Zu viel Licht, zu wenig Licht, Touristen im Bild, Sand im Objektiv. So kennen wir Urlaubsbilder. Das muss nicht sein. Wir haben einen Experten gefragt, wie auch Amateurfotografen stimmungsvolle Aufnahmen gelingen. Lars Poek von IG-Fotografie verrät uns seine Tipps.

Urlaubsfotos – richtige Uhrzeit

1. Die richtige Uhrzeit

„Jeder Ort sieht manchmal ein bisschen anders aus. Meist sind die Tagesrandzeiten am schönsten. Vor allem im Sommer lohnt es sich, früh aufzustehen um die goldene Stunde zu erwischen, also die Zeit direkt nach dem Sonnenaufgang. Da leuchtet alles. Schön ist auch die blaue Stunde, also um den Sonnenuntergang. In dieser Zeit schimmert alles blau und man hat oft mehr Licht, als man denkt. Wenn ich unsicher bin, wann die Sonne auf- oder untergeht, sehe ich auf einer sehr praktischen Seite nach: suncalc.net. Dort gebe ich Ort und Datum ein und erfahre, wann die Sonne wo steht.“ 

Urlaubsfotos – Schatten

2. Schattenseiten in der Stadt

„Normalerweise heißt es „von elf bis drei hat der Fotograf frei“, weil um diese Zeit die Sonne hoch steht und alles viel zu hell ist. Der Fotograf kann aber auch damit arbeiten. In der Stadt zum Beispiel gibt es sehr harte Schatten. Das ist bei Architektur-Fotos spannend. Wer nicht nur Gebäude und Straßen fotografieren will, sollte warten, bis eine Person durchs Bild läuft. Das lockert auf.“ 

Urlaubsfotos – Frühaufsteher

3. Frühaufsteher

„Auch im Urlaub ist es mir wichtig, dass ich mindestens einmal sehr früh aufstehe – also gegen fünf Uhr. Wenn ich dann durch die Straßen gehe, ist das eine sehr spezielle Stimmung. Straßenkehrer sind unterwegs und die Cafés räumen ihre Tische raus. Vor allem sind noch keine Touristen da. Selbst das sonst übervolle Nikolaiviertel in Berlin ist um die Zeit noch menschenleer.“ 

Urlaubsfotos – treiben lassen

4. Orientierungslos

„Es lohnt sich, zwischendurch ohne Karte und Handy loszugehen und Orte einfach zu entdecken. Ich fahre mit der Bahn an nicht touristische Orte und lasse mich treiben. Da kommen ganz neue Perspektiven einer Stadt zustande.“

Urlaubsfotos – ohne Blitz

5. Blitzfrei

„Gerade im Sommer den Blitz lieber ausschalten. Vor allem bei Gegenlicht schaltet er sich sonst dazu. Besser das Licht beobachten und sehen, was passiert.“

Urlaubsfotos - Handarbeit

6. Handarbeit

„Wer Personen fotografieren will, kann die eigene Hand benutzen um die richtige Position zu finden. Die Hand in der Sonne drehen und schauen, wie das Licht fällt. So müssen die Personen nicht warten und sehen auf Bildern nicht so ungeduldig aus.“

Urlaubsfotos - Gegenlicht

7. Gegenlicht 

„Mit einem richtigen Objektiv und einer kleinen Blende ist Gegenlicht kein Problem. Die Lamellen stehen dann so eng zusammen, dass sich Sterne bilden. Das sieht toll aus, wenn zum Beispiel ein Fußgänger in die Sonne reingeht. Auch Hochhausschluchten sind mit Gegenlichteffekt spannend. Wenn die Sonne genau hinter dem Hauptobjekt steht, gibt das eine schöne Sommerabendstimmung.“

Urlaubsfotos – mit den Gezeiten

8. Mit den Gezeiten

„Wer am Strand fotografiert sollte darauf achten, dass kein Sand in die Kamera kommt. Außerdem ist es wichtig zu wissen, wann Ebbe und Flut kommen. Wann sind die Fischerboote draußen, wie sieht der Strand aus wenn das Wasser weg ist?“

Urlaubsfotos - Strandleben

9. Strandleben

„Am Strand herrscht meistens gleißend helles Licht. Also besser zur Tagesrandzeit fotografieren. Wichtig ist auch, etwas anderes als Wasser und Strand ins Bild zu bekommen. Sonst wird es langweilig. Besser mit Kontrasten spielen und andere Farben reinbringen. Manchmal bietet sich ein Strandkorb an, es kann auch eine Muschel, ein Stein oder ein Strandarbeiter sein.“

Urlaubsfotos - Inspiration

10. Inspiration suchen

„In vielen Reiseführern gibt es tolle Bilder. Da kann man sich inspirieren lassen und schauen von wo aus etwas fotografiert ist und wie der Winkel funktioniert. Auch mit Google Maps kann ein fremder Ort vorweg erkundet werden. Vieles geht spontan, aber manchmal ist Vorbereitung besser. Sonst will der Fotograf den Sonnenuntergang fotografieren, sucht noch nach seiner Perspektive und irgendwann ist die Sonne weg.“


Noch mehr Tipps von Lars Poeck findest du in seinem Gratis-E-Book „Fotografieren lernen - 10 Tricks für bessere Fotos in 15 Minuten".

Anregungen für Fotos in der Stadt bietet sein Buch „Fotografieren in Berlin" (256 Seiten, 16,99 Euro).