Spielplätze sind mit die wichtigsten Orte im Leben kleiner Kinder. Hier lernen sie laufen, klettern, matschen, teilen, streiten, hinfallen, aufstehen, weitermachen – kurz: alles, was sie später im Leben brauchen. Holger Hoffmann, Bundesgeschäftsführer Deutsches Kinderhilfswerk e.V., hat uns verraten, warum Spielplätze so wichtig sind.

1. Es lebe das Chaos! Kinder brauchen auf einem Spielplatz keine rechten Winkel, sondern ein bisschen Chaos. Leitern mit schiefen Sprossen, krumme Baumstämme zum Balancieren, etwas Chaos macht das Klettern spannender. Das Leben der Kinder ist ohnehin schon viel zu durchorganisiert.

2. Elternfreie Zone. Eltern, lasst die Kinder einfach mal spielen. Klettert ihnen nicht hinterher, springt nicht gleich zur Hilfe, wenn das Kind mal ein bisschen tüfteln muss. So lernen die Kinder, was sie sich zutrauen können und was einfach noch nicht geht. Und auch die Eltern lernen etwas sehr Wichtiges: Wenn sie ihre Ängste überwinden und die Kinder einfach mal machen lassen, dann sehen sie, was beim Nachwuchs doch alles schon geht.

3. Das Recht auf die eigene Beule. Kind klettert, rutscht aus, schon ist es passiert. Auf der Stirn wächst eine Beule. Hätten die Eltern nicht doch lieber festhalten sollen? Nein. Kinder haben ein Recht auf die eigene Beule. Kinder, die mit zwei, drei Jahren nicht klettern und fallen dürfen, bilden keine Reflexe aus. Das führt zu schwereren Unfällen, wenn die Kleinen mal sieben oder zehn Jahre alt sind. Niemand lernt laufen ohne hinzufallen. Mit dem Klettern ist es ähnlich.


4. Ort für Abenteuer. Brachflächen gibt es kaum noch, auf der Straße spielen geht nicht und Wälder und Wiesen sind manchmal weit weg. Der Spielplatz ist für viele Kinder der einzige Ort, an dem sie noch Abenteuer erleben können. Kinder brauchen Abenteuer und das Gefühl, frei und selbstbestimmt handeln zu können.

5. Begegnungsstätte. Zu Hause bleiben Kinder und Eltern unter sich. Auf dem Spielplatz müssen sie sich mit anderen außeinandersetzen. Hier treffen Omas auf Babysitter, Bildungsbürger auf Arbeiter, Punks auf Spießer, Zweijährige auf Sechsjährige. Auf Spielplätzen lernen sich Menschen kennen, die sich sonst nicht begegnet wären. Aus diesen Begegnungen besteht unsere Gesellschaft.


Jedoch: Ein Spielplatz muss für Kinder ein sicherer Ort sein. Wenn Verletzungsgefahr durch marode Spielgeräte droht oder das Angebot keinen Freiraum für kreatives, freies Spiel lässt, ist mit dem Spielplatzbesuch wenig gewonnen. Hier setzt die Fanta Spielplatz-Initiative an, die 2018 schon im siebten Jahr Fördergelder für sanierungsbedürftigen Spielraum in ganz Deutschland vergibt.

Wie kann ich mich mit meinem Spielplatz oder Spielraumprojekt bewerben?

Es war noch nie so einfach. Damit dein Spielplatz eine Chance hat, musst du erst einmal nur das Online-Bewerbungsformular unter www.fsi.fanta.de vollständig ausfüllen. Erst im Falle einer Platzierung im Online-Voting unter den Top 150 benötigst du weitere Unterlagen. Unter anderem eine unterschriebene Einverständniserklärung des Spielplatz-Betreibers.

Informiere dich hier über die nächsten Schritte im Bewerbungsverfahren.