Brasilien, Südafrika, Malediven – auf der Suche nach den besten Spots reisen Surfer um die ganze Welt. Julian Robinet ist häufig dabei, der 24-Jährige ist Surf-Fotograf. Ein Traumjob, der viel abverlangt. Coca-Cola Journey hat 2014 mit ihm gesprochen. 

Hallo Julian, wo erreichen wir dich gerade?

Am schönen, sonnigen Gardasee. Ich arbeite hier mit den Profi-Windsurfern Adrian Beholz und Tilo Elber an einer Geschichte. Die Bedingungen sind top, wir haben heute schon ordentlich was geschafft. 

Surffotograf Julian Robinet
Aufregend: Der Ritt auf glitzernden Wellen

Das klingt nach frühem Tagwerk. 

Egal ob Du auf oder neben dem Brett stehst, beim Surfen gehört Aufstehen mit den ersten Sonnenstrahlen oft dazu. Am Gardasee geht morgens ein guter Wind, den willst Du natürlich mitnehmen. Wir produzieren hier einen Spotguide für ein Surfmagazin, da braucht man ganz spezielle Bilder. Ab halb zehn bricht der Wind regelmäßig ein, bis dahin muss man mit dem meisten durch sein. 


Klick Dich hier durch die aufregendsten Fotos von Julian Robinet in Fullscreen-Ansicht!


Wie sieht dein Leben aus? Kommst du beim Surfen viel rum? 

Die Frage muss wohl eher lauten: Wann bin ich mal zu Hause? Ich war in den letzten neun Monaten in Griechenland, der Türkei, USA, Brasilien, Südafrika, Namibia, auf den Seychellen und den Malediven. Das ist schon eine Weltreise, die irgendwie gar nicht mehr endet. Bald geht es wieder in die Türkei. Ein klassischer Wohnsitz fällt da flach. 

Hast du denn Kontakt zu deinen Freunden oder vereinsamt man als Weltenbummler? 

Dank der sozialen Netzwerke lässt sich heute gut Kontakt halten. Und wenn ich da bin, freue ich mich riesig, wenn es auch mal mit einem Treffen klappt. Meistens quartier ich mich dann auch gleich auf einer Couch ein. Allein fühle ich mich glücklicherweise nie. Unterwegs sind wir eine kleine Familie. Windsurfer fahren regelmäßig zu gleichen Zeiten an die gleichen Orte. Man trifft sich dann in Brasilien am Strand und vier Wochen später zu Silvester in Kapstadt. 

Surfer reisen um die Welt und bekommen das auch noch gut bezahlt, glauben viele Menschen. Stimmt das? 

Surffotograf Julian Robinet
Surf-Fotograf: ein Traumjob zu dem das Abenteuer gehört, genauso wie die Entbehrungen



Wir reisen um die Welt, das stimmt. Allerdings bedarf es genauester Planung, denn die Budgets sind klein. Wir schlafen zu sechst in Vierbettzimmern und stapeln unser Equipment noch dazu. Auf der Speisekarte stehen oft Nudeln mit Thunfisch und die Akkus werden in Cafés geladen. Das Salzwasser verlangt der Ausrüstung einiges ab und immer wieder muss repariert oder Neues angeschafft werden. Wirklich Geld zu verdienen, ist schwer in dem Job, aber das Leben lässt sich schon finanzieren. Reich wird halt keiner, aber darum geht es auch nicht. Es ist ein Traumjob, das Abenteuer gehört dazu, genau wie die Entbehrungen. 

Was für Abenteuer hast du beim Surfen erlebt? 

Es passiert fast täglich irgendwas Lustiges. In Südafrika hat ein Affe meine Schuhe geklaut und ich musste einen Sprint und Handgreiflichkeiten in Kauf nehmen, um nicht barfuß weiterreisen zu müssen. Ein anderes Mal hatten wir Ärger mit der brasilianischen Polizei, weil wir die Boards falsch auf den Wagen geladen hatten. Aber die Jungs waren so begeistert von unseren Bildern und Filmen, dass wir weiterziehen durften.

Wie kommt man an so einen Job? 

Fotografiert hab ich schon immer gerne. Als Jugendlicher bin ich vom Mountainbike aufs Surfbrett gewechselt und hab sonst viel im Wassersport ausprobiert. Kitesurfen, Windsurfen, Wakeboarden – alles Dinge, die einfach Spaß machen. Ein Freund ist damals schon auf Wettbewerben mitgefahren und ich habe Bilder geschossen und angeboten. In Südafrika hab ich meinen heutigen Firmenpartner getroffen, aus unserem ersten Projekt wurde eine kleine aber feine Produktionsfirma. 

Surffotograf Julian Robinet
Die Wellen, der Wind und das Licht machen das perfekte Bild aus

Was macht den Surfsport so faszinierend? 

Die Verbindung zur Natur! Du richtest deinen Tag nach den Bedingungen, die gegeben sind. Surfen ist total minimalistisch und doch kompliziert zugleich. Man braucht ein Board und es kann losgehen. Bis Du eine Welle richtig abarbeiten kannst, vergehen aber doch einige Tage. Die Faszination wächst dann mit den Erfolgserlebnissen. 

Was sind Surfer und Windsurfer für Typen? 

Das reicht vom Geschäftsmann mit Penthousewohnung bis zum Hippie, der am Strand lebt. Allen gemeinsam ist die Liebe zum Sport und ein extremes Durchhaltevermögen. 

Welches ist für dich das schönste Surf- und Windsurfgebiet der Welt? 

Ich weiß nicht, ob ich mich da festlegen möchte. Südafrika war schon eine perfekte Wahl. Das Land bietet auch fernab der Welle einen unheimlichen Reichtum an Kultur und gutem Essen. Aber es gibt auch noch viele weiße Flecken auf meiner Landkarte. 

Wie sieht das perfekte Bild für dich aus? 

Ich versuche immer, das Maximale rauszuholen. Bei der Surffotografie spielen immer mehrere Faktoren zusammen. Die Wellen, der Wind, das Licht – und auch der Surfer muss gut drauf sein, damit was Anständiges dabei rauskommt. Ich glaube, es ist das richtige Timing, was den Moment ausmacht. Und wenn ich diesen Moment festhalten kann, dann wird es ein super Bild.