Nach rasanten Trendsportarten wie Kitesurfen und Wakeboarden wird nun auch das Stand Up Paddling, kurz SUP, in Deutschland immer beliebter. Dazu braucht es nicht mehr als ein Surfbrett, ein Paddel und Wasser. 

Fragende Blicke vom Ufer gehören längst der Vergangenheit an. 

SUP
Brett, Paddel, fertig


Am Anfang zittern die Knie. Das Brett wackelt. Die Aussicht auf ein unfreiwilliges Bad lässt einen nicht locker werden. Aber das gibt sich nach fünf Minuten. Dann macht es nur noch Spaß, versichert Lukas Pietruschka. Der 26-Jährige gibt Kurse im Stand Up Paddling auf der Spree mitten in Berlin. Die Idee dazu kam ihm während einer Surfreise nach Südafrika. Wakeboarden, Surfen, Kiten, all das gibt es längst in Deutschland, aber es braucht eine Anlage oder eine Anfahrt und es braucht Wind. Beim Stand Up Paddling fällt all das weg. Wasser ist nötig, der Rest ergibt sich von selbst.

Der Hofstaat von Hawaii

Die Technik des Stand Up Paddling gibt es seit ewigen Zeiten. In der Südsee und anderen Teilen der Welt bewegen sich Fischer bis heute stehend auf ihren schmalen Kähnen durchs Wasser. Auf Hawaii, der Ursprungsinsel des Surfens, war es aber auch schon eine Art Sport, allerdings durften sich nur der König und sein Hofstaat aufrecht übers Wasser bewegen, erzählt Lukas. Später waren es Surflehrer und Fotografen, die stehend auf dem Surfbrett den Überblick schätzten. Heute ist Stand Up Paddling eine globale Sportart mit rasanten Wachstumszahlen. Und in Kursen lässt es sich schnell lernen. Einen solchen Hype kennen wir sonst nur aus der Kiteszene, sagt Lukas. Und dabei steht das Stand Up Paddling in Deutschland noch am Anfang.

Muskelkater garantiert

SUP
Passt alles ins Auto

Wann genau Stand Up Paddling in Deutschland auftauchte weiß Lukas nicht, aber seit fünf Jahren wächst die Szene, derzeit explosionsartig. Moderne Boards für das Stand Up Paddling lassen sich aufblasen, das Paddel ist größenverstellbar und zusammengedrückt entsprechend klein. Die Ausrüstung ist nicht gerade handlich, aber sie lässt sich gut im Auto transportieren. Und wenn das Board mal aufgeblasen ist, geht es schnurrstracks aufs Wasser.
Etwas Gleichgewichtssinn und Spaß am Sport, viel mehr braucht der Stand Up Paddler nicht mitzubringen. Der Muskelkater ist garantiert, egal wie trainiert der Neuling ist. Stand Up Paddling beansprucht eigentlich alle Körperpartien. . In aufrechter Haltung und mit wechselnder Paddelseite geht es mehr oder weniger gemächlich übers Wasser. Städte lassen sich so aus ganz anderen Perspektiven erleben, schwärmt Lukas.
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Das Stand Up Paddling wird in Deutschland immer beliebter

Yoga auf dem Wasser

Wasser beruhigt und das Stand Up Paddling scheint Eleganz und sportlichen Ehrgeiz auf perfekte Art zu verbinden – auf einem Brett. Entsprechend vielfältig sind die Anfragen bei Lukas. „Wir haben vermehrt Firmen, die Mitarbeiter zu Stand Up Paddling-Kursen schicken, sogar Yoga-Stunden finden immer öfter auf dem Wasser statt.“ In Hamburg gab es bereits eine Regatta. Aber viele Freizeitsportler schätzen die Entspannung mit Fitnessfaktor. Allein die Kulisse im Sonnenuntergang ist dabei unschlagbar. Wer keine 900 Euro für eine eigene Ausrüstung ausgeben mag, kann Brett und Paddel fast überall stundenweise mieten. Die „Reinfallquote“ von Anfängern liegt bei 10 Prozent, sagt Lukas. Gemessen an anderen Wassersportarten klingt das fast wie eine Garantie, das Ufer trockenen Fußes zu erreichen.