• Multitasking, Networking, Selbstmarketing: W-LAN ist lebensnotwendig, Warten ist Zeitverschwendung. Teenager haben heute völlig andere Ansprüche an die digitale und analoge Welt als früher. Sie sind echte Digitalprofis.
  • Sich im Netz zu inszenieren, ist selbstverständlicher Bestandteil ihres Alltags. Sie verstehen sich als Marke.
  • Felix Picker, Digitalexperte bei Coca-Cola, betrachtet die Mediennutzung der Jugendlichen von heute und fragt: Wie werden Teenager in Zukunft kommunizieren? Und wie erreicht man sie überhaupt? Ein Ausblick auf die Hypes der Zukunft.

Von Hype zu Hype – in High Speed

Felix Picker, Digitalexperte bei Coca-Cola
Felix Picker, Digitalexperte bei Coca-Cola

DATENBRILLE, Smartwatch, Selfie-Drohne. In immer kürzeren Abständen kommen neue Techniken auf den Markt. Doch was wir aktuell als rasanten Wandel unserer Lebenswelt wahrnehmen, ist nichts gegen die Umgebung, in der die Teens von 2020 aufwachsen. Denn die Geschwindigkeit, mit der sich unser Alltag durch technische Neuheiten verändert, wird nie mehr so langsam sein wie heute. Für die Jugendlichen von morgen sind gesellschaftliche und technologische Grenzüberschreitungen an der Tagesordnung. Die Hypes, die sie begeistern, werden immer kurzlebiger. Früh lernen sie daher, sich schnell und effizient an neue Trends und veränderte Gegebenheiten anzupassen: eine Fähigkeit, die sie künftig auch bei anderen ganz selbstverständlich voraussetzen.
Für Teenager im Jahr 2020 wird es normal sein, dass der Kühlschrank ihre Eltern an den Einkauf ihres Lieblingsgerichtes erinnert. Ebenso gehören selbstfahrende Autos oder das Bezahlen des Mittagessens in der Schulkantine per Smartphone längst zu ihrem Alltag. Diese allgegenwärtige, allumfassende Vernetzung beeinflusst auch ihr Konsumverhalten und ihre Wahrnehmung von Marken. Was sich nicht problemlos in ihre Welt integrieren lässt, wird aussortiert.

Ich-Optimierer zwischen #yolo und #fomo

Schon heute bewegen sich Teenager täglich im Spannungsfeld zwischen Aufbegehren gegen die Regeln der Leistungsgesellschaft und der Angst, angesichts des vielseitigen digitalen und analogen Angebots etwas Wichtiges zu verpassen.
Die beiden Abkürzungen YOLO („You Only Live Once“) und FOMO („Fear Of Missing Out“) bilden das Yin und Yang sozialer Netzwerke. Zwischen diesen beiden Polen spielt sich die Selbstoptimierung und -darstellung der User ab. Im Kampf um Likes, Shares und Aufmerksamkeit stehen sie unter großem Konkurrenzdruck. Daher werden persönliche Interessen, Beziehungen, Aktivitäten und Errungenschaften effektvoll in Szene gesetzt, um die eigene Marke im Netz sichtbar zu positionieren. Zentrales Werkzeug dieser Selbstvermarktungsstrategie: das gute alte Selfie – längst globales Phänomen und Symbol des ständigen Profilierungsdrangs. Was heute das Selfie ist oder eine Miniatur-Statue des eigenen Ichs aus dem 3D-Drucker, ist morgen vielleicht etwas ganz anderes. Bleiben wird das Bedürfnis, die eigene Person bestmöglich vor den Augen anderer zu inszenieren.

Der Freundeskreis als Filter

Während sie an ihrer Online-Präsenz feilen, jonglieren Teenager mühelos mit mehreren Apps, bespielen parallel unterschiedliche Kommunikationskanäle und wechseln von einem Screen zum nächsten. Doch damit dieses Multitasking funktioniert, müssen Prioritäten gesetzt werden. Die ständig steigende Informationsflut wird durch ein knallhartes Auswahlverfahren bewältigt: Geklickt, gelesen und angeschaut wird bevorzugt das, was schon andere aus dem digitalen Umfeld für gut befunden haben. Dabei geht es eher um Überblicks- als um Detailwissen – schließlich stehen die Teens von morgen unter noch stärkerem Zeitdruck als die heutigen.
Was guckst Du? Teenager werden Medienprofis
Was guckst Du? Teenager werden Medienprofis


Mission Selfie-Stick

Mit dem Thema Selbstinszenierung beschäftigen sich viele Jugendliche ebenso intensiv wie die Marketingabteilungen großer Firmen – dementsprechend hoch sind ihre Anforderungen an deren Kommunikationsangebote: Sie sollten funktionieren wie ein Selfie-Stick. Schnell, flexibel und mobil sollten sie ihre Zielgruppe vor allem dabei unterstützen, sich selbst ins beste Licht zu rücken.
Die Marke wird vom Hauptdarsteller zum Image-Booster im Hintergrund. Denn nur mit ansprechenden Features zur Selbstinszenierung und einem Gespür für trending topics lässt sich die wertvolle Zeit der Teens gewinnen. Zumal diese immer schneller von alten zu neuen Trend-Plattformen und Social Channels springen werden. Mit diesen kürzeren und sich immer weiter beschleunigenden Plattform-Zyklen – für einige dauern sie schon heute kaum länger als das Leben eines Hamsters – müssen alle Schritt halten, die mit den Teenagern der Zukunft im Gespräch bleiben wollen. Erfolg versprechen dabei perfekt auf die jeweilige „In“-Plattform angepasste Angebote mit hohem Service-Charakter, die den Teens als zusätzliche Orientierungshilfe in der Informationsflut dienen und sich nahtlos in ihren vernetzten Alltag integrieren. Kurz: effektive Tools gegen #fomo – mit hohem Gehalt an #yolo.
Felix Picker auf Twitter folgen: https://twitter.com/PICKERPOLITICS