„Unsere Suche nach Lebensfreude ist der Motor für eine bessere Gesellschaft.“


Was fasziniert Sie am Thema Lebensfreude?

Lebensfreude ist unsere positive Wahrnehmung und Bewertung einer lebenswerten Umwelt und zugleich Antriebskraft für Veränderungen und Erneuerung. An der Lebensfreude der Menschen können wir ablesen, wofür es sich lohnt zu leben. Gleichzeitig verlieren wir aber auch die Kehrseite der Medaille nicht aus dem Blick. Wir sind also nicht auf einem Auge blind. Ganz im Gegenteil: Wir sehen auch, was nicht lebensfroh macht und was wir deshalb aus dem Weg räumen sollten.
Was ist Ihr Rezept für Lebensfreude?
Es gibt die lange etablierte Gleichung: Lebensfreude ist Haben plus Lieben plus Sein. Empirische Studien haben sie immer wieder bestätigt. Materielle Absicherung ist wichtig, aber sie macht unser Leben eben keineswegs perfekt. Entscheidend ist, dass wir Menschen um uns haben, denen wir zugeneigt sind. Unverzichtbar ist auch, dass wir uns in einem größeren Zusammenhang, sei er sozialer, religiöser oder anderer Art, wiederfinden und uns geborgen fühlen. Ich persönlich engagiere mich gerne für soziale Projekte und ich glaube an das Gute. Im Alltag gibt es dann noch ganz praktische Dinge wie ausreichend schlafen, was mir allerdings viel zu selten gelingt, ein freundlicher Umgang mit anderen und Sport.
Was reizt Sie daran, als Experte beim Happiness Institut dabei zu sein?
Das Thema Lebensfreude interessiert ja nicht nur Wissenschaftler, sondern letztlich jeden. Es würde mich sehr freuen, wenn die Einsichten, die wir durch wissenschaftliche Analysen gewinnen, auch prompt eine breite Öffentlichkeit erreichen. Wir machen Forschung für die Leute. Und ich glaube auch, dass wir schnell Formen finden, mit denen wir unsere Grundlagenergebnisse in der Realität einfach umsetzen können. Es ist  einen Versuch wert und das Happiness Institut hoffentlich eine gute Plattform.


Aktuelle Projekte

  • Untersuchung zu Lebensfreude und Ungleichheit
  • Vergleichende Studien zu den Dynamiken der Lebensfreude
  • Untersuchungen zum subjektiven Wohlbefinden in Europa und China

Vita
  • seit 2006 Professorin für Soziologie, Jacobs University Bremen
  • 2002-2006 Juniorprofessorin, International Graduate School of Social Sciences, Universität Bremen
  • 1998-2002 Forschungsstipendium, Max-Planck-Institut für demografische Forschung, Rostock
  • 1997 Promotion in Soziologie, Philipps-Universität Marburg
  • 1992-1997 Forschungsstipendium, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
  • 1985-1991 Studium der Soziologie, Psychologie, Politologie und des Öffentlichen Rechts in Bielefeld, Hamburg und Essex; Diplom in Soziologie

Veröffentlichungen