Mit Adele. Die ist auf der Bühne so witzig und dazu noch diese fantastische Stimme. Ansonsten sind alle Shows eine Schulung, ob da fünf Leute stehen oder 5000.“

Mit wem würdest du dich gern auf 'ne Coke treffen?

„Da gibt es mehrere. Ich würde mich gerne mit Tom Hardy auf eine Coke treffen, ein wahnsinnig toller Schauspieler. Dann mit Nick Cave. Krasser Typ. Eine der besten Liveshows, die ich seit Langem gesehen habe. Und so jemanden wie Patti Smith würde ich auch gerne mal kennenlernen. Aber hey. Was nicht ist, kann ja noch werden.“

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