Ich bin soeben auf dem Flughafen Silvio Pettirosi in Asunción, der Hauptstadt von Paraguay, gelandet. Mariano Demaria, Leiter von PureCircle Paraguay, nimmt mich in Empfang. Gemeinsam werden wir uns auf die lange Reise zu den Stevia-Feldern in Rio Verde in der nördlichen Region des Landes begeben. Rio Verde ist nur rund 160 Kilometer von Asunción entfernt, aber wir werden für die Reise wohl über vier Stunden brauchen. Zuerst fahren wir mit dem Auto und wenn die Straßen zu uneben werden, müssen wir auf ein Quad umsteigen, um die Feldwege aus schwerer roter Tonerde zu meistern. 

Es ist schön hier – heiß und feucht und die Sonne brennt auf meinen Kopf. Ich wünschte, ich hätte daran gedacht, meinen Hut einzupacken. Abgesehen von dieser Unannehmlichkeit sieht es nach ganzjährig idealen Voraussetzungen für den Anbau von Stevia aus. Wir arbeiten hier bereits seit mehreren Jahren mit Hunderten von Kleinbauern zusammen. Ich bin immer wieder beeindruckt von dem warmherzigen, aber doch zurückhaltenden Empfang, den mir die Leute hier bereiten. Wenn sie mich durch ihre Stevia-Felder begleiten, kann ich ihren Stolz förmlich spüren. Sie zeigen mir alles, was sie in der vergangenen Pflanz- und Erntesaison geschafft haben. Ich möchte mir eine neue Stevia-Sorte ansehen, die wir hier anbauen. Wir haben beobachtet, wie die Pflanze auf verschiedene Bodenverhältnisse an verschiedenen Orten der Welt reagiert und haben in Paraguay bisher unglaubliche Fortschritte erzielt.

Mein Hauptaugenmerk liegt in dieser Woche jedoch darauf, neue Bauern zu treffen und mehr über die Fortschritte bei der Gewinnung von Bauern für unsere Mission zu erfahren. Denn unser Ziel ist es, Stevia für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt zugänglich zu machen.

Obwohl die Stevia-Pflanze in Paraguay heimisch ist, ist es ziemlich schwierig, potenzielle Anbauer zu finden. Denn diese müssen viele Fähigkeiten und umfangreiches Wissen mitbringen, um Stevia erfolgreich anzubauen. Darüber hinaus müssen sie bereit sein, ein Risiko einzugehen und etwas Neues auszuprobieren.


Wir haben eine Gruppe von angehenden Stevia-Bauern in unsere Pflanzstationen in Guayaiví eingeladen, wo unsere Agrarwissenschaftler ihnen die bestmögliche Unterstützung zukommen lassen damit sie erfolgreich arbeiten können. Sie zeigen ihnen alles vom Anbau der Pflanzensetzlinge und dem Einsatz anderer nachwachsender Rohstoffe über die beste Möglichkeit, ihr Land zu bewässern, bis hin zur Vermeidung von unnötigem Abfall. Wir werden ihnen das Programm 7030 vorstellen, eine Kollaboration zwischen PureCircle und dem paraguayischen Ministerium für Landwirtschaft. Sie stellen finanzielle Unterstützung und wesentliche Ausrüstung bereit, um die Kleinbauern zu unterstützen. Durch dieses Programm kann ein Bauer im ersten Jahr im Vergleich zu anderen Kulturen ein bedeutend größeres Einkommen erzielen. Dadurch verbessert sich der Lebensstandard dieser Bauern und ihrer Familien erheblich.

Der Erfolg der Bauern ist sehr wichtig für uns. Daher sehe ich die Bauern, mit denen wir zusammenarbeiten auch als unsere Kunden an. Es ist von großer Bedeutung, dass wir verstehen, was sie benötigen, um erfolgreich, ganzheitlich und nachhaltig zu wirtschaften. Das war nicht immer leicht. Die Basis, auf der wir hier arbeiten, ist der tief verwurzelte Glaube in die positiven Auswirkungen von Stevia und das leidenschaftliche Engagement für eine direkte Zusammenarbeit mit den Bauern und Agrargemeinschaften. Dieses Engagement teilen wir als Partner mit Coca-Cola. Wir haben vor, weiterhin auf einem nie dagewesenen Niveau in den Anbau von Stevia zu investieren.

Am Ende des Tages macht es mich glücklich, dass es einige Bauern gibt, die es mit Stevia versuchen möchten. Es mögen nicht allzu viele sein, aber für uns sind es die kleinen Schritte, die notwendig sind, um in der Zukunft große Sprünge zu machen.

Auf meinem Weg zurück in die Stadt denke ich über meine Reise nach Kenia im kommenden Monat nach. Obwohl die beiden Länder weit entfernt voneinander liegen, sind Paraguay und Kenia zur Basis für unsere Arbeit mit Stevia in Südamerika und Afrika geworden. Von dort aus haben wir in mehr als 15 Länder expandiert. Die Bauern in Kenia sind in vielerlei Hinsicht anders und dennoch sehr ähnlich. Ich bin sehr gespannt darauf, unseren Fortschritt mit eigenen Augen zu sehen.

Jordi Ferre
Jordi Ferre 

Jordi Ferre ist Chief Operating Officer von PureCircle. Er arbeitet seit acht Jahren für PureCircle und leitet nun die gesamte Lieferkette – vom Anbau bis zum fertigen Stevia-Blattextrakt – und die weltweiten Geschäftstätigkeiten des Unternehmens. Unter der Leitung von Jordi Ferre konnte PureCircle seine Anbautätigkeiten auf 15 Länder ausdehnen und den Stevia-Blattextrakt vergrößern, damit er den Ansprüchen der regulären Lebensmittel- und Getränkeindustrie genügt. Jordi verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Er wurde in Barcelona geboren, absolvierte ein MBA-Studium an der ESADE Business School und ein PMD-Studium an der IESE Business School der Universität von Navarra.