Als der neue TV-Spot für LIFT Apfel-Schorle herauskam, bekamen wir spontane Post von einer jungen Mutter: Kerstin. Wir haben sie daraufhin um einen Gastbeitrag für Coca-Cola Journey gebeten. Denn nicht nur freuen wir uns über ihren Dank und ihre Begeisterung für den TV-Spot, vor allem aber möchten wir ihr hier eine Plattform geben, um sich selbst einmal öffentlich zu dem Thema zu äußern. 


Unter dem Motto „Lust auf Leben. Durst auf Lift.“ ist am 13. Mai der neue TV-Spot von Lift Apfelschorle gestartet. Darin steht zwar der aktive Lebensstil im Vordergrund, aber es geht um viel mehr. Der Film zeigt Menschen mit und ohne Behinderung, die ihr Leben gemeinsam gestalten und so in vollen Zügen genießen. Der Spot wurde in enger Zusammenarbeit mit Special Olympics Deutschland gedreht, der Sportbewegung für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. 


Als ich diesen Lift-Spot zum ersten Mal sah, war ich begeistert. Hier wird eine ganz andere Botschaft kommuniziert und nicht wie üblich, wenn behinderte Menschen in den Vordergrund gerückt werden, auf den Nerv des Mitgefühls beim Zuschauer gezielt. Der Spot ist emotional so mitreißend, dass man sich ihm gar nicht entziehen kann. Endlich geht es einmal nicht um Betroffenheit, sondern um Lebenslust und Spaß! Da ich selbst Mutter eines kleinen Jungen mit Down-Syndrom bin, habe ich mich spontan bei Coca-Cola gemeldet und mitgeteilt, wie klasse ich den Spot fand. Daraufhin bot man mir an, im Online-Journal einen kurzen Artikel darüber zu schreiben, wie denn das Leben mit einem kleinen Jungen mit Down Syndrom aussieht. 

Jetzt sitze ich hier und denke darüber nach, wie ich all die Lebenslust, die Lebensfreude und den ganz normalen Alltagswahnsinn in einen möglichst kurzen Artikel packen kann und das ist gar nicht so einfach. 

Sieh die Welt positiv

Unser Alltag sieht eigentlich aus wie bei allen Mutter-Kind-Gespannen. Ich arbeite, Philipp geht in eine integrative Kita und zwischendurch mischen wir den Spielplatz auf. Philipp ist vier Jahre alt und ein extrem charmanter kleiner Mann. Mit seiner zugänglichen Art geht er auf Menschen zu und öffnet wirklich alle Herzen. Es gibt eigentlich kaum Menschen, die ihm widerstehen können. Schlechte Laune lächelt er in Grund und Boden oder „heilt“ sie mit einer Umarmung. Stehen wir im Supermarkt an der Kasse an, dann sind wir – bis wir dran sind – mit ziemlicher Sicherheit mit jedem in der Schlange bekannt. Auf seine Art und Weise berührt er die Menschen um ihn herum. 

Gastbeitrag Kerstin mit Sohn Philipp - Enhancement

"Endlich geht es mal um Lebenslust und Spaß": Philipps Mutter Kerstin ist begeistert, dass der LIFT TV-Spot nicht auf Mitgefühl zielt. Und dass sich die Marke überhaupt den Themen Behinderung und Inklusion widmet.


Mir gefällt die Art, wie Philipp der Welt begegnet: Alles Neue wird mit Begeisterung aufgenommen, allem und jedem tritt er erst einmal herzlich entgegen. Philipp sieht seine Umwelt grundpositiv - was ich von mir nicht unbedingt behaupten kann. Allerdings verfügt er mit seinen vier Jahren über eine sehr stark ausgeprägte Persönlichkeit. Er weiß genau, was er will und was er ablehnt und vor allem, wie er seinen Willen durchsetzen kann. Im Grunde ist er also ein ganz normaler Vierjähriger, der bezaubern kann und einen manchmal in den Wahnsinn treibt. Apropos bezaubern – sein Lächeln und sein Lachen sind grandios! Das ist wirklich ansteckend. 

Natürlich gab es Situationen, in denen ich zutiefst verzweifelt war und mit allem gehadert habe, zum Beispiel als Philipp alle seine Haare verloren hat. Mittlerweile habe ich diese Tatsache akzeptiert. Mein Sohn ist ansonsten gesund, das ist das allerwichtigste und ich finde ihn auch ohne Haare schön. Letztlich sind es nicht die Haare, die ihn zu einem wunderbaren kleinen Mann machen, sondern seine Persönlichkeit. 

Die Türen stehen offen 

Wie alles weitergeht, wird sich zeigen, wie bei jedem Kind. Philipp geht noch zwei Jahre in den Kindergarten, danach wird er aller Voraussicht nach eine inklusive Grundschule besuchen. Er entwickelt sich im Grunde wie jedes Kind, nur in manchen Dingen etwas langsamer und auf seine individuelle Art. Seine Herzensbildung wird seiner kognitiven Bildung vermutlich immer einen Schritt voraus sein, aber ich glaube ganz fest an meinen Sohn und bin davon überzeugt, dass er seinen Weg gehen wird. Hierbei werde ich ihn so lange es geht begleiten und unterstützen. Meine Aufgabe wird darin bestehen, ihn zu größtmöglicher Selbständigkeit zu erziehen, damit er später einmal alleine oder in einer WG leben kann. Auch soll er nach Möglichkeit einen Beruf ergreifen können, der seinen Fähigkeiten und Wünschen entspricht, ihn fordert und ihm natürlich auch Spaß macht.   

Was wäre sonst noch zu sagen? Wir führen ein glückliches Leben und ich bin wirklich froh, dass er da ist. Er lehrt mich jeden Tag aufs Neue, Dinge, die ich für selbstverständlich erachte, zu hinterfragen, das Tempo im Alltag zu drosseln und dem Leben insgesamt unbeschwerter entgegen zu treten. Ich gebe allerdings zu, dass man hierzu an manchen Tagen geradezu  buddhistische Sanftmut benötigt (daran arbeite ich dann noch …) 

Kerstin und ihr Sohn Philipp

"You never know what you're gonna get!" - aber es ist immer gut, der Welt mit so viel Begeisterung zu begegnen, wie Philipp das tut


Andererseits: anstrengend sind Kinder doch eigentlich immer einmal. Wer kann schon behaupten, dass sein Leben mit Kindern genauso verläuft, wie er sich das vorgestellt hat? 

Wie sagte noch Forrest Gump: „Life is like a box of chocolates – you never know what you’re gonna get.“ Ganz genau! 

In diesem Sinne grüße ich herzlichst alle mit und ohne Handicap!

Kerstin, Mutter von Philipp*

* Kerstin hat uns gebeten, ihren Nachnamen und ihren Wohnort nicht zu nennen und wir kommen diesem Wunsch nach Privatsphäre selbstverständlich nach.