Weltreise per Fahrrad - Nico, Julian und Sandro aus Bayern und Baden-Württemberg waren eineinhalb Jahre im Sattel unterwegs, um sich einen Traum zu erfüllen: mit dem Rad bei den Olympischen Spielen in Rio einzufahren. Jetzt sind sie wieder zurück.

32.000 KILOMETER, 29 Länder in 554 Tagen. Die Brüder Julian (34) und Nico Schmieder (27) und ihr gemeinsamer Freund Sandro Reiter (33) haben ihre Erlebnisse mit der GoPro festgehalten. Nun wollen sie ihre unglaubliche Reise mit einer Crowdfunding-Aktion ins Fernsehen bringen. Hier haben sie uns erzählt, welche Ereignisse ihnen in Erinnerung bleiben werden:

Mit Coke um die Welt - Bern

Julian und Nico in Bern

Begegnung mit den Drogenbaronen

„In Peru sind wir aus Versehen in die rote Zone gefahren, in der die Kokainbarone ihre Felder haben. Wir sind da fröhlich-pfeifend unterwegs, als uns drei Pick-Ups überholen und acht Männer mit Maschinengewehren aussteigen. Da dachten wir: Jetzt ist alles vorbei, wir werden im Dschungel verscharrt. Wir haben ihnen dann mit Händen und Füßen erklärt, was wir vorhaben. Nach ein paar Minuten hieß es: Okay, Jungs. Wir geben euch drei Tage Zeit, es geht in diese Richtung. Ihr steht unter unserer Beobachtung. Die hielten uns vermutlich für total bekloppt, haben uns aber nicht als Gefahr für ihre Geschäfte empfunden.“

Mit Coke um die Welt

AUF DEM HIGHWAY 51 zwischen San Antonio de los Cobres und Salta (Argentinien)


„Wir haben eine friedliche und hilfsbereite Welt erlebt.“

Mit Coke um die Welt

IN CHILE auf dem Weg zum Sico Pass

Freundlichkeit von Fremden

„Wir haben eine friedliche und hilfsbereite Welt erlebt. Der arme Mann in den Anden oder der Yachtbesitzer in St. Tropez – wir wurden oft eingeladen, auf einen Tee, ein Dach über dem Kopf oder eine kostenlose Fahrrad-Reparatur. Das war eine tolle Erkenntnis für uns. Die meisten Länder sind wesentlich besser als in den Medien dargestellt wird. Ein bisschen Glück gehört natürlich auch dazu.“

Mit Coke um die Welt

SCHWEINE werden auf einem Fahrrad transportiert (Nicaragua)

Begegnung mit Bär 

„Wir sind in Kanada unterwegs und plötzlich kommt uns ein Schwarzbär entgegen und will uns direkt auf der Straße verspeisen. Oder will er doch nur spielen? Jedenfalls kommt genau in diesem Moment ein Auto von hinten, um uns zu überholen. Ein Knall - und das Auto prallt auf den Bären. Die Szene ging so schnell, dass wir das gar nicht so richtig begreifen konnten.“

Mit Coke um die Welt

CASSIAR HIGHWAY, British Colombia (Kanada) 

„Momente, durch die dir bewusst wird, wie wenig man braucht, um glücklich zu sein.“


Mit Coke um die Welt

VOR DER SKYLINE von Panama City


Nahkampf mit der Natur

„Erdbeben in Ecuador und Hurrikan Patricia in Mexiko: Wir haben viele Naturkatastrophen live miterlebt und hatten nicht nur einmal Glück. Wir zelteten in den Anden bei minus zwölf Grad, Trinkrucksack gefroren, Zahnpasta gefroren - die Natur zeigt dir, wer der Chef ist. Bei Minusgraden mit steifen Fingern einen Plattfuß flicken ist kein Spaß, da stellst du dir die Sinnfrage. 280 000 Höhenmeter auf der gesamten Reise und 7000 Kilometer allein in den Anden bringen dich an deine Grenzen.  Das sind einschneidende Momente, in denen du zweifelst und denkst: ‚Was machst du hier eigentlich?‘. Aber es waren genau die Momente, durch die dir bewusst wird, wie wenig man eigentlich braucht, um glücklich zu sein. Raus aus der Komfortzone, rein ins Abenteuer.“

