„Wir alle können lebensfroher werden und die Wissenschaft kann uns dabei helfen.“   


Was fasziniert Sie am Thema Lebensfreude?
Wir leben nur einmal und es wäre tragisch, wenn wir dieses eine Leben nicht genießen würden. Lebensfreude ist nicht nur für sich genommen wertvoll. Sie fördert auch andere Dinge, die wir schätzen, wie Geselligkeit und Kreativität. Also vereint Lebensfreude das Angenehme mit dem Guten.
Was ist Ihr Rezept für Lebensfreude?
Jeder von uns braucht in seinem Leben Essen, Gemeinschaft und eine sinnstiftende Beschäftigung. Doch nicht jede Lebensweise passt zu jedem Menschen gleich gut. Wir wissen vorab leider nicht, welche Art Leben am besten zu uns passt, sondern müssen das erst herausfinden. Einerseits durch unsere Vorstellungskraft („Wie froh wäre ich, wenn ...?“) und andererseits durch Versuch und Irrtum („Wie fühlt es sich tatsächlich an, wenn ...?“). Außerdem orientieren wir uns daran, was andere erleben und berichten. Die Wissenschaft trägt dazu bei, indem sie die Lebensfreude verschiedener Menschen untersucht.
Was reizt Sie daran, als Experte beim Happiness Institut dabei zu sein?
Die Lebensfreude-Forschung kann uns dabei helfen, lebensfroher zu werden, genau wie die Gesundheitsforschung dazu beigetragen hat, dass wir heute gesünder sind und länger leben als frühere Generationen. Bei der Gesundheit ist es nur zu Verbesserungen gekommen, weil die Menschen aufgeklärt wurden – über die Wichtigkeit von Hygiene, ausgewogene Ernährung und Bewegung. Gleiches muss beim Thema Lebensfreude geschehen, damit die Erkenntnisse der Wissenschaft zu den Menschen gelangen. Und genau das ist das Ziel des Happiness Instituts. Deshalb unterstütze ich das Projekt.
 
Aktuelle Projekte
  • World Database of Happiness – ein Archiv mit Forschungsergebnissen zur subjektiven Lebensfreude von Menschen auf der ganzen Welt
  • Happiness Indicator– eine Kombination aus Selbsthilfe-Website und einer langfristigen Verlaufsstudie 
Vita
  • seit 2001 Professor für „Gesellschaftliche Bedingungen für Lebensfreude“ an der Erasmus Universität Rotterdam
  • 2000 Gründung der Zeitschrift „Journal of Happiness Studies“
  • 1995-2001 Professor für Humanismus an der Universität Utrecht
  • 1984 Gründung des Archivs „World Database of Happiness“
  • 1984 Promotion, Thema: „Bedingungen für Lebensfreude“
  • 1964-1969 Studium der Soziologie an der Erasmus Universität Rotterdam
Veröffentlichungen auf Deutsch: