ER IST DURCHGEFROREN und aufgekratzt zugleich. CrispyRob kommt gerade vom Offroad-Fahren mit CokeTV. Stundenlang ist er zusammen mit YouTuberin Kiko in einem Jeep durch Wald, Wiese und Matsch gebrettert. Das Ganze war eine Aufgabe aus der Bucket-List. Die Bucket-List funktioniert so: Fans reichen ihre Fragen und Aufgaben ein, die Ideen landen in einem Eimer und werden von den Moderatoren bei CokeTV gezogen und umgesetzt.

Fast immer, wenn es bei den Aufgaben schnell und spannend wird, ist CrispyRob der YouTuber der Stunde. Ein Gespräch über Adrenalin, Mozzarella und Herausforderungen vor und hinter der Kamera.

Coca-Cola, Coke light oder Coke Zero Sugar?
„Auf jeden Fall Coke Classic. Coca-Cola hat mich mein Leben lang begleitet. Bei uns zuhause gab es immer Coca-Cola. Wenn ich eine Coke trinke, will ich genau das gleiche schmecken wie vor 15 Jahren. Coke aus der Glasflasche, kalt. Perfekt.“

Wie war die Fahrt?
Superlustig. Eine total sandige, matschige Strecke auf einem Trainingsgelände bei Berlin, bei minus vier Grad und Schnee.“

„Wann habe ich sonst die Möglichkeit, mal eben auf 4.000 Meter Höhe aus einem Flugzeug zu springen?“

Du bekommst bei CokeTV immer die Aufgaben, bei denen es schnell und gefährlich wird…
Ich habe auch schon am ersten Tag gesagt, dass ich bereit bin, all die verrückten Sachen zu machen. Ich habe mich entschieden, auf volle Pulle zu gehen. Erstens bin ich Adrenalin-Fan und zweitens bekommt man solche Gelegenheiten nicht so oft im Leben. Wann habe ich sonst die Möglichkeit, mal eben auf 4.000 Meter Höhe aus einem Flugzeug zu springen? Das war eine Wahnsinnserfahrung.“

Schon mal bereut?
Überhaupt nicht. Immer einfach machen und bloß nicht zu lange überlegen.“

Nicole und CrispyRob 4.000 Meter über der Erde:

Kannst du eigentlich Nein sagen?
Schon, beispielsweise, wenn es zu gefährlich ist. Der Künstler hat immer das letzte Wort. Ich kann gut verstehen, dass jemand nicht aus dem Flugzeug springen will, wenn er krass Höhenangst hat.“

Die Aufgaben kommen von den Fans. Aber sie passen zu dir – oder?
Tatsächlich sind es fast immer Sachen, die ich eh irgendwann gemacht hätte. Ich habe unheimliches Glück, dass ich das bei CokeTV machen kann. Bis man alles selbst gebucht und entschieden hat, ist das schon ein Act. Hier weiß ich: Das ist vorbereitet, es ist sicher, ich muss nur machen. Also los.“

Was war dein extremstes Erlebnis?
„Beim Tandemsprung war ich sehr aufgeregt. Da hat auch meine Mama gesagt, das sei zu gefährlich. Aber ich wollte es unbedingt. Das ist eine Erfahrung, die kann man sich überhaupt nicht vorstellen. Es ist unglaublich, was der Adrenalinschub mit dem Körper macht. Das sind Gefühle, die du noch nie so gespürt hast. Du bist eine Minute im freien Fall und siehst in dem Augenblick unsere schöne Erde. Die Farben waren an dem Tag unglaublich intensiv.“

„Als CrispyRob mache ich alles, was ich als Robert gerne machen würde.“

Prägen dich diese Erlebnisse?
„Das sind Momente, in denen du dich selbst besser kennenlernst. Man denkt immer, man kann sich einschätzen und kennt sein Limit. Aber nach so einem Sprung denkst du über viele Dinge anders.“

Hast du bei CokeTV Überraschungen erlebt?
Das Jahr 2017 mit CokeTV war insgesamt eine Challenge für mich. Das hat mich sehr verändert. Zum Beispiel das Moderieren. Ich bin ja sonst YouTuber und nicht Moderator. Bei CokeTV komme ich mehr und mehr in die Moderatorenrolle. Das ist ein völlig anderes Arbeiten. In meinem Channel entscheide ich alles selbst. Wenn ich meine Kamera auspacke, dann weiß ich, ich kann das so oft drehen, wie ich will. In die Moderatorenrolle zu springen, war für mich echt eine Herausforderung. Da steht jemand anderes hinter der Kamera. Beim Moderieren bin ich mit der Zeit immer besser geworden. Einfach weil ich mich der Mutprobe gestellt habe. Das bringt mich weiter und macht CrispyRob zu einem besseren CrispyRob.“

Das größte Sandwich der Welt:

Was ist „CrispyRob“ für dich? Künstlername? Alter Ego?
CrispyRob ist zu 100 Prozent Ich. Als CrispyRob lebe ich alles aus und mache mir nicht viele Gedanken. Ich mache wirklich all das, was ich als Robert gerne machen würde. Gezielt natürlich. Du wirst CrispyRob nicht weinen sehen.“

