Thomas Gorski ist Profi. Im Gegensatz zu vielen Kollegen, die ein Aufkleber auf der Hand als Erstspender ausweist, gibt Thomas schon zum fünften Mal das wertvollste, was er hat: sein Blut. Am 25. November wird ihm die eintausendste Blutspende aus dem Kreis der Berliner Coca-Cola Mitarbeiter vom Entnahmeteam des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost abgezapft.

Blutspenden_Thomas Gorski

Thomas Gorski (mi) hat schon oft Blut gespendet - aber das erste Mal eine "1000ste" Spende abgegeben. Mitarbeiter vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost (re und li) standen helfend zur Seite.


„Bei der Blutspendeaktion im Haus muss ich nicht einmal vor die Türe treten. Leichter kann es nicht sein, Gutes zu tun,“ sagt Thomas, als er im Erdgeschoss der Coca-Cola Zentrale auf seinen Hämoglobin-Test wartet. Natürlich wollte er auch früher immer schon Blut spenden, wenn Plakate des DRK-Blutspendedienstes dazu aufforderten. Aber irgendwie kommt einem doch immer etwas dazwischen. Der Sport am Abend, der Alltag, die Arbeit. Als der DRK-Blutspendedienst im Jahr 1995 zum ersten Mal zu Coca-Cola in Berlin kam, wurde alles viel einfacher. „Hier ist alles so einfach und nett. Die DRK-Mitarbeiter sind freundlich, man steht mit Kollegen zusammen in der Schlange vor der ärztlichen Untersuchung, trifft Leute, die man schon lange nicht mehr gesehen hat und geht danach zusammen in die Kantine zur Stärkung.“ Schnell ist auch schon alles vorbei. Ganz Coca-Cola Mitarbeiter greift er nach dem Aderlass zur Coke. Als Spender der 1.000sten Blutkonserve stand er im Mittelpunkt, aber die Anerkennung verdienen auch die 33 weiteren Kollegen, die an dem Tag Blut für Berliner Patienten spendeten. Und natürlich auch die kompetenten Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer vom DRK-Blutspendedienst.

Die 1000. Blutspende von Coca-Cola

Coca-Cola und das DRK Nord-Ost unterzeichneten eine Fortsetzung des Kooperationsvertrags. Zwei Mal im Jahr können Mitarbeiter in Zukunft Blut spenden.


Helden des Alltags

Insgesamt waren es 34 Mitarbeiter, die keine Angst vor dem Einstich hatten. Die meisten trugen wie Thomas routiniert einen Blutspenderausweis, sieben Kollegen waren zum ersten Mal dabei. Die sieben Erstspender haben gute Voraussetzungen, selbst alte Hasen zu werden. In Zukunft wird das Deutsche Rote Kreuz zwei Mal im Jahr in den Räumen von Coca-Cola zur Kanüle bitten. Wolfgang Rüstig, der Kaufmännische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost und Barbara Körner, Mitglied der Geschäftsführung der Coca-Cola GmbH unterzeichneten die Kooperationsvereinbarungen, als Thomas Gorski es sich gerade für die Jubiläumsspende auf der Liege bequem machte.

Ein ganz besonderer Saft

Blutspenden

Erstspender werden besonders umfassend aufgeklärt, bevor sie gepiekst werden.


Anmelden, Fragebogen ausfüllen, Hämoglobinwert und Fieber messen, ein kurzer Arztbesuch und dann geht es auch schon auf die Liege und an die Ader. Etwa zehn Minuten dauert der Aderlass, dann wechselt ein halber Liter Blut seinen Besitzer. Was aber passiert eigentlich mit dem roten Beutelchen? Zunächst einmal wird das Blut getestet. Das dauert etwa ein bis zwei Tage. Nur wenn die Konserve einwandfrei ist, kommt sie in den Umlauf. Wird eine Infektion festgestellt, dann wird das Blut eliminiert und der Spender bekommt umgehend Bescheid. Ganz nebenher bekommt der Spender auf diese Art einen Gesundheitscheck. Wer drei Mal innerhalb von 12 Monaten antritt, bekommt sämtliche Ergebnisse des Blutchecks schriftlich zugeschickt, wenn er möchte: Eine kleine Geste des DRK-Blutspendedienstes an seine treuesten Spender. Theoretisch ist eine Blutkonserve bis zu 42 Tagen haltbar. Allerdings kommen die meisten Spenden schon innerhalb von Tagen in der Region zum Einsatz. Alleine in der Region Nord-Ost werden täglich 2.250 Blutkonserven benötigt. Und der Bedarf steigt. Mit steigender Lebenserwartung und mit jedem Fortschritt in der Medizin wächst die Wahrscheinlichkeit, dass jeder Mensch einmal auf die Gabe von Blut angewiesen sein wird. Weil Blut sich nicht künstlich herstellen lässt, werden Spender in Zukunft noch dringender benötigt als heute.

Was hat Blut mit Coca-Cola zu tun?

Eine ganze Menge, findet Thomas Gorski. Zum einen ist Blutspenden eine der vielen kleinen Gelegenheiten, bei denen fast jeder mit einer kleinen Geste Großes bewirken kann. „Es ist wie bei den ‚Random Acts of Kindness’, mit denen wir werben, diesen kleinen verrückten Ideen, mit denen jeder die Welt ein kleines bisschen besser machen kann.“