Wandern und Bloggen schließen sich aus? Mag sein. Wer tagelang durch die Natur läuft, hat die meiste Zeit keinen Empfang und hoffentlich auch kein Bedürfnis nach Internetkommunikation. Andererseits passen Wandern und Bloggen wunderbar zusammen, sagt Alex Düren. Er wandert, fotografiert, sammelt Eindrücke und findet immer wieder Tipps, die er mit anderen teilen möchte. Ein paar davon verrät er hier

Blogoskop - Besser Wandern!

GUT zu Fuß: Alexander Düren

IN ALEX’ WANDERBIOGRAPHIE gibt es ein Schlüsselerlebnis: Vor zwei Jahren unternahm er mit seiner Freundin die erste Fernwanderung von München nach Venedig. Für die 550 Kilometer über die Alpen brauchten sie 34 Tage. Danach war die Begeisterung so groß, dass Alex den Blog BergReif startete. Der Blog wurde zur Plattform für Outdoor-Freunde und Wandervögel, für Kurzwanderer, oder jene, die sich auch mal auf große Tour machen wollen, für Schönwetterwanderer, die zwischendurch mal mutig sind und für Profis, die Tipps für Packlisten oder extraleichtes Equipment suchen. Also alle, die sich ein wenig bergreif fühlen. Egal, ob hinsichtlich ihrer Fähigkeiten oder ihrer Sehnsucht.

Wenn der Kopf frei wird

Bergreif. Auf Alex trifft dieses schöne Wort eigentlich immer zu. Er wandert bei jedem Wetter und fühlt sich auf einer Tagestour im Harz genauso in seinem Element wie auf einer Fernwanderung in den Dolomiten – und danach beim Bloggen. Er liebt die Alpen und die Mittelgebirge. Er läuft gern still vor sich hin und genießt den Moment, in dem die gleichförmige Bewegung den Alltag verschwinden lässt. Wenn die Gedanken aufhören zu kreisen, bekommt das Wandern ein meditatives Moment. Der Kopf wird frei, die Eindrücke kommen ungehindert durch, die Wanderung hat ihr ganz eigenes Ziel erreicht. Denn der Sinn der Wanderung ist eben nicht der Endpunkt, sondern das Unterwegssein. „Mir gefällt die Langsamkeit“, erzählt Alex. „Ich sehe viel mehr als wenn ich mit dem Rad oder in der Stadt unterwegs bin, es ist insgesamt ein intensiveres Erleben.“ Und deshalb wandert er nicht nur, sondern schreibt auch darüber.

Blogoskop - Besser Wandern!

… doch der Sinn des Wanderns ist für ihn das Unterwegssein

Vom Packen und Schlafen

Alex wandert durch die deutschen Mittelgebirge, durch Europa, durch die Alpen, mal kurz, mal wochenlang, mit dem Zelt und auch von Hütte zu Hütte. Jedes Mal wenn er zurückkommt, weiß er mehr als beim Aufbruch. Packen zum Beispiel ist eines der Themen, bei dem er ständig dazulernt. Dieses Dazulernen kann auch mal wehtun. Bei seiner ersten langen Wanderung war er zum Beispiel hoffnungslos überladen und schleppte sich schon am zweiten Tag mit Rücken- und Fußschmerzen zum Zeltplatz. Ein Fehler, den seine Leser sich sparen können.

Blogoskop - Besser Wandern!

„Wenn die Gedanken aufhören zu kreisen, bekommt das Wandern ein meditatives Moment“, sagt er…


Wir haben Alex nach praktischen Tipps für Anfänger gefragt.

Wohin schickst du Wanderanfänger?

In die deutschen Mittelgebirge. Im Harz, in der Eifel oder im Schwarzwald kann man wunderbare Tagestouren machen. Das ist für Anfänger super, weil die Steigungen nicht so extrem sind und man keine alpine Ausrüstung braucht.

Was darf ich auf keinen Fall vergessen?

Je nach Witterung reichen gute Schuhe, Erst-Hilfe-Set mit Blasenpflaster, Regenbekleidung und etwas Proviant. Als Proviant am besten energiehaltige Lebensmittel, die nicht viel wiegen. Nüsse, Äpfel, Müsliriegel, Bananen und natürlich etwas zu trinken.

Und wenn ich übernachten möchte?

Bei Hüttenwanderungen sollte ein Hüttenschlafsack dabei sein. Auf den Hütten gibt es zwar Decken, schlafen soll man darunter aber im eigenen Schlafsack. Idealerweise meldet ihr euch auf einer Hütte rechtzeitig an, sonst gibt es in der Hochsaison eventuell nur noch Notfallplätze.

Was mache ich, wenn ich mich verlaufen habe?

Erst mal den Weg zurücklaufen bis zu einem markanten Punkt, wo du dich wieder auskennst. Manchmal helfen Smartphone oder Kompass weiter, oft gibt es aber kein Netz und den Kompass kann nicht jeder lesen. Ich empfehle immer, eine Papierkarte mitzunehmen und sich die Route vorher genau anzusehen.

Was muss ich planen, bevor ich loslaufe?

Von jeder Wanderregion gibt es Wanderführer. Dort würde ich mir eine Tagestour raussuchen, die Beschreibung lesen und entscheiden, ob ich lieber viel Steigung suche, eine besonders schöne Aussicht oder eine Rundtour. Dabei kommt es auch ein bisschen auf die eigene Kondition an. Wer nicht fit ist, sollte es mit der Steigung nicht übertreiben. Das gilt für kleine und natürlich erst Recht für große Touren. Für eine Fernwanderung brauche auch ich vorher ein gezieltes Training.

Gibt es das perfekte Wanderwetter?

Um die 20 Grad mit ein paar Wolken. Im Sommer sollte die Sonne nicht zu sehr runterknallen. Im Herbst und Frühling hat man oft geeignetes Wetter. Für mich ist alles in Ordnung, solange der Weg begehbar ist. Ich zelte auch im Schnee. Wenn es gewittert und hagelt, ist Zurückhaltung angesagt. Da wird es in den Alpen schnell gefährlich.

Blogoskop - Besser Wandern!

… und wenn wir seine Fotos sehen, möchten wir auf der Stelle loslaufen

Hast du einen Lieblingsblog?

Fräulein Draußen ist ein sehr schön geschriebener Outdoor-Blog aus der Perspektive einer Frau. Das finde ich interessant, weil es gelegentlich unterschiedliche Eindrücke gibt. Gerade ist sie von ihrer 2.000 Kilometer langen Großbritannien-Durchquerung zurückgekehrt und hat viele lesenswerte Artikel im Gepäck.

Und einen Lieblings-Socialmediakanal?

„Instagram. Das ist einfach und für die Wanderbilder super geeignet.“