Die Archive von Coca-Cola in Atlanta beheimaten mehr als 1.000 Original-Kunstwerke. Jedes davon hat seine eigene Geschichte. Coca-Cola tut viel, damit die Kunststücke erhalten bleiben. 

Ein eigenes Archiv-Team kümmert sich um die Exponate, führt Oberflächenreinigungen durch und sorgt für die richtige Lagerung. Licht und Temperatur spielen bei der Lagerung eine wichtige Rolle. Aber manchmal sind die hauseigenen Experten auf Hilfe angewiesen. Viele der Kunstwerke haben schon einiges erlebt und nicht immer ging die Zeit spurlos an ihnen vorüber. Wenn Risse und andere Beschädigungen von den Archivaren nicht mehr behoben werden können, dann schlägt die Stunde des Spezialisten. In Momenten wie diesen klingelt das Telefon von Larry Shatts. 

Werbeplakate und wertvollste Gemälde

Shatts ist Gemälderestaurator am Zentrum für Kunstrestaurierung in Atlanta, nur wenige Kilometer von den Coke-Archiven entfernt. Das Zentrum im futuristischen Gebäude des High Museum of Art genießt einen exzellenten Ruf in der Branche, viele Kunsthäuser und Sammler schicken ihre wertvollsten Stücke zur Aufarbeitung hierhin. Bei Larry Shatts landen auch die meisten Kunstwerke von Coca-Cola. Der Restaurator, der in seiner Freizeit gerne an Oldtimern bastelt, hat große Teile seines Lebens   damit verbracht, unbezahlbare Bilder wieder herzustellen. Trotzdem bringt ihn ein Werbeplakat ins Schwärmen. „Es ist immer wieder aufregend, wenn Coca-Cola uns etwas Neues bringt. Die verschiedenen Werbegrafiken zu sehen, die im Laufe der Unternehmensgeschichte verwendet wurden, das ist einfach spannend".

Ein Restaurator ist Künstler und Detektiv

Der aktuelle Neuzugang ist ein Ölgemälde von 1939 - ersteigert auf einer Museumsauktion. Während einige Werbebilder von Künstlern wie Norman Rockwell und Haddon Sunblom Kultstatus erreichten, ist der Maler dieses Bildes unbekannt. Wie immer, wenn Larry sich an die Arbeit macht, versucht er erst einmal so viele Informationen wie möglich über die Geschichte eines Bildes in Erfahrung zu bringen. Jedes Detail kann wichtig sein, wenn es um die Restaurierung eines Kunstwerks geht. Dabei geht es auch um Fragen wie ‚Wer waren die Vorbesitzer’ und ‚Wo hat es gehangen’.

Beim aktuellen Bild wird schon nach dem Aufrollen klar, dass ein wesentlicher Bestandteil fehlt: die berühmte rote Scheibe mit der Aufschrift ‚Coca-Cola’. Ein Job für die Restauratoren. Während Larry Shatts auf Farben und Malerei spezialisiert ist, finden sich im Team auch Experten für Objektrestauration. Wenn ein Bild wie dieses bearbeitet wird, sind verschiedene Fertigkeiten gefragt. In diesem Fall besorgen sich die Restauratoren zunächst ein anderes Bild aus der Zeit um 1939 und nutzen die rote Scheibe mit dem Coca-Cola Schriftzug dann als Schablone. Was einfach klingt, ist Millimeterarbeit und nur ein winziger Punkt von vielen. Mehr als 20 einzelne Arbeitsschritte sind bei einem Bild wie diesem nötig, um es komplett zu restaurieren. Aber der Aufwand loht sich und die Sammlung von Coca-Cola ist danach wieder um ein Stück Geschichte reicher.

Die Kunst-Retter

Wie Sie Ihre Kunstwerke zu Hause schützen können

Wir haben den Experten nach einfachen Tipps gefragt, mit denen auch Ihre Familienschätze, Erbstücke und Gemälde lange erhalten bleiben:

Legen Sie die Kunstwerke nicht an Orten ab, wo sie durch Tritte oder Stürze beschädigt werden könnten. Kunst sollte aufgehängt werden. Nur dann hat der Betrachter etwas davon. Genießen Sie die Kunst!

Ein Kunstwerk bitte nicht mit Sprays und Putzmitteln reinigen. Gelegentlich abstauben reicht vollkommen aus. Halten Sie Ihr Kunstwerk von direktem Sonnenlicht fern und hängen Sie es nicht über einem Kamin auf - der Ruß kann das Kunstwerk bedecken und beschädigen.

Untersuchen Sie Ihr Kunstwerk gelegentlich. Vielleicht stellen Sie dabei fest, dass es mit der Zeit Risse bekommen hat, die Farbe abblättert oder die Leinwand sich kräuselt. Ist das der Fall, dann sollte das Kunstwerk in professionelle Hände gegeben werden.

Seien Sie vorsichtig, wenn Sie das gute Stück reinigen. Shutts erlebte einmal eine Geschichte mit einer Frau, die ihr Ölgemälde schmutzig fand, es kurzerhand aus dem Rahmen nahm und die Leinwand in die Waschmaschine steckte.  „Es klingt unglaublich, aber es ist wahr“, sagte er lachend. „Ich bin froh, dass ich den „Rest“ von diesem Kunstwerk nicht konservieren musste“.