Johannisbeeren sind überall zum Greifen nah und beglücken uns den ganzen Sommer. Auch in Getränken von Coca-Cola.

Du glaubst, Coca-Cola macht nur Coca-Cola? Dann schau mal wieder ins Getränkeregal! Weltweit produziert das Unternehmen Coca-Cola rund 3.500 Getränke, allein in Deutschland verkaufen wir rund 80 verschiedene Produkte. Sie schmecken aufregend erfrischend. Und enthalten Zutaten, die du vielleicht nicht bei Coca-Cola vermutet hättest. Hier stellen sie sich vor.

HAND HOCH: Wer von euch verbindet mit meinen spritzigen Perlenfrüchtchen das perfekte Sommerfeeling? Damals, als man im Garten der Großeltern eine leere Schüssel in die Hand gedrückt bekam, um barfuß meine kleinen, noch sonnenwarmen Beeren zu pflücken. Wetten, dass mindestens die Hälfte in euren Kindermündern landete? Die andere Hälfte wurde mit Quark, Schlagsahne oder Eis vernascht, oder später von Oma zu Saft, Gelee, Kuchen oder Roter Grütze verarbeitet. Na, wer erinnert sich?

Schwarze Johannisbeeren am Strauch
VON DER HAND in den Mund: Schwarze Johannisbeeren 

Es gibt wohl kaum unkompliziertere Sommerfrüchte als die von meinen Sträuchern. Sie wachsen praktisch von allein. Ich bin einfach zum Greifen nah und beglücke euch den ganzen Sommer lang mit meinen köstlichen Beeren. Wie in einem Buch von Astrid Lindgren.

Meinen Namen verdanke ich dem Johannistag am 24. Juni, er ist eng verbunden mit den Brauchtümern und Festen zur Sonnenwende zwischen 20. und 22. Juni. Zu dieser Zeit können meine ersten Früchte geerntet werden. Meine Familie ist groß und es gibt mich in vielen Sorten.

„Die Blätter meiner schwarzen Sorten duften sogar ohne Früchte!“

Bekannt bin ich in den Farben rot, weiß und schwarz. Zwischen weißen und roten Sorten werdet ihr geschmacklich nur leichte Unterschiede merken. Die weißen sind einfach ein bisschen weniger säuerlich als die roten, wohingegen ihr meine schwarzen Sorten schon am Duft erkennen könnt. Sie duften sogar ohne Früchte! Je nach Land nennt ihr mich: „Ahlbeere“ (Norddeutschland), „Träuble“ (Schwaben), „Ribisel(n)“ (Österreich und Südtirol), „Meertrübeli“, „Ribiseli“, „Trübeli“ (Schweiz).

Schwarze, Rote und Weiße Johannisbeeren
BUNT wie Bullerbü: Schwarze, Rote und Weiße Johannisbeeren 

Am besten wachse ich auf der nördlichen Halbkugel: in Europa, Nordamerika und Asien. Doch auch in den Anden gibt es einige meiner Sorten. Der weltweit größte Produzent meiner Früchte ist übrigens Russland.

Die erste, die die schwarze Johannisbeere als Heilmittel entdeckte, war die berühmte Nonne Hildegard von Bingen. Sie nannte die Schwarze Johannisbeere den „Gichtbaum“ und empfahl die Früchte als Schutz gegen Rheuma. Schon bald aber nutzen die Menschen ihre blau-violetten Blüten auch zur Herstellung verführerischer Parfüms. Natürlich in Frankreich, wo bald noch weitere meiner Talente entdeckt wurden.

Johannisbeerblüten und Parfum
VERFÜHRUNG: Johannisbeerblüten und Parfum

1712 widmete mir der französische Abt Pierre Bailly de Montaran sogar ein ganzes Buch: „Die wunderbaren Eigenschaften von Schwarzen Johannisbeeren“. Er war überzeugt, dass meine Beeren ein langes Leben garantieren. Und 1841 wurde in Dijon das erste Johannisbeer-Likörchen gebraut. Der Klassiker „Crème de Cassis“ darf heute in keiner guten Bar fehlen. Noch eine Delikatesse verbindet ihr mit meinem einzigartigen Geschmack: Wer kennt ihn nicht, den berühmten „Kir“?

Kir Royal
GLAMOUR im Glas: Kir Royal

Der wurde nach meinem vielleicht größten Fan genannt: Félix Kir, Bürgermeister von Dijon, der diese Mischung aus Cassis-Likör mit einem Glas trockenen Weißweins bei jedem wichtigen Empfang im Rathaus servierte. Monsieur Kir kannte sich übrigens auch sonst bestens mit den richtigen Mischungen aus: Nach dem zweiten Weltkrieg war er zusammen mit Konrad Adenauer und Ludwig Erhard ein Mitbegründer der deutsch-französischen Freundschaft.

Aber zurück zu meinen Köstlichkeiten: Mit Champagner gemixt entstand vielleicht ein noch bekannterer Drink: der glamouröse „Kir Royal“. Er kam in den Achtzigerjahren bei den Schönen und Reichen in Mode. Bald nannte man gar eine in der Münchener Schickeria spielende Fernsehserie, danach:

Mit dem Fame geht es gleich weiter, denn im französischen Burgund ist mir gleich ein ganzes Museum gewidmet. Solltet ihr dort einmal vorbeischauen, könnt ihr mich sogar in Senf oder sogar Ketchup verkosten.

Meine roten und weißen Früchtchen hingegen sind derweil am besten frisch zu vernaschen. Mit einer Gabel lassen sie sich leicht von den Stielen streifen. Im Kühlschrank sind sie leider nur ein paar Tage haltbar. Wenn ihr wollt, könnt ihr sie aber gut einfrieren, um den Sommer auch im Winter zu genießen. Allerdings eignen sie sich aufgetaut besser zum Kochen und Backen.

„Je mehr Sonne ich bekomme, desto mehr werde ich es euch mit üppigen Früchten danken.“

Wer sich das Kindheitssommerfeeling in den Garten holen mag, kann mich im Herbst oder im Frühling einpflanzen. Je mehr Sonne ich bekomme, desto mehr werde ich es euch mit üppigen Früchten danken.

Am Anfang brauche ich genug Feuchtigkeit, besonders im ersten Monat, denn so lange dauert es, bis ich eingewurzelt bin. Wenn ihr eine getopfte Pflanze verwendet, wachse ich deutlich schneller an. Doch auch dann achtet bitte darauf, dass ich genug Wasser bekomme. Pflanzt mich tief. Das Loch sollte doppelt so tief und breit sein, wie der Pflanzenballen groß ist. Da ich zu den „Flachwurzlern“ gehöre, kann ich so ein kräftiges Wurzelsystem bilden. Deckt mich schön mit Erde zu. Eine Schicht Rindenmulch wird dafür sorgen, dass der Boden mehr Feuchtigkeit speichert.

Gießt mich bitte weiterhin großzügig! 10 Liter in einer Gießkanne dürfen es gerne sein. Achtet jedoch darauf, dass ich keine Staunässe bekomme und nicht dauerhaft von größeren Pflanzen bedeckt werde. Ansonsten bin ich völlig unkompliziert. Mit ein wenig Geduld könnt ihr euren Kindern schon bald die Schüssel in die Hand drücken und euch an eurem eigenen „Klein-Bullerbü“ erfreuen.

Du findest mich als Direktsaft in der ViO Schorle Schwarze Johannisbeere (25%), in der ViO Schorle Rhabarber (1%) und als Saft der Roten Johannisbeere in der ViO BiO LiMO „Grapefruit-Rote Johannisbeere” (3%).