Lebensfreude ist für jeden Menschen anders und doch prägt uns unsere Kultur. Was die Kongolesen begeistert und die Finnen froh macht, erfahren Sie per Klick auf die Länder. 

Mexiko

Tanz mit dem Tod

Die Mexikaner fürchten sich nicht vorm Sensenmann. Sie laden ihn lieber zum Feiern ein.
Blumen in den Straßen, hell erleuchtete Friedhöfe und beim Konditor gibt’s Schoko-Totenschädel. Nach altmexikanischem Glauben kommen die Toten einmal im Jahr zu ihren Familien zurück und dann wird gefeiert. Zwischen 31. Oktober und 2. November herrscht überall Volksfeststimmung. Am „Tag der Toten“ zeigt sich, was die Mexikaner das ganze Jahr über beherzigen: Der Tod gehört zum Leben dazu!

Finnland

Heiß auf Hitze

Beim Saunieren tanken die Finnen Kraft. Ein Schwätzchen gehört dazu.
Die Finnen lieben das Saunieren. Selbst in der kleinsten Hütte ist Platz für einen Schwitzraum. Je heißer die Luft über dem Ofen, desto besser. Schon Kinder trainieren das Schwitzen. Hitze im Wechsel mit kalten Güssen entspannt die Muskeln und tut gut. Ein besonderes Gefühl der Reinheit gibt’s obendrauf. Auch in puncto Lautstärke sind die Finnen entspannt. Ein Schwätzchen auf der Holzbank muss sein – schließlich ist das Saunieren ein Vergnügen, das man mit anderen teilt.

USA

Ein fettes Dankeschön

Wenn sich amerikanische Familien um den Truthahn versammeln, ist Zeit fürs große „Thank you“.
Einfach mal Danke sagen. Genau das machen die Amerikaner, wenn sie zu Thanksgiving ihre ganze Familie um sich versammeln. Jeder sagt, wofür er gerade dankbar ist. Das Erntedankfest Ende November ist das größte Familienfest in den USA, noch wichtiger als Weihnachten. Der Ursprung des Fests: Als die Pilgerväter 1620 in die Neue Welt kamen, überlebte nur die Hälfte den harten Winter. Dann zeigten die Indianer den Neuankömmlingen, wie sie heimische Pflanzen anbauten. Mit Erfolg: Die Pilgrims bedankten sich mit einem Fest.

Brasilien

Ein Land im Samba-Fieber

Wenn in Rio der Asphalt kocht, ist Karneval. Konkurrenz spornt die Tänzer an. Man nehme heiße Samba-Rhythmen, begnadete Tänzer, sexy Kostüme und ein rasendes Publikum. Dazu eine Prise Wettkampfstimmung. Alles kräftig durchschütteln und heraus kommt Karneval, wie ihn nur die Brasilianer feiern können! Im Februar werden Rio und andere Städte des Landes zu Tanz-Arenen. Die Sambajünger kämpfen um den Titel der weltbesten Sambaschule. Doch auch wenn es nur für die Gewinner Geld gibt – das Gefühl, zu den Siegern zu zählen, ist für die Tänzer unbezahlbar.

Bhutan

Der Lebensfreude verpflichtet

Nicht die Wirtschaft ist in Bhutan Maßstab für Wohlergehen, sondern das Bruttosozialglück.
Was soll das eigentlich mit dem Bruttoinlandsprodukt, fragten sich die Bhutaner. Viel wichtiger ist doch unsere Lebensqualität. Und so messen die Einwohner des Kleinstaats im Himalaya seit einigen Jahren ihr Bruttosozialglück. Dabei schauen sie nach dem mentalen Wohlergehen, betrachten den Umgang mit Zeit, die Vitalität der Gemeinschaft und die Vielfalt der Umwelt. Materieller Lebensstandard, kulturelle Vielfalt, Gesundheit, Bildung und gutes Regieren zählen auch dazu. Seit 2008 ist das Bruttosozialglück in der Verfassung verankert.

Paraguay

Zusammen ist man weniger allein

Am „Tag der Freundschaft“ machen die Paraguayer sich selbst und ihre Liebsten froh.
„Freundschaft und Solidarität können uns helfen, die Welt zu verbessern“, befand Dr. Ramón Artemio vor 52 Jahren und rief den „Tag der Freundschaft“ ins Leben. Seitdem überraschen die Paraguayer ihre Liebsten immer am 30. Juli mit kleinen Geschenken. Dabei danken die Freunde einander, beglückwünschen sich zum gelungenen Miteinander – und freuen sich des Lebens. Der Brauch wurde 2011 von den Vereinten Nationen anerkannt. Jetzt gibt es sogar den „Internationalen Tag der Freundschaft“.

