Dürfen wir vorstellen? Unsere Mama-Managerinnen! Heute: Sandra Broschat. 

DER EISBÄR STEHT fest und schaut mit großen Augen nach vorn. Kein Wunder, dass sich Oskar in das Tier verliebt hat. „Das Wort Eisbär kam ihm bald flüssig über die Lippen“, erinnert sich Sandra Broschat. Heute steht der Eisbär auf ihrem Schreibtisch im fünften Stock der Zentrale von Coca-Cola in Berlin. Aber nur heute. Sohn Oskar hat ihn mitgegeben für das Foto. Er liebt Tiere und zählt mit seinen zwei Jahren wohl zu den größten Spieltierzoodirektoren in Deutschland. Sandra Broschat erzählt von ihrer Familie und von ihrem Beruf. Ob sie beides unter einen Hut bekommen würde, das wusste sie vor wenigen Jahren selbst noch nicht. Heute hat sie eine klare Botschaft.
Moms@Work@Coke Sandra Broschat
SOHN Oskar redet auch gern - zum Beispiel von Eisbären

Schaffe ich das?

Sandra Broschat kam nach dem Studium an der Universität der Künste als Marketing-Trainee zu Coca-Cola. Mit etwas Glück und viel Eigeninitiative wechselte sie dann in den jungen Bereich Nachhaltigkeit. Sie erinnert sich gerne an die Zeit zurück: „Wir hatten eine Start-Up-Atmosphäre. Die Entwicklung von ersten Maßnahmen in Deutschland auf Basis der globalen Nachhaltigkeitsstrategie war spannend.“ Sandra Broschat geht voll auf im Job und das Projekt nimmt Fahrt auf. Ihr Chef setzt Vertrauen in sie und ihre Fähigkeiten. Im Sommer 2013 ist sie ein knappes Jahr im Team Nachhaltigkeit und voll drin im Thema und den Prozessen. Die Schwangerschaft war nicht geplant, aber die Entscheidung für das Kind fällt mit der Nachricht. Trotzdem sieht sich die Berufsanfängerin in einem Konflikt. „Man steht da plötzlich vor der Frage: Wie sage ich es meinem Chef?“

Eine Hand am Kinderwagen, eine am Telefon

Heute erscheint der innere Konflikt von damals fast unwirklich. „Mein Chef hat selbst zwei Kinder und seine Reaktion war unheimlich positiv. Er freute sich für mich mit.“ Aber trotzdem geht das Leben auch im Beruf weiter und hier setzt Sandra Broschat auf Offenheit und Angebot. Dem Arbeitgeber selbst Lösungen anzubieten – bezeichnet sie heute als wichtigste Erkenntnis aus dieser Zeit. „Dazu kann ich jeder werdenden Mutter wirklich raten.“ Sandra Broschat schlug eine sechsmonatige Auszeit vor und dann einen schrittweisen Wiedereinstieg von zunächst zehn Stunden die Woche, um strategisch-konzeptionelle Aufgaben zu übernehmen. Coca-Cola stimmte zu und die Praxis bestätigte den Erfolg des Modells. Sandra Broschat erledigte die projektbasierte Aufgabe von zu Hause aus und konnte so jeder Seite gerecht werden: dem kleinen Oskar und dem Arbeitgeber. In ihrer Auszeit hielten Sandra Broschat und ihr Chef den Kontakt aufrecht, wenn sie mit Oskar und Kinderwagen um den Block zog, hielt er sie in regelmäßigen Abständen am Telefon über die Entwicklungen im Unternehmen und der Abteilung auf dem Laufenden. Das Gefühl weiter ein Teil des Teams zu sein und dabei keine Verpflichtungen zu haben, gibt Sandra Broschat Sicherheit. Der Wiedereinstieg klappt ohne Probleme. 

Moms@Work@Coke Sandra Broschat
FLEXIBEL trotz Vollzeit: Für Sandra Broschat stimmt das Arbeitsmodell

Teil des Teams bleiben

Nach dem schrittweisen Wiedereinstieg über das Home Office entscheidet sich Sandra Broschat bei ihrer Rückkehr für eine volle Stelle. Der Bereich Nachhaltigkeit ist gewachsen, und die 29-Jährige will mehr Verantwortung übernehmen. „Ich habe mir eine flexible Arbeitsweise zugelegt“, beschreibt sie ihr Modell. „Ich sitze nicht am Platz, wenn die Arbeit erledigt ist, sondern verbringe dann den Nachmittag mit Oskar auf dem Spielplatz.“ Dafür nimmt sie auch mal Arbeit mit nach Hause oder ist länger da, wenn Projekte das erfordern. „Wichtig ist, dass die Arbeit gemacht ist und ich gut vorbereitet ins Meeting am Morgen komme. Dann ist es egal, wo ich mich vorbereitet habe.“ Ein halbes Jahr nach der Rückkehr kommt die Beförderung zum Senior, Sandra Broschat leitet jetzt selbst ein Team.

Moms @ Work @ Coke – alle Folgen

Das schönste Ritual des Tages

Das Modell von Sandra Broschat ist flexibel, weil es geplant ist. „Ich habe das mit meinem Freund auch zu Hause so gemacht und kann das wirklich nur empfehlen.“ Einmal in der Woche, wenn der kleine Oskar im Bett liegt, sitzen die beiden zusammen und planen die nächsten Tage. Dabei werden die Aufgaben verteilt und mit den beruflichen Terminen, aber natürlich auch dem Privaten abgestimmt. „Da wird dann auch nicht mehr dran gerüttelt. Das birgt mitunter Konfliktstoff, aber gleichzeitig erleichtert es das Ganze für uns.“ Das Leben von Sandra Broschat hat sich verändert, seit Oskar da ist. „Im Job bin ich effizienter geworden, im Privaten erobere ich mir meine Zeit für mich langsam zurück.“ Zwischen Kita und Coke steht die Familie im Mittelpunkt. Das gemeinsame Abendessen ist das schönste Ritual des Tages. „Oskar ist eigentlich ein ziemlich wilder Kerl und nicht gerade der Leiseste“, sagt sie. „Aber wenn wir zusammen sitzen und ich mich mit meinem Freund über den Tag unterhalte, spitzt er die Ohren und hört zu. Er genießt die gemeinsamen Momente und fühlt, dass es etwas Besonderes ist.“ Es ist nicht so lange her, dass Sandra Broschat mit Freude und einer gewissen Sorge nach vorn schaute. Heute blickt sie mit Freude und Stolz auf das Geschaffte zurück.


Steckbrief

Name: Sandra Broschat
Alter: 29
Kind: Oskar Emil
Beruf: Senior Manager Sustainability
Berufung: Mit Leidenschaft für Nachhaltigkeit und Vielfalt!