Immer höher, weiter, schneller – theoretisch liegt uns die Welt zu Füßen. Wenn wir zu perfektionistisch und kontrolliert an unseren Alltag herangehen, verlieren wir jedoch die Spontaneität und haben ständig Angst, Fehler zu machen

Wettbewerb um jeden Preis

Dem Foto fehlt noch das gewisse Etwas? Kein Problem, Filter drüber und schon erscheinen die blassen Farben im nostalgischen Sepia-Ton, die Pickel sind verschwunden und Falten sieht man sowieso keine mehr. Wie, du isst noch Zucker und Weißmehl? Also ich tracke ja alles, was ich esse, mit meiner App und wenn ich laufen gehe, wissen meine Freunde hinterher Bescheid. Schließlich vergleichen wir immer unsere Kilometer. Wettbewerb und Perfektionismus sind theoretisch in jedem Lebensbereich möglich, wenn wir uns nur genug anstrengen. Oder?


Es liegt an uns

Ein Blick auf Amazon zeigt: Wir können aus über 8.000 Büchern zum Stichwort „perfekt“ auswählen und uns damit optimieren. Den perfekten Weg zum Erfolg finden, das perfekte Steak braten, den perfekten Rasen mähen. Für alles gibt es den richtigen Ratgeber. 

Disziplinier dich (nicht)!

Perfekt sein ist in. Schließlich stehen uns dafür alle Möglichkeiten offen. Wir haben die Technologien zur Selbstoptimierung, wir können uns jederzeit über das neueste Superfood informieren und wissen theoretisch, was gesund ist und was nicht. Wer versagt, ist selbst schuld. Er oder sie hat sich eben nicht genug angestrengt oder es mangelt an Selbstdisziplin.


Fünf gerade sein lassen

Haben wir die Noten von eins bis sechs aus der Schule hinter uns gelassen, geht es im Job oder sogar beim Kochen mit Freunden weiter. Wir sind ständig im Wettbewerb. Der anstrengendste Vergleich ist jedoch nicht der mit den Menschen aus unserer Umgebung, sondern der mit dem perfekten Ich, das wir sein könnten. Wir selbst sind unsere stärksten Kritiker.

Verpasse keinen Fehler

Wo ist die Leichtigkeit, der spontane Moment ohne Leistungsdruck geblieben? Wir wollen perfekt sein, um Risiken zu vermeiden und tadeln uns selbst, wenn uns ein Fehler unterläuft. Doch dabei ist es manchmal gut, Risiken einzugehen und eben auch Fehler zu machen. „Wer immer versucht, alles richtig zu machen, verpasst den vielleicht schönsten Fehler seines Lebens“, sagt ein Sprichwort. 


Lerne loszulassen

Menschen, die zu Perfektionismus neigen, fällt es schwer, in der Freizeit zu entspannen und loszulassen. Jede Stunde ist durchgeplant und Hobbies werden bis zur Leistungsgrenze betrieben. Wie bei so vielen Dingen, können wir auch hier lernen zu entspannen und etwas zu tun, einfach weil es Spaß macht, ganz ohne Leistungsdruck.

Stelle realistische Ansprüche an dich selbst und erwarte nicht, dass du in jedem Lebensbereich 150 Prozent geben musst.

Denn das würdest du auch nicht von anderen verlangen, oder?

Die Autorin

Victoria Scherff

Victoria Scherff ist Autorin bei unserem Kooperationspartner barcoo und schreibt über alles, was den Alltag besser macht.