Sven-David Müller ist Autor des Buches „Mythos Süßstoff“, das im Kneipp Verlag, Wien, erschienen ist. Er beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren intensiv mit Süßstoffen und hat dazu national und international Veröffentlichungen publiziert. Er gehört zu den anerkannten Süßstoff-Experten in Deutschland und ist Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V. Im Jahr 2005 hat ihn Bundespräsident Horst Köhler für seine Verdienste um die Volksgesundheit mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 
Aspartam gehört mit Acesulfam, Cyclamat, Neohesperidin DC, Neotam, Saccharin, Steviolglycosiden, Sucralose, Thaumatin und dem Aspartam-Acesulfam-Salz zu den zehn in der Europäischen Union lebensmittelrechtlich erlaubten Süßstoffen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit – kurz EFSA – hat jetzt die Risikobewertung zu Aspartam vollständig abgeschlossen und offiziell mitgeteilt, dass Aspartam und seine Abbauprodukte für den Menschen sicher sind.

Aspartam – der ideale Zuckerersatz

Aspartam kann in allen Altersgruppen zum Süßen verwendet werden, ohne dass ein gesundheitliches Risiko besteht. Aspartam ist zweihundertmal so süß wie Zucker. Und im Vergleich zu anderen Süßstoffen wie beispielsweise Cyclamat und Steviolglycosiden ist sein Geschmack angenehm süß. Ein noch besserer Süßungseffekt und ein hervorragender Geschmack lässt sich durch die Mischung von Aspartam mit anderen Süßstoffen erzielen. Für alle Zusatzstoffe werden täglich Höchstaufnahmemengen (Accetable dialy intake = ADI) wissenschaftlich festgesetzt. Mit Aspartam können pro Tag 8 Gramm Zucker pro Kilogramm Körpergewicht – also beispielsweise 512 Gramm – ersetzt werden, ohne das eine gesundheitliche Gefährdung besteht. Und das Tag für Tag – ein Leben lang – garantiert ohne Risiko. Süßstoffe sind Substanzen, die zwar süß schmecken, aber kein Kohlenhydrat wie beispielsweise Haushaltszucker (Saccharose), Traubenzucker (Glukose) oder Fruchtzucker (Fruktose) sind. Sie sind vollständig oder praktisch kalorienfrei.

Studie beweist: Aspartam ist ungefährlich

Die Wissenschaftler haben jetzt eine extrem ausführliche Auswertung sämtlicher vorliegender wissenschaftlicher Forschungsergebnisse zu Aspartam und seiner Abbauprodukte vorgenommen. Wie schon bei der Zulassung und danach folgenden Auswertungen ergab sich kein Risiko durch die Aufnahme von Aspartam. Seriöse wissenschaftliche Untersuchungen und renommierte Wissenschaftler kommen immer wieder zu diesem Ergebnis. Grundlage der EFSA-Auswertung sind alle vorliegenden wissenschaftlichen Studien, die an Mensch und Tier durchgeführt wurden. Der Verbraucher kann beim Genuss von mit Aspartam gesüßten Lebensmitteln und Getränken absolut sicher sein. Das war eigentlich auch nicht anders zu erwarten, denn Aspartam besteht aus zwei Eiweißbausteinen (Aminosäuren), die wir täglich in weit größerer Menge mit der Nahrung aufnehmen. Diese Aminosäuren (Phenylalanin und Asparaginsäure) sind ebenfalls gesundheitlich vollständig unbedenklich. 

Aspartam eignet sich zur kalorienreduzierten Ernährung

Weltweit verzehren und trinken fast eine Milliarde Menschen täglich mit Aspartam gesüßte Produkte. Bislang konnte niemals eine schädliche Nebenwirkung dadurch festgestellt werden. Aspartam wurde 1965 entdeckt und ist seit 1990 in Deutschland zugelassen. Süßstoffe können dabei helfen die Kalorienbelastung durch Zucker einzuschränken. Dadurch sind sie auch optimal zur kalorienbewussten Ernährungsweise geeignet. Zudem erhöht Aspartam nicht den Blutzuckerspiegel und hat keinerlei Einfluss auf den Insulinspiegel. Damit ist Aspartam optimal für Diabetiker geeignet. Aber auch Menschen, die keinen Fruchtzucker vertragen (Stichwort Fruktoseintoleranz), können problemlos auf Aspartam zurückgreifen. Wer sich vor Karies schützen möchte oder erhöhte Blutfettwerte (Hypertriglyzeridämie) hat, profitiert von der Verwendung von Aspartam (und anderen Süßstoffen).
Nach der vorliegenden Auswertung ist auszuschließen, dass Aspartam das Erbgut schädigt oder Krebs auslöst oder begünstigt. Zudem hat Aspartam keinerlei Einfluss auf das Gehirn oder das Nervensystem. Auch Kinder und Schwangere können Aspartam ohne Risiko im Rahmen der ADI-Werte verwenden. Lediglich Menschen mit der extrem seltenen Stoffwechselstörung Phenylketonurie dürfen Aspartam nicht verwenden. Auch die im Stoffwechsel anfallenden Abbauprodukte des Aspartam sind für den Menschen gefahrlos. Sie werden in weitaus größerer Menge durch andere Lebensmittel aufgenommen und fallen in weitaus größerer Menge danach im Stoffwechsel an. An den vorliegenden Auswertungen und Studien zweifelt weltweit kein seriöser anerkannter Wissenschaftler. Aspartam ist also mit Sicherheit von Nutzen und kann Bestandteil einer ausgewogenen Ernährungsweise sein. 
Über den Autor:
Sven-David Müller, MSc., Master of Science in Applied Nutritional Medicine (Angewandte Ernährungsmedizin), staatlich anerkannter Diätassistent und Diabetesberater der Deutschen Diabetes Gesellschaft, Medizinjournalist und Buchautor. Zentrum und Praxis für Ernährungskommunikation, Diätberatung und Gesundheitspublizistik (ZEK), Ostheimer Straße 27d, 61130 Nidderau bei Frankfurt am Main, www.svendavidmueller.de, diaetmueller@web.de