Damals, als die Zukunft noch in der Zukunft lag und ich als kleiner Junge vor dem Fernseher, gab es ein Raumschiff mit dem Namen „Enterprise“. Ich bewunderte seinen Kapitän, James T. Kirk. Er war ein unerschrockener Mann, eine Art Space Cowboy, und natürlich liebte ich Spock und Leutnant Uhura, Scotty, den Mann im Maschinenraum. Sulu, Czechov und Pille, den Mannschaftsarzt. Noch heute, Jahrzehnte später, kann ich mühelos ihre Namen aufzählen.
Nur ein Crewmitglied ist mir damals nicht aufgefallen: der Computer. Ich hatte gerade erst verstanden, was ein Taschenrechner ist. Und noch weniger war mir klar, dass Kirk und seine Leute einfach mit ihm sprachen. Wenn sie etwas wissen wollten, sagten sie einfach „Computer!“ und stellten eine Frage. Etwa: „Wie ist das Wetter auf Alpha Centauri?“
Einige der besten Erfindungen der Menschheit haben sich die Autoren von Science-Fiction ausgedacht. Fernseher, Satelliten, solche Sachen. Sie lassen einfach Ihre Fantasie fliegen und stellen sich vor: Was wäre wenn...
Good News - Sprich mit ihm!

In der kleinkarierten Realität schien es lange, als wäre Sprachsteuerung etwas für Nerds, die mit dicken Brillen sagen: Warte mal, gleich funktioniert es bestimmt! Die ersten Diktier-Softwares: astronomisch teuer und so langsam, dass man doch lieber gleich selber schrieb. Aber dann kam Siri, die Sprachsteuerung von Apple. Auch sie stolperte anfangs etwas unbeholfen, doch sie lernte schnell. Heute ist es vollkommen normal, in sein Telefon zu sprechen: „Siri, bring mich nach Hause“. Siri versteht, sogar wenn die Aussprache nicht besonders deutlich ist.
Das erspart einem außerdem, durch eine Reihe vom Untermenüs zu tippen. Praktisch, besonders beim Autofahren. Einfach sagen, wohin man will und los geht’s. Lebenserleichterung in nahezu jeder Situation. Man muss sich mittlerweile Sorgen machen, ob Teenager überhaupt noch verstehen, was eine Taskleiste oder ein Untermenü ist.
Ein anderer Science-Fiction-Traum ist der von uneingeschränkter Kommunikation. In seinem Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ hat Douglas Adams sich dafür den Babelfisch ausgedacht, der ins Ohr des Benutzers schlüpft. Klingonisch? Kein Problem. Für Trekkies ja ohnehin schon eine Art zweite Amtssprache. Der Babelfisch kann aber auch mit Mäusen oder Delfinen. Klar, dass er als Namensgeber für Übersetzungsprogramme beliebt ist. Vor einigen Jahren noch wurden diese Programme belächelt, man zitierte die lustigsten Fehler gern auf Partys, so wie man sich über Fehler in Speisekarten von asiatischen Restaurants amüsiert.

Zu diesem Text auf Polnisch, Dänisch, Maori, Türkisch, Russisch und Japanisch übersetzt mit dem Google Übersetzer!

Das Lachen könnte bald verstummen. Dann sehen wir vielleicht Menschen, die sich über ihre Smartphones und Tablets beugen und die chinesische Speisekarte im Original lesen. Denn Googles Übersetzungsprogramm, das ganz schmucklos „Übersetzer“ heißt, kann jetzt auch Schilder und Texte lesen – und baut die Übersetzung gleich in das Originalbild ein. Nebenbei liest es auch Handschrift, die man auf das Gerät schreibt und übersetzt mit Sprachausgabe derzeit etwa 90 Sprachen. Sogar Jugendsprache: „Ey chill mal!“ heißt auf Polnisch: „Ey relaksacyjna czasem“. Oder auf Zulu: „Ey obandayo ngezinye izikhathi.“
Kann ich jetzt nicht überprüfen. Aber ich glaube es einfach. Ziemlich sicher kommen auch keine Schweinefüße, wenn man Tofu bestellt hat. Und das funktioniert bald auch am Telefon: Skype/Microsoft arbeitet daran, Telefongespräche direkt zu übersetzen. Faszinierend, würde Mr. Spock sagen.