Essen ist heute für viele oft Nebensache in einem gehetzten Alltag. Wir essen am Schreibtisch, vor dem Fernseher oder im Gehen auf dem Nachhauseweg. Dabei geht es beim Essen nicht nur um die reine Nahrungsaufnahme, sondern vor allen Dingen auch um das gemeinsame Erlebnis. 


„Zusammen schmeckt’s besser“

Ein Essen in guter Gesellschaft ist für die meisten für ihr allgemeines Wohlbefinden sehr wichtig. Wer genießt es nicht, nach einem langen Arbeitstag oder am Wochenende gemeinsam mit Freunden und Familie an einem Tisch zu sitzen, zu essen, sich auszutauschen und Spaß zu haben? Leider nehmen wir uns immer seltener dafür Zeit. Warum das so ist, und wie wir das ändern können, fragten sich am 4. Dezember 2013 Blogger, Food-Journalisten und Köche in einem Workshop bei Coca-Cola in Berlin. Sie alle sind Teil einer Bewegung, die dem Thema Essen wieder mehr Bedeutung zumisst.


Gemeinsames Essen macht glücklich! 

Die Happiness Studie des Coca-Cola Happiness Instituts bestätigt: Gemeinsames Essen macht glücklich! Zwei von drei befragten Personen geben an, dass ein gemeinsames Essen in entsprechender Gesellschaft einen großen Beitrag zu ihrem Wohlbefinden und persönlichem Glück darstellt. Ein Ergebnis, das die Beteiligten des Workshops sofort unterschreiben würden.

Onur Elci

Ist die industrialisierte Gesellschaft Schuld an der deutschen Ein-Teller-Mentalität?


Die  „Mein Teller-Mentalität“ 

Für Onur Elci von Kitchen Guerilla gilt Essen als Form der zwischenmenschlichen Kommunikation, als gemeinsames Ritual, bei dem sich Menschen begegnen, austauschen und gemeinsam etwas teilen. Hierzulande entwickelt sich das deutsche Abendbrot, das für unsere Eltern und Großeltern noch ein fester Bestandteil des Tages war, in eine ganz andere Richtung: Es wird immer seltener gemeinsam gegessen und wenn, dann häufig vor laufendem Fernseher. Außerdem werden die Mahlzeiten in Deutschland nicht mehr geteilt. Was einst beim Abendbrot an deutschen Tischen oder in den Wohnküchen stattgefunden hat und in vielen südländischen Regionen heute noch fester Bestandteil der Essenskultur ist, hat sich hierzulande zu einer „Mein Teller-Mentalität“ entwickelt. Blogger und Guerilla-Köche sehen die Gründe dafür in der stark industrialisierten Gesellschaft. Heute gilt: Wir haben kaum mehr Zeit, um täglich selbst zu kochen und in Ruhe zu essen oder wir nehmen sie uns nicht. Dies bestätigt auch die Happiness Studie: Eine Vielzahl der Deutschen gibt an, keine Zeit mehr zu haben, um sich intensiv mit dem Kochen, dem Einkaufen von frischen Zutaten und dem gemeinsamen Essen zu beschäftigen.

Matthias Stocker

Gewürze grammgenau abgepackt: Hello Fresh lässt nichts verkommen!



 „Essen ist das Öl für unseren Motor, den Körper“

„Faulheit und Unwissenheit über Nahrungsmittel“, gehören zu den Hauptgründen, warum Menschen sich immer weniger mit der Zubereitung von gesunden Mahlzeiten befassen, stellt Matthias Stocker von Hello Fresh fest und findet, dass wir wieder mehr Verantwortung übernehmen müssen für das was wir unserem Körper über Nahrung zuführen. Denn „Essen ist das Öl für unseren Motor, den Körper“. Hello Fresh leistet seinen Beitrag über ein innovatives Konzept: Qualitativ hochwertige Produkte sowie dazugehörige Rezepte können online bestellt werden und werden direkt nach Hause geliefert. Das spart Zeit beim Einkauf und bei der Beantwortung der Frage „Was koche ich heute?“.

Anne Bartel und Sandra Prill

Zurück in Großmutters Zeit: das Comeback der Hausmannskost



Was ist der Trend für die Zukunft?

Alle am Tisch sind sich einig: Gutes Essen muss nicht immer teuer sein – und ein gutes Essen selbst zu kochen, muss nicht immer zeitaufwendig sein. Doch wohin geht eigentlich der Trend beim Kochen und Essen? Vielen finden zurück zu bodenständigen Gerichten und Hausmannskost. Vielleicht ein Zeichen dafür, dass nach den letzten Jahrzehnten in denen Convenience Food als schick galt, eine Rückkehr zu alten Werten sichtbar wird? Denn die Erinnerungen an eine Mahlzeit in Großmutters Wohnküche mit der ganzen Familie lassen Gefühle von Heimeligkeit, Wohlbefinden und Geborgenheit aufkommen.  


Zurück zur Hausmannskost!

Tolga von Klein mit Bloggern

Auf den Punkt: Tolga von Klein gibt Tipps für das perfekte Fleisch


Ein Trend, den auch die Redaktionsleiterin Anne Bartel von chefkoch.de und Sandra Prill vom gleichnamigen Printmagazin beobachten. Essen ist ein spürbar wichtiger werdendes Thema in unserer Gesellschaft. Dies lässt sich auch anhand der Entwicklung von chefkoch.de klar erkennen: Mit 13 Millionen Visits im Monat ist das Onlineportal die meistbesuchte Rezeptedatenbank Deutschlands.

Essen als Lifestyle

Dass Inspiration und Anleitung zum Kochen gesucht wird, macht sich auch in der Welt der Blogger bemerkbar. Seit einigen Jahren kommt ihnen immer größere Aufmerksamkeit zu. Für sie ist klar: Essen soll Spaß machen, soll anregen, soll unterhalten – aber keinesfalls anstrengend sein. Food ist ein bisschen wie Fashion-Trends geworden, stellen die Food- und Lifestyle-Bloggerinnen Mia Bühler (uberding), Friederike Franze (freiseindesign) sowie Lisa (lebeberlin) und Sarah (sanzibell) Zimmermann fest. Es regt die Kreativität an und schafft Interaktion. 

Abschlussessen

Gemeinsam schmeckt’s einfach besser - Abschlussessen im Kochhaus


Ein Essen in guter Gesellschaft

Weil diskutieren hungrig und gemeinsames Essen glücklich macht, klang der Nachmittag beim Kochen und Essen im Kochhaus Kreuzberg aus.