• Wir hatten uns vorgenommen, bis zum Jahr 2020 wasserneutral zu produzieren. Nun haben wir dieses Ziel bereits erreicht. Coca-Cola gleicht als erstes Fortune 500-Unternehmen seinen Wasserverbrauch vollständig aus, fünf Jahre früher als geplant.
  • Dies bestätigt ein Bericht in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, dem Wasserschutz-Unternehmen Limno Tech und der amerikanischen Umweltschutzorganisation The Nature Conservancy.
  • Doch es bleibt noch viel zu tun. Die globalen Herausforderungen sind gewaltig. Ein Ausblick.

Ulrike Sapiro
ULRIKE SAPIRO ist Direktorin im Bereich Nachhaltigkeit bei Coca-Cola
WASSER IST die wertvollste Ressource auf der Erde. Es liegt in unserer Verantwortung, es für zukünftige Generationen zu schützen. Muhtar Kent, Präsident und CEO der The Coca-Cola Company, unterstreicht dies: „Es gibt keine Ressource, die kostbarer für das menschliche Leben und den Fortbestand unserer globalen Öko- und Wirtschaftssysteme ist, als Wasser.“

Was bewegt ihn zu dieser Äußerung? Nun, für Coca-Cola mit seinen weltweiten Betrieben und Märkten ist Wasser von elementarer Bedeutung – überall. Wasser ist der Schlüssel zum Anbau der vielen natürlichen Zutaten und Früchte, die wir für unsere Getränke brauchen. Es ist wichtig für unsere Verarbeitungs- und Abfüllprozesse auf der ganzen Welt. Es ist eine wesentliche Grundlage für gesunde und florierende Gemeinschaften und Märkte, in denen wir unsere Produkte verkaufen wollen. Und was oft übersehen wird: Wasser ist der Lebenssaft unserer Umwelt, die uns so vieles gibt, was wir normalerweise für selbstverständlich halten. 


Die gute Nachricht: Seit 1990 haben mehr als 2,6 Milliarden Menschen Zugang zu besseren Trinkwasserressourcen gewonnen. Dadurch ist der Anteil der Weltbevölkerung, der durch ein sicheres Trinkwassersystem versorgt wird, von 76 auf 91 Prozent gestiegen. Mit unseren neuen Nachhaltigkeitszielen („Sustainable Development Goals“) haben wir die weiteren Fortschritte bis zum Jahr 2030 in unserer globalen Agenda verankert.

Die schlechte Nachricht: 663 Millionen Menschen sind immer noch ohne Zugang zu sauberem Wasser, und 2,6 Milliarden haben keine Toilette, was oft eine weitere Verschmutzung der Wasserressourcen zur Folge hat. Dies wiederum führt zu mehr als zwei Millionen Todesfällen pro Jahr, vor allem bei Kindern.

Die hässliche Wahrheit: Während „die schlechte Nachricht“ mit guter Politik und Lenkung, Investitionen und Technologien aus der Welt zu schaffen ist, bleibt die hässliche Wahrheit, dass sich unsere größten Oberflächenwasserreservoirs offenbar dramatisch verändern: die Pole und Gletscher. Jüngsten Studien zufolge hat sich die Geschwindigkeit des Rückschmelzens der Gletscher im Himalaya verdoppelt.

Wasser – Gebirgsbach
SCHMELZWASSER in den Alpen

Als passionierter – wenn auch seltener – Wanderer in den Alpen habe ich diesen Rückzug der mächtigen Eiskappen im vergangenen Jahr mit eigenen Augen gesehen. Es sieht nicht nur traurig aus, es verändert möglicherweise auch das regionale Klima und die Wassermengen in den Flüssen talwärts. Und wenn das Eis einmal weg ist, kommt es nicht mehr zurück.

