Er ist Arzt, Therapeut, Fitnesstrainer und ein hervorragender Zuhörer, von seinen musikalischen Fähigkeiten und seinem wunderbaren Duft ganz zu schweigen: Der Wald feiert ein Comeback – und zwar nicht nur bei Outdoorfreaks, sondern sogar bei anerkannten Wissenschaftlern und Medizinern. 

Mit dem Frühlingsanfang stellt sich automatisch das Bedürfnis ein, mehr Zeit draußen zu verbringen: Die Tage werden länger, alles beginnt zu blühen und die Vögel zwitschern nicht mehr schüchtern und vereinzelt, sondern veranstalten tolle Konzerte. Doch es gibt eine bessere Idee, als sich jetzt in den nächsten Biergarten zu setzen: Wissenschaftler finden immer mehr Belege dafür, dass Waldspaziergänge das körperliche und psychische Wohlbefinden im Handumdrehen spürbar steigern. 

Japaner – Erfinder des „Bades im Wald“

Japan gilt als Hochburg der Forschung, was Zusammenhänge zwischen Natur und Gesundheit angeht. Dr. Qing Li, Mediziner und Professor an der Nippon Medical School in Tokyo, befasst sich intensiv mit dem Thema: „1982 propagierte die japanische Forstbehörde zum ersten Mal die Idee des 'Shinrin-yoku', was soviel heißt wie 'Ein Bad im Wald nehmen'.“ Seit etwa zehn Jahren mehren sich nun ernstzunehmende wissenschaftliche Untersuchungen zu den Auswirkungen von Aufenthalten in der Natur auf Körper und Geist. Die Ergebnisse weisen allesamt auf Eines hin: Es gibt nichts Besseres als einen Waldspaziergang. 

Waldspaziergänge beugen vor

Bewegung im Wald kann laut Li Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und sogar Krebs vorbeugen, weil hierbei vermehrt Anti-Aging-Proteine und Krebskillerzellen gebildet werden. Dass Stress und Anspannung dabei abnehmen, liegt für die meisten auf der Hand, aber auch Angst oder depressive Verstimmungen werden offenbar im Wald gedämpft. 

Für mehr Power ab in den Wald

Auch eine Studie von Schweizer Forschern belegt:  Bewegung ist gut, Bewegung im Wald noch viel besser. Die Testpersonen fühlten sich nach einem Spaziergang im Wald nicht nur weniger gestresst und deprimiert, sie verspürten auch mehr Energie als vorher. Ein Versuch koreanischer Wissenschaftler ergab sogar, dass Spaziergänge in der Stadt im Vergleich wertlos sind. In diesem Versuch ließ man Frauen im Wald und in der Stadt spazieren gehen und maß danach ihren Blutdruck, die Lungenkapazität und Elastizität. Die Messwerte der Frauen, die aus dem Wald zurückkehrten, hatten sich verbessert, keine auffällige Änderung brachten dagegen die Messungen bei den Stadtläuferinnen. 

Der Wald – ein Wunderheiler

Über die Gründe für die erstaunlichen Kräfte des Waldes wird noch spekuliert: Möglicherweise nehmen wir über Haut und Atemwege Substanzen auf, die Pflanzen zur Abwehr von Krankheitserregern bilden. Sicher ist, dass die Feinstaubbelastung in Wäldern niedrig ist und dadurch der Organismus entlastet wird, Sauerstoff und ätherische Duftstoffe tun ihr Übriges. Auf jeden Fall wird es Zeit für einen Spaziergang durch den Wald – es ist Frühling!