Aber Robert weint schon?
„Privat, ja. Aber als CrispyRob mache ich Entertainment.“

Wie kam CrispyRob in dein Leben?
Der Name kam viel früher als die Karriere. Als ich meinen Instagram-Account eingerichtet habe, musste ich mir einen Namen suchen und CrispyRob war frei. Das klang verrückt und ich hatte ein leichtes Hungergefühl. Ich mag knusprige Sachen. Mein Name ist also aus einem Bauchgefühl heraus entstanden. Zwei Jahre später habe ich mit YouTube angefangen. Das war der Beginn der Ära CrispyRob auf YouTube.“

Du machst ja viele Pranks. Lebt CrispyRob deine Jungenträume aus?
„Ich mache als CrispyRob genau das, was ich mir als Kind immer vorgestellt habe, aber es vielleicht nicht durfte. Oder es nicht so gut hinbekommen hätte.“

Bist du irgendwie noch ein Kind?
„Mir war immer wichtig, dass ich irgendwie Kind bleibe. Das ist das größte Geschenk, das ich haben kann. Es macht mich unendlich glücklich, dass meine Arbeit so aufgebaut ist, dass ich den Traum aller Kinder leben kann. Ich darf als Erwachsener CrispyRob wie ein Kind sein. Und das mache ich auch.“

Die Burg aus Pappe:

Wie entstehen die Ideen?
„Manchmal sitzen wir einfach da und überlegen: Was würden wir jetzt gerne machen, sind aber vielleicht zu alt dafür. Dann sehen wir: Zu alt gibt es nicht. Es gibt niemanden, der uns irgendwelche Grenzen vorschreibt. Ich bin 24 und wenn ich Lust habe, eine Papp-Burg zu bauen, dann baue ich eine Papp-Burg.“

Klingt nach Spaß ...
„Das ist auch das Gefühl, das wir hinterlassen wollen. Wir wollen, dass die Leute Spaß haben und uns nicht zu ernst nehmen. Alles darf ein bisschen verrückt sein. Die Leute sollen uns nicht für eine besonders tolle Produktion bewundern, der Film soll positive Energie vermitteln. Wenn es mir gelingt, Leute zum Lachen zu bringen, habe ich alles richtig gemacht.“

Machen deine Follower die Streiche eigentlich nach?
„Ich glaube, die schauen das an, finden es lustig, machen es aber nicht nach. Das ist auch nicht immer so einfach. So viele Kartons zu bekommen für eine Papp-Burg zum Beispiel. Zwischen dem Gedanken „Ich baue eine Burg“ und dem Moment, in dem ich die Kamera anmache, vergehen 48 Stunden, in denen intensiv gearbeitet wird.“

Streiche ausdenken, kommt das aus deinem Leben? Man fragt sich ja schon: Was hat der Typ mit 10 gemacht? War er der Brave oder der Klassenclown?
„Ich war der brave, osteuropäisch-streng erzogene Junge. Meine Eltern kommen aus Russland. Wenn ich früher die ganze Wohnung voller Seife hätte laufen lassen, hätte ich wahrscheinlich vier Wochen Hausarrest bekommen. Ich war eher ruhig. Nur wenn ich mit meinen Freunden am Wochenende unterwegs war, wurde es auch schon mal verrückter. Vielleicht hole ich jetzt alles nach, was ich damals nicht gemacht habe.“

Über den Wolken mit CrispyRob und Marie:

Kommt es vor, dass dir mal keine Ideen kommen?
„Das hatte ich phasenweise. Bevor ich nach Köln gezogen bin, habe ich mich mal eine Zeit gefragt, was eigentlich werden sollte und habe dann beschlossen erst mal mich selbst besser kennenzulernen. Ich hatte eine kurze Selbstfindungsphase. Heute weiß ich eigentlich immer, wie die nächsten drei Videos aussehen.“

Wo soll es jetzt für dich hingehen?
„Ich schaue mich um und entwickle mich weiter. Vielleicht gehe ich mehr Richtung Moderation oder Schauspiel. Aber egal was ich mache, am Ende führt alles zu CrispyRobs YouTube-Channel. Mein Leben zu filmen und es im Internet zu haben – das finde ich einfach schön. Trotzdem bin ich total offen für alles was kommt.“

Was ist Erfolg?
„Ich will nicht erfolgreich sein für das, was ich mache, sondern für das, was ich bin. Das ist das Wichtigste. Ich möchte, dass ein CrispyRob-Video einfach nur eine Spiegelung meines Ich ist und nicht irgendein Produkt, das an die YouTube-Szene angepasst ist.“

Der größte Mozzarella-Stick der Welt:


Wie geht es weiter mit CrispyRob?
„Ich glaube, da kommt noch was. Mein Ziel ist es, in einen Daily Blog zu gehen. Im Moment produziere ich zwei Videos pro Woche. Daily Rob wäre für mich das größte Experiment. Darauf habe ich richtig Lust und davor habe ich auch richtig Respekt.“

Du spielst demnächst auch in einem Film?
„Ja, der wird jetzt bald gedreht. Heiner Lauterbach spielt die Hauptrolle. Ich spiele eine ganz kleine Rolle. Ich schnuppere ein bisschen rein und sammle Erfahrung.“

„YouTube ist ein 24/7-Job.“

Wir müssen über Ernährung reden. Viele deiner Kollegen leben so gesund. Bei CheasyRob gibt es Chips mit Käse, Sandwich mit Käse und den größten Mozzarella-Stick aller Zeiten. Ist das ein Gegenkonzept?