Herausforderung: Wassereinzugsgebiete schützen

Nach den offensichtlich vielen schlechten Nachrichten aus der ganzen Welt möchte ich aber auch von einigen ermutigenden Beispielen für Wasserschutz und Wasserversorgungsinitiativen berichten.

Eine Möglichkeit zum Schutz der lokalen Wasserversorgung besteht darin, die Wasserscheiden zu schützen, die dann allen Menschen innerhalb des zugehörigen Einzugsgebiets Wasser liefern. Dies kann über Wasserfonds erreicht werden.

Derzeit investieren wir bei Coca-Cola in 11 Ländern in insgesamt 50 Wasserfonds. Dabei arbeiten wir mit einer Vielzahl von Partnern wie der Global Environment Facility und der FEMSA Foundation zusammen. Die Fonds unterstützen wichtige Upstream-Projekte zur Filterung und Regulierung des Wassers: Nachhaltigere Anbaumethoden, Absperren von Weideflächen entlang der Wasserquellen, bis hin zur Entwicklung von Schutzgebieten.

Diese Maßnahmen tragen zur Schaffung von geschützten Wassereinzugsgebieten bei und sichern die Rückführung von sauberem Wasser in die Natur.


Herausforderung: Wassermangel mindern

Menschen, die keinen direkten Zugang zu sauberem Wasser haben, können sich gar nicht erst mit anderen Problemen beschäftigen. Das ganze Leben dreht sich um das Beschaffen von Wasser. In der Partnerschaft mit UN-HABITAT geht Coca-Cola dieses Problem an der Wurzel an. Diese Partnerschaft wurde 2007 von Coca-Cola Indien ins Leben gerufen und hat sich inzwischen auf zwölf Länder ausgeweitet. Sie ermöglicht aber mehr als nur sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen. Sie fordert auch Führungskräfte in Politik und Wirtschaft zur Zusammenarbeit auf.

Herausforderung: Wasserzugang schaffen

Millionen Afrikaner ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser sterben an vermeidbaren durch Wasser übertragenen Krankheiten. Der gesamte Kontinent leidet unter einer Wasserkrise, die keine Organisation oder NGO allein bewältigen kann. Im Zuge der Bemühungen um eine nachhaltige Lösung wurde die Replenish Africa Initiative (RAIN) gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 den Zugang zu sauberem Wasser für zwei Millionen Menschen in Afrika zu verbessern. Coca-Cola unterstützt diese Initiative mit einem Beitrag von 30 Millionen US-Dollar und arbeitet dabei mit mehr als 140 Partnern zusammen, darunter die Organisation Water & Sanitation for the Urban Poor (WSUP), die United States Agency for International Development (USAID) und die Millennium Challenge Corporation (MCC).

Wir haben nicht nur unser ursprüngliches Ziel erreicht, sondern uns sogar ein noch höheres gesetzt: The Coca-Cola Company hat weitere 35 Millionen US-Dollar bis 2020 zugesichert, um auf dem gesamten afrikanischen Kontinent Programme für sicheren Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene (WASH-Programme) für vier Millionen Menschen zu unterstützen.

Die globale Herausforderung ist gewaltig. Und eines ist uns bei Coca-Cola bewusst: Um sie zu bewältigen, müssen wir an zwei Hebeln ansetzen – Partnerschaften und Lösungen. Bei der Darstellung unserer Sichtweise verwenden wir diese Begriffe bewusst im Plural. „So wie kein Unternehmen oder keine Organisation die Wasserprobleme der Welt allein lösen kann, gibt es nicht die eine Lösung zur Behebung der enormen Wasserprobleme der Welt. Wir brauchen Lösungen, und zwar viele.“

Nur wenn wir das Problem gemeinsam angehen, machen wir nachhaltige Lösungen möglich.

Mit welchen Mitteln nicht nur der Kampf um Wasser geführt wird, sondern auch der Kampf um die Meinungen darüber, beleuchtet diese Reportage in der Tageszeitung „Die Welt“