BEI DEN SOMMERSPIELEN der Special Olympics Deutschland in Hannover vom 6.-10. Juni geht es um Sport und Spaß, aber auch um Integration und Engagement. Rund 4.800 Sportler und Sportlerinnen mit geistiger Behinderung treten in 18 Disziplinen an.

Am Spielfeldrand und hinter den Kulissen arbeiten Hunderte von Menschen, um die Nationalen Spiele zu ermöglichen. Auch Coca-Cola engagiert sich hier: die Marke LIFT Apfelschorle unterstützt schon seit Jahren den Aufbau gemischter Laufgruppen, in denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam trainieren. Und während Läufer aus zehn dieser Laufgruppen in Hannover an den Start gehen, helfen Coca-Cola Mitarbeiter bei der Organisation des Events von Ort. Wir sprechen mit zwei Kollegen über ihre Erwartungen an die Tage in Hannover, Berührungsängste und den Sinn von sozialem Engagement - einmal vor ihrem Einsatz und einmal danach.


„Ich hoffe auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten":
Nicole Spiewok, HR Coordinator, 46 Jahre

Nicole Spiewok, HR Coordinator bei Coca-Cola

Nicole Spiewok an ihrem Arbeitsplatz in Berlin


Für Nicole Spiewok ist soziales Engagement eine Herzensangelegenheit. Vor vier Jahren hat sie gemeinsam mit ihrem Team zum ersten Mal in einem Kinderheim in Berlin ausgeholfen. Das war im Rahmen des Projekts „Engel für einen Tag", bei dem Coca-Cola Mitarbeiter sich einmal im Jahr frei nehmen und in einer sozialen Einrichtung engagieren können. Seitdem macht sie das jedes Jahr. Und organisiert zu Weihnachten eine Spendenaktion unter den Kollegen, damit Kindern beim Projekt Die Arche ein Wunsch erfüllt werden kann.

Auch für die Special Olympics war Nicole schon im Einsatz: vor drei Jahren, als in Berlin die ersten Lift Unified Laufgruppen ins Leben gerufen wurden. Und vor zwei Jahren bei den Nationalen Sommerspielen der Special Olympics in Düsseldorf - ein Erlebnis, das sie sehr beeindruckt hat.

Berührungsängste hast du vermutlich nicht mehr. Wie war das damals, als du nach Düsseldorf gefahren bist?

„Ich hatte vorher noch nie Kontakt zu Behinderten gehabt und mich schon insgeheim gefragt, wie ich mit ihnen reden soll. Und ob sie das überhaupt wollen. Ich hab's dann einfach auf mich zukommen lassen und die Sorge war nach kürzester Zeit weg, denn wir sind sehr herzlich in die Teams aufgenommen und zu einem Teil dieser großen Familie geworden.

Meine Kollegen und ich waren beim Tennis eingesetzt, ganz klassisch als Balljungs und -mädchen. Ich habe den ganzen Tag lang Bälle für die Spieler eingesammelt, aber zwischendurch auch motiviert, getröstet und gelobt. Die Spieler kannten schnell unsere Namen und haben ihre Freude und Enttäuschung mit uns geteilt. Das war wirklich toll. Ich hätte das noch ewig machen können, so wohl hab ich mich da gefühlt."

Ich hätte das noch ewig machen können, so wohl hab ich mich da gefühlt.


Gab es einen besonderen Moment oder eine Person, die dich damals beeindruckt hat?
„Das war gleich am zweiten Tag. Es gab natürlich Spieler, die am ersten Tag verloren hatten. Man kennt das ja selbst: Das nimmt einen doch eigentlich am nächsten Tag noch ein bisschen mit, man denkt an die Niederlage und macht sich vielleicht noch mehr Druck, jetzt zu gewinnen. Und genau das machten die Sportler dort nicht, die hatten den ersten Tag einfach abgehakt, interessierten sich nicht mehr für das Ergebnis. Sie freuten sich einfach nur auf das Spiel, das vor ihnen lag. Ein Teilnehmer sagte freudestrahlend zu mir: ‚So, heute werde ich aber mal gewinnen!‘ Das hat mich beeindruckt. Dieses Leben im Hier und Jetzt und die Fähigkeit sich aufrichtig füreinander zu freuen.

Außerdem bin ich in Düsseldorf auch ein paar Vorurteile losgeworden. Ich hatte mich schon vorher gefragt, wie die Behinderten wohl Tennis spielen. Wer weiß, wo die Bälle hinfliegen, hab ich gedacht. Das muss ich ehrlich zugeben. Doch dann war ich so fasziniert, wie viele richtig toll Tennis spielen, wie präzise und gut. Gegen die hätten du oder ich nicht gewinnen können."

Worauf freust du dich am meisten in Hannover?