„Wenn ich Lust habe, einen Riesen-Mozzarella-Stick zu frittieren, dann mache ich das einfach. Irgendwann saß ich da und fragte mich, warum ein Mozzarellastick eigentlich immer nur 30 Gramm wiegen soll und nicht mal zwei Kilo. Das machten wir uns zur Aufgabe, und es war gar nicht so einfach. Der Stick ist beim Aufwärmen auseinandergeflossen. Aber wir haben ihn gegessen und er war lecker. Vielleicht habe ich an dem Tag etwas mehr gegessen als ich sollte. Aber hey, ich bin 24 und fand es in dem Moment cool. Natürlich sollte man sich Gedanken darüber machen was man isst und wie man mit Essen umgeht. Mir ist wichtig, dass wir nicht kiloweise Essen wegwerfen und natürlich versuche ich für mich eine Balance zu finden.“

CrispyRob trainiert mit den FC Bayern Legends:

Du warst früher Breakdancer. Machst du das noch?
„Dafür bräuchte ich mehr Zeit. In meinem Kopf ist es immer noch da. Ich tanze für mich und wenn ich Bock auf eine Trainingsstunde habe, treffe ich mich auch mit den Jungs. Aber Breakdance ist ein ganz schön harter Sport. Da läuft man ständig mit blauen Flecken rum. Früher hatte ich die Zeit dafür. Das bekomme ich heute nicht mehr hin. YouTube ist ein 24/7-Job. Ein Sonntag ist bei mir nicht frei. Der unterscheidet sich nicht wirklich von einem Montag.“

„Nur bei meinen Eltern bin ich wirklich offline.“

Bist du auch mal offline?
„Es fällt mir unheimlich schwer, offline zu sein. Dabei geht es weniger darum, das Handy auszuschalten, sondern eher darum, mal gar nicht an Arbeit zu denken. Ich drehe Videos und ich unterhalte mich darüber, alles dreht sich um den Job. Das ist mein Universum. Nur wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch bin, bin ich wirklich offline. Da steht die Familie im Fokus.“

Wie finden deine Eltern deinen Job?
„Meine Eltern stehen bei allem, was ich mache, zu 100 Prozent hinter mir. Anfangs waren sie skeptisch und konnten mit YouTube nichts anfangen. Aber sie tasten sich an die Social-Media-Welt ran. Sie sehen, dass ich glücklich bin und dass ich davon leben kann.“

Zur Musik: Verrätst du uns fünf deiner Lieblings-Songs?
Das ist schwierig. Ich höre alles mögliche. Manchmal höre ich einen ganzen Abend lang nur Bach und Mozart, um runterzukommen. Beim Training mag ich es rockiger, mit Freunden Hip-Hop-lastiger. Damit bin ich aufgewachsen und dazu habe ich viel getanzt.

Mit wem würdest du dich gerne mal auf eine Coke treffen?
„Ich würd gern mit Casey Neistat eine Coke trinken und mich mit ihm einfach Stunden lang über YouTube unterhalten."
 

Fünf Lieblingssongs von CrispyRob:

1. DJ Tomekk: „Ganxtaville“
„Der Song ist bestimmt 15 Jahre alt. Das war meine Jugend mit Hip-Hop. Das erste Mal cool fühlen. Man ist stolz darauf, wie man ist. Der Anfang einer ganz großen Selbstfindungsphase.“

2. Flipsyde: „Someday“
„Das ist ein unglaublich motivierender, pushender Song. Klassische Gitarrenelemente verbunden mit Hip-Hop. Mein Jogging-Song seit über zehn Jahren.“

3. James Brown: „Papa’s Got A Brand New Bag”
„Auf James Brown haben wir jahrelang getanzt. Das ist einfach eine Ikone. Unglaublich, wie viel positive Energie ein Mensch mit Musik ausstrahlen kann. Jeder, der sich zu James Brown bewegt, lächelt.“

4. Rin: „Bros“
„Der Song beschreibt ganz gut den Vibe, den wir im Sommer hatten. Da bist Du mit deinen Jungs. Du bist nur einmal jung.“

5. Cro: „Unendlichkeit“
„Ich bin ein unglaublich großer Cro-Fan, besonders von seinem neuen Album, weil es pure Kunst ist. Er macht bei diesem Album, was er will und nicht, was gerade in ist.“