Mit Coke um die Welt

SAYAR DE UYUNI in Bolivien, die größte Salzpfanne der Erde

Riesenempfang in Rio

Olympia an sich war eine Riesenshow für uns. Sportler, Fans, Sportstätten zu sehen, ins Deutsche Haus eingeladen zu werden, das war unbeschreiblich. So aufgenommen zu werden von der deutschen, olympischen Familie – damit hätten wir nicht gerechnet. Diesen Empfang hatten wir so nicht auf dem Programm. Die 15 Monate vor Olympia haben wir größtenteils autark in der Wildnis verbracht mit Zelt und Gaskocher, irgendwann kannst du keine Spaghetti mit Tomatensoße mehr sehen. In Rio fühlten wir uns daher wie im Schlaraffenland und haben die Spiele, den tollen Flair der Stadt und die lebensfrohe Art der Brasilianer und natürlich die zahlreichen Delikatessen sehr genossen.“

Mit Coke um die Welt

DIESER BÄR hat überlebt: Grizzly in Kanada beschnuppert Sandros Fahrrad

Mit dem Fahrrad um die Welt – für viele Hobbyradler sicher ein Traum. Wie motiviert man sich auf so einer Mammut-Tour?

Fünf Tipps von Julian, Nico und Sandro:

1. Gedanken an den Alltag
 „Wenn wir irgendwo vor einem Berg beinahe verzweifelt sind, haben wir gedacht: ‚Die arme Sau zuhause muss jetzt im Büro sitzen oder sich auf dem Bau quälen‘. Weg zu sein aus diesem Hamsterrad und die Freiheit zu genießen, war eine große Motivation.“

2. Mit offenen Augen durch die Welt
„Neugierde treibt uns immer wieder an. Wir wussten nie was kommt, haben nichts vorgebucht oder geplant. Wir hatten nie einen Reiseführer dabei, so war jeder Tag wie 24 Stunden Live-Kino, und wir entdeckten die Welt mit eigenen Augen. Auch wenn du mal was Unerfreuliches erlebt hast: Im nächsten Moment kommt ein Kind auf der Straße auf dich zu und will mit dir Fußball spielen. Oder ein Farmer in der argentinischen Pampa bewundert dein Fahrrad. Da weißt du, dass du etwas Besonderes machst, von dem viele Menschen träumen. Diese Freiheit ist nicht selbstverständlich, dafür waren wir jeden Tag dankbar.“

„Diese Freiheit ist nicht selbstverständlich, dafür waren wir jeden Tag dankbar.“

3. Das Ziel immer vor Augen
„Das Schöne an unserer Reise war, dass wir ein konkretes Ziel hatten. Wir wussten: Am 5. August 2016 beginnen die Spiele in Rio und diese werden wegen uns bestimmt nicht verschoben. Das hat uns echt gepuscht. Wir hatten auch unsere freien Tage, sind aber nie lange hängengeblieben. Wir haben uns immer gesagt: Noch 200 Tage bis Rio, noch 50 Tage, noch 10 Tage. So ein konkretes Ziel ist natürlich nicht auf jeder Reise gegeben, aber einen konkreter Termin oder ein Ziel ist, gerade bei einer Gruppe, von Vorteil.“

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4. Leichtes Gepäck
„Wir haben eigentlich nichts Unnötiges mitgeschleppt. Alles, was wir auf dem Fahrrad dabei hatten, hatte eine Funktion, das Meiste sogar eine Doppelfunktion. Der Spanngurt hält nicht nur das Gepäck fest, du kannst damit auch die Wäsche aufhängen oder deine Zeltplane spannen. Die Iso-Matte ist nicht nur zum Schlafen da, sondern zum Draufknien, wenn du mal deine Kette wechselst. Wir haben viel aussortiert. Es ist schön, mit wenig leben zu können, wenn wir daran denken, wie groß unser Kleiderschrank zuhause ist. Gerade in unserer Kultur haben wir alles doppelt und dreifach, völlig unnötig“.

5. Durchhalten mit Coke 
„Man verbrennt unheimlich viele Kalorien den ganzen Tag, manchmal lag der Kalorienverbrauch bei über 9000 pro Kopf. Gerade in den abgelegenen Gebieten Kanadas, der Wüste Perus oder im brasilianischen Regenwald kannst du diesen enormen Energiebedarf kaum auffangen. Wir haben gelernt, uns zu reduzieren und mussten unser Essen portionieren, manchmal knurrte uns nachts der Magen. Wir haben mehr Wasser getrunken als ein Kamel und konnten es irgendwann nicht mehr sehen. Geschmackvolle Alternativen mussten her. Darum haben wir häufig auf unserer Reise zur Coke gegriffen. Der Energieschub für die nächste Etappe.”

Erfahre mehr über das Trio für Rio auf ihrer Homepage und auf Facebook – oder spende für ihre Crowdfunding-Aktion hier.