Irland

Rhythmus im Blut

Wenn die Iren ihre Instrumente auspacken, entsteht immer eine Ode an die Lebensfreude.
Volksmusik ist öde? Nicht in Irland! Die traditionelle Irish Folk Music stammt zwar aus dem Mittelalter – ist aber noch heute total in. Und zwar bei allen Generationen. Die auf Fiedel, Flöte und Dudelsack gespielten Keltenklänge vermitteln ein ganz besonderes Lebensgefühl. Klar, dass von der Großmutter bis zum Enkel alle mitmachen und gemeinsam in der Kneipe oder am Küchentisch singen und musizieren. Der Lohn für so viel Leidenschaft: Kein anderer Teilnehmer hat den Eurovision Song Contest so oft gewonnen wie die Iren. Sieben Mal haben sie abgeräumt!

Kongo

Kick it like Kongo

In vielen Ländern Afrikas ist Fußball ein wichtiger Quell für Happiness.
Fußball geht immer im Kongo! Wie in vielen anderen afrikanischen Ländern wird dort überall und zu jeder Zeit gekickt. Im Wald oder auf dem Dorfplatz, auf Schulhöfen oder hinterm Haus. Der Sport lädt die Lebensfreude-Akkus der Spieler auf. „Wir wachen morgens auf und atmen Fußball“, beschrieb Kongos Ex-Stürmer Pierre Kalala die Leidenschaft seiner Landsleute. „Fußball ist der Grund dafür, dass wir Füße haben.“

Italien

Happy in Happen

Italiener genießen ihre Schlemmereien bewusst – so schmeckt’s am besten.
Pasta, Parmigiano und Prosciutto – Lebensfreude bedeutet für die Italiener vor allem kulinarischer Genuss. Eine Mahlzeit im Kreise der Liebsten wird stundenlang zelebriert und kann Abende oder ganze Nächte füllen. Reden, lachen, ausgiebig schlemmen und guten Wein genießen. Auch mittags nehmen sich die Italiener, vor allem im Süden des Landes, ausreichend Zeit zum Essen. Damit die Mahlzeit anständig sacken kann, darf die Siesta schon mal drei Stunden lang sein.

China

Bitte lächeln!

Egal was kommt, die Chinesen machen ein freundliches Gesicht. Das entspannt!
Ob mitten im Alltagsstress, im Streit oder nach einer Reifenpanne: Die Mundwinkel der allermeisten Chinesen zeigen auch in solchen Situationen nach oben. Immer! Der freundliche Gesichtsausdruck soll manchmal zwar auch andere Emotionen überspielen. Vorrangig dient das Lächeln aber der Entspannung. Und so werden die Chinesen in heiklen Situationen gar nicht erst vom Ärger übermannt. Schöner Nebeneffekt: „Lächle ein wenig und du bist zehn Jahre jünger“, versichert ein chinesisches Sprichwort.

Marokko

Land der bunten Basare

Auf den Märkten Marokkos gibt es Lebensfreude in Tüten.
Frauen und Männer, Kinder und Erwachsene, Händler und Kunden: Alle begrüßen sich freundlich. Die bunten Basare Marokkos sind Orte voller Lebensfreude. Dort werden alle Sinne gleichzeitig angesprochen – und ein Fremder fühlt sich geradezu überflutet von den Reizen der exotischen Gerüche und knalligen Farben. Auch wenn alles wild und wuselig wirkt und die Männer beim Feilschen auch mal lauter werden: Alle bleiben gelassen. Sie genießen den Moment, die Eindrücke, das Angebot, das Beisammensein.

Neuseeland

No Risk, no Fun

So richtig lebensfroh ist ein Neuseeländer erst, wenn’s gefährlich wird.
Neuseeland zählt zu den gefährlichsten Orten der Welt. Erdbeben und Vulkanausbrüche lauern überall. Aber abschrecken lassen? Niemals! Da packen die Kiwis lieber noch eine Schippe Risiko oben drauf. Wer „nur“ Bungee-Jumping (eine neuseeländische Erfindung) ausprobieren möchte, gilt fast schon als spießig. Einheimische Adrenalin-Junkies springen von schwindelerregend hohen Klippen ins Wasser oder erobern Canyons – schwimmend, springend, rutschend und kletternd.

Guatemala

Sorgenfrei über Nacht

In Guatemala kümmern sich kleine Puