Ein Lächeln auf der Straße, eine Überraschungs-Party mit Freunden, die Sonne kitzelt dein Gesicht, ein unerwarteter Kuss. Egal ob kleine Freuden im Alltag oder große Gefühle: Es ist dein Augenblick. Sei ganz bei dir. Erlebe ihn. Taste The Feeling!

ES WAR EIN sonniges Frühlingswochenende, als meine Nichten die Idee hatten, in einen Klettergarten zu fahren. Die eine neun, die andere elf. In dem Alter unternehmen Mädchen noch gerne was mit ihren Tanten. Ich war in einer frühlingshaft-leichtsinnigen Verfassung und dachte nur: Auf Bäume klettern? Sofort! Also nicht lange nachgedacht und ab zum Hochseilgarten. Auf der Fahrt schwelgte ich in Erinnerungen an meine Kindheit, die ich praktisch komplett auf Bäumen verbracht habe.

An die Schulstunden von damals erinnere ich mich kaum, an den Moment, wenn ich nachmittags raus zum klettern ging und mich in eine Astgabel setzte, schon. Klettern, Bäume erkunden, runterspringen und auch mal runterfallen: Schrammen, Beulen, blutige Knie und gebrochene Arme, selten waren wir unversehrt, nie im Haus. Im Grunde war meine Kindheit eine einzige Mutprobe. Alleine, mit meinem Bruder, mit Freunden und Nachbarskindern.

„Ich leide nicht an Höhenangst. Aber mein Kopf war mir im Weg. Ich war zu erwachsen geworden.“ 

Heute besteht meine Mutprobe darin, nicht hinzurennen, wenn mein zweijähriger Sohn auf Klettergerüsten eine ungesicherte Lücke findet. Das wusste ich aber auf meinem Weg mit den Nichten noch nicht. Ich freute mich einfach wie ein Kind auf den Ausflug in meine eigene Kindheit. Endlich wieder auf Bäume klettern! Dann stand ich auf einmal da mit einem Gurt und Karabinern. Von unten sah alles noch ganz nett aus.
Taste The Feeling – Hochseilgarten
DIE WOLLEN nur spielen: sicher angeseilt im Klettergarten

Was ist das für ein Haken? Sind das zehn oder zwölf Meter bis zum Boden? Was soll ich tun, damit die Mädels nicht merken, dass ich mir gerade fast in die Hose mache? Ich hätte nie gedacht, dass ich mir auf einem Baum einmal so viele Fragen stellen würde. Ich leide nicht an Höhenangst. Trotzdem war ich fast außerstande, mich dort oben zwischen Buche und Eiche auf Wackelbrücken, Seilrutschen, Balancierseilen und Strickleitern fortzubewegen. Mein Kopf war mir im Weg: Ich war zu erwachsen geworden.

Meine neunjährige Nichte sagte: „Mach es einfach so wie ich.“

Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag. Mitten auf einem riesigen Baum in einem Hochseilgarten im Schwarzwald. Natürlich wollte ich mir nichts anmerken lassen und natürlich ging das schief. Meine neunjährige Nichte schaute mich an und sagte: „Mach es einfach so wie ich.“ Sie hatte die Situation erfasst. Wenn ich zu erwachsen war, um wieder runter zu kommen, konnte die Lösung für mein Problem nur sein: Ich mache alles genau wie sie.

Taste The Feeling – Hochhaus
MUT TUT GUT, die Belohnung auch

Also einatmen, ausatmen, Augen zu, Augen auf: fertig zur Mutprobe. Auf dem Dreimeterbrett würde ich schließlich auch nicht umdrehen. Nicht nach unten sehen, keine Was-wäre-wenn-Sätze. So kam ich halbwegs erhobenen Hauptes wieder unten an. Ich hatte wackelige Knie und ein paar Schrammen. Aber ich hatte die Mutprobe bestanden. Und das fühlte sich frühlingshaft gut an.

Dieser Spot aus Indien zeigt noch eine Situation, in der es gut tut, die Angst zu überwinden: