Für die Athleten in Rio mag es nur drei mögliche Schmuckstücke geben, für die Sammler rund um das Olympiagelände in Rio aber sind es Tausende. Pins. Die kleinen Anstecknadeln sind begehrte Sammelobjekte. Vorne wird gekämpft, hinten getauscht. 

DIE ERSTEN ANSTECKNADELN BEI OLYMPIA gab es vor mehr als 100 Jahren. 1898 wurden sie in Athen eingeführt, um Athleten, Schiedsrichter und Offizielle zu kennzeichnen. Heute bringt sie jeder Sender, jeder Sponsor jede Organisation zu den Olympischen Spielen heraus. Und Scharen von Sammlern gehören bei Olympischen Spielen zur Folklore.

Coca-Cola Pins Rio 2016
Coca-Cola Pins für Olympia 2016

Viele treffen sich im Coca-Cola Pavillon im Olympischen Park, tauschen und philosophieren über ihre Trophäen. Auf der großen Tauschbörse in der Stadt finden außerdem jeden Tag bis zu 5.000 Sammler Platz. Anstecker von Coca-Cola haben eine lange Tradition. Natürlich gibt es auch in Rio eine Sonderedition und jeden Tag kommt ein neuer Pin dazu. 

Anstecknadeln - Sammlerbörse
SAMMLER bei der Pin-Tauschbörse in Rio

Ein weiterer Sammler-Hotspot liegt direkt vor dem Olympischen Park. Schon morgens treffen sich die Jäger der Pins vor dem Pressezentrum, in dem Tausende Journalisten untergebracht sind. Denn die sammeln oft selbst leidenschaftlich und haben guten Zugang zum Reich der Sticker. Wenn sich in der prallen Sonne Menschentrauben um die Bretter mit den ausgebreiteten Stickern bilden wird gefeilscht, gelacht und getauscht. In allen Sprachen der Welt.

Anstecknadeln weltweit: 17 Mal Olympia

Es sind Momente wie diese, die auch Todd begeistern. Der US-Amerikaner ist im normalen Leben Physiotherapeut in San Diego. Aber seit 1984 ist er eben auch Pin-Sammler und hat seit den Spielen in Los Angeles Land nichts mehr ausgelassen – 17 Mal Olympia weltweit. „Ich war sofort begeistert davon, mit Menschen aus aller Welt zu sprechen. Seitdem bin ich dabei.“ Todd weiß selbst nicht genau, wie viele Pins er inzwischen besitzt, „es könnten so um die 30.000 sein.“

Pins - historisch
TRIMMY ist auch dabei: Anstecknadeln von vergangenen Spielen

Auf dem olympischen Gelände darf nur getauscht werden. Wenn man hier beim Verkaufen gesehen wird, bekommt man Ärger. „Klar, dass ein paar Pins dann doch im Netz auftauchen, aber eigentlich geht es hier um den Spaß“, versichert Todd. Er ist mit seiner Ausbeute bis jetzt ganz zufrieden und hat das nächste Ziel schon vor Augen – „in zwei Jahren stehe ich in Peyongchang.“ Dort finden die olympischen Winterspiele statt. Todd wird viele alte Bekannte wiedertreffen, nur seine dünne Weste muss er dann wohl gegen eine dicke Jacke eintauschen.