Von Uwe Kleinert, Corporate Responsibility Manager, Coca-Cola GmbH

„Trägt ein Sportverein gesellschaftliche Verantwortung?“ Diese Frage warf eine Sportfunktionärin in einer Diskussionsrunde auf und gab die Antwort gleich selbst: Eigentlich wollten seine Mitglieder doch nur Sport treiben. Natürlich trage ein Sportverein auch eine Verantwortung für sein gesellschaftliches Umfeld, für Integration, für Gesundheitsvorsorge, für die demographischen Entwicklung. Aber er könne unmöglich für alle Probleme der Gesellschaft Verantwortung übernehmen und verantwortlich gemacht werden.

Das Beispiel lässt sich eins zu eins auf andere Institutionen übertragen. Und natürlich auch auf Unternehmen: Trägt zum Beispiel Coca-Cola eine gesellschaftliche Verantwortung? Eigentlich wollen wir doch nur mit Coca-Cola erfrischen und ein bisschen Lebensfreude verbreiten...

Natürlich haben wir von Coca-Cola eine gesellschaftliche Verantwortung – für unsere Produkte, unser Handeln und das Umfeld, in dem wir arbeiten. 1886 wurde Coca-Cola von einem Apotheker entwickelt, schon damals mit natürlichen Inhaltsstoffen und ohne zugesetzte Konservierungsstoffe. Viele Jahrzehnte haben wir nur Coca-Cola hergestellt – bis heute nach dem gleichen bewährten Rezept. Doch dann haben sich die Bedürfnisse unserer Verbraucher geändert, sie ernähren sich heute bewusster und vielfältiger. Wir helfen ihnen dabei, indem wir weltweit rund 3.500, in Deutschland allein über 70 verschiedene alkoholfreie Getränke anbieten. Und alkoholfreie Getränke sind im wahrsten Sinne des Wortes „Lebensmittel“. Ohne regelmäßiges Trinken alkoholfreier Getränke gäbe es kein Leben.

Als zu Beginn der 80er Jahre die Fitness- und Aerobic-Welle begann, hat Coca-Cola als erster Lebensmittelhersteller eine kalorienarme Alternative entwickelt. Coca-Cola light war das erste Light-Produkt überhaupt auf dem deutschen Markt – mit weniger als einer Kalorie pro Glas. Heute bieten wir zu fast jedem Erfrischungsgetränk eine zuckerfreie Alternative für kalorienbewusste Konsumenten an. Die Verbraucher nehmen die Entwicklung dankbar an. Allein in den letzten zehn Jahren sank der durchschnittliche Kaloriengehalt unserer Getränke um 13 Prozent.

Für eine bewusste Ernährung ist es wichtig zu wissen, was in einem Getränk enthalten ist. Seit über 20 Jahren können sich Konsumenten bei unserem Verbraucherservice persönlich erkundigen, später gab es die Informationen auch im Internet. Seit 2006 weisen wir freiwillig auf dem Etikett zusätzlich zu Kalorien- und Zuckergehalt den Nährwertkompass aus. Er gibt an, welchen Anteil der wichtigsten Nährwerte ein Getränk am Tagesbedarf hat.

Auch in Marketing und Verkauf gehört Verantwortung bei uns selbstverständlich dazu. Wir achten die Rolle der Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder und richten deshalb keine Werbung an Kinder unter zwölf Jahren, wir werben nicht an Schulen und verkaufen keine Getränke an Grundschulen.

Aufgrund unserer jahrzehntelangen Verbindung zum Sport betreiben wir seit fast 20 Jahren nationale Programme für die Förderung von Sport und Bewegung im Alltag.  Bewegungsmangel wird zunehmend zu einem Problem in unserer Gesellschaft und führt zu zahlreichen Zivilisationskrankheiten. Allein mit unserer Initiative „Mission Olympic“ haben seit Beginn 2007 rund 1,6 Millionen Menschen zu Sport und Bewegung motiviert.

Unsere gesellschaftliche Verantwortung beinhaltet auch den Schutz der Umwelt und unserer natürlichen Ressourcen, unsere Verantwortung als Arbeitgeber und unser lokales Engagement für die Regionen im Umfeld unserer über 60 Standorte in Deutschland. Wie wir diese Verantwortung wahrnehmen, kann jeder Interessierte in unserem Nachhaltigkeitsbericht im Internet nachlesen.

Aber wie für den Sportverein, so gilt auch für Coca-Cola, dass ein Unternehmen nicht für alles Verantwortung übernehmen und nicht für alles verantwortlich gemacht werden kann.

Im Bereich unserer Produkte haben wir ein vielfältiges Angebot an Getränken mit und ohne Zucker, Transparenz rund um die Inhaltsstoffe, umfangreiche Informationen für eine bewusste Entscheidung. Wir verzichten auf die Ansprache von Kindern und engagieren uns für Bewegung und Sport. Wie unsere Verbraucher dieses Angebot wahrnehmen, für welche Getränke sie sich entscheiden, wie Eltern auf eine ausgewogene und bewusste Ernährung ihrer Kinder achten und wie die Anregungen für Bewegung und Sport angenommen werden, liegt in der freien Entscheidung jedes Einzelnen. Denn wir selbst entscheiden jeden Tag, wie viele Kalorien wir durch Essen und Trinken aufnehmen und wie viel Energie wir durch Bewegung wieder verbrauchen. Diese Entscheidung kann, soll und darf uns keiner abnehmen.