„Ich bin gespannt, ob ich Menschen wiedersehe, die ich in Düsseldorf kennengelernt habe. Am meisten würde mich freuen, eine 72-jährige Dame mit ihrem 45-jährigen Sohn zu treffen, mit der ich mich vor zwei Jahren lange unterhalten habe. Sie ist, wie die meisten der Eltern dort, so stolz auf ihren Sohn und begleitet ihn überall hin. Gleichzeitig war sie in Sorge darüber, wo er wohnen und was aus ihm werden soll, wenn sie eines Tage stirbt. Das war sehr berührend."

Weißt Du schon, wo du eingesetzt bist und was deine Aufgabe ist?

„Ich habe gestern erfahren, dass wir wohl an der Kanustrecke sein werden, schön draußen, am Wasser. Ich vermute, wir betreuen die Kanuten vor und nach ihrem Einsatz. Und wenn einer reinfällt, springe ich auch rein."

Hast du Sorgen oder Ängste, wenn du an deinen Einsatz bei den Sommerspielen denkst?

„Überhaupt nicht. Ich hoffe nur, dass das Wetter hält. Das ist das einzige Risiko. Für die Teilnehmer ist es tragisch, wenn sie nicht spielen können. Sie haben sich so lange auf diesen Wettbewerb gefreut."


„Mich interessiert die Erfahrung, mit Behinderten zu arbeiten":
Maik Nickel, Verkaufsberater, 51 Jahre

Maik Nickel, Verkaufsberater in Kassel

Maik Nickel an seinem Arbeitsplatz in Kassel


Maik Nickel antwortet nach dem ersten Klingeln. Er ist unterwegs, irgendwo zwischen Edeka und Rewe, das Mobiltelefon immer griffbereit. Es ist neben dem Dienstwagen sein wichtigstes Arbeitsgerät. Maik ist Verkaufsberater für Coca-Cola in Kassel, seit 26 Jahren nun schon, angefangen hat er als Verkaufsfahrer. Vor 14 Tagen erst sah er den internen Aufruf, sich bei den Sommerspielen der Special Olympics zu engagieren - und hat sich spontan gemeldet, auch ohne zu wissen, was ihn genau erwartet.

Machst du zum ersten Mal beim Corporate Volunteering von Coca-Cola mit?

„Ich war bei der WM 2006 Betreuer des Flag Teams. Wir haben die Balljungen und die Einlaufkinder betreut. Es war interessant, mal einen Blick hinter die Kulissen der Stadien zu werfen. Da hatte die FIFA das Kommando, die hatten extra einen Vertreter aus Paraguay geschickt, der den Ablauf kontrolliert hat, irre! Und wie die Kinder sich gefreut haben, als wir ins Stadion eingelaufen sind, vor 75.000 Zuschauern einmal quer über den Platz, das war ein Gänsehautmoment für alle Beteiligten."


Du musst mit ihnen genauso sprechen wie mit uns, du musst dich da nicht verstellen.


Jetzt geht's auch um Sport - aber mit behinderten Menschen. Hast du damit Erfahrung?

„Beruflich hatte ich bisher noch keinen Kontakt mit Behinderten. Aber zwei gute Freunde von mir arbeiten in einer Behindertenwerkstatt und erzählen viel. Wie herzlich die Menschen sind und wie viel sie mit ihnen unternehmen. Die sagten mir: ‚Maik, du musst mit ihnen genauso sprechen wie mit uns, du musst dich da nicht verstellen.‘ Ich habe einen Cousin, der einen inzwischen erwachsenen mehrfach behinderten Sohn hat. Leider wohnen die weit weg, wir sehen uns höchstens ein Mal im Jahr. Da gibt es also auch keine große Erfahrung im Umgang. Nur bei uns im Fußballverein, da veranstalten wir einmal im Jahr ein Turnier mit den Alten Herren, bei dem auch eine Mannschaft mit geistig Behinderten mitspielt. Meine Freunde betreuen die Spieler. Und die sind gar nicht so schlecht, die spielen sogar bundesweit und sind groß dabei!"

Was wäre für dich das schönste Ergebnis dieser drei Tage in Hannover?

„Das kommt natürlich darauf an, was ich vor Ort genau mache. Wenn ich eine Gruppe oder einzelne Sportler betreue, wünsche ich mir, dass sie ganz vorne dabei sind. Ich möchte miterleben, wie sie sich freuen über einen Sieg oder sportlichen Erfolg! Insgesamt interessiert mich die Erfahrung, mit Behinderten zu arbeiten.

Ich bin bei Coca-Cola auch WIR-Botschafter, da engagieren wir uns im Rahmen des Nachhaltigkeitsmonats jedes Jahr für eine soziale Einrichtung. Dieses Jahr sind wir direkt vor den Special Olympics in Nörten-Hardenberg bei der TAFEL und helfen dort Kleider zu sortieren. Das wird eine intensive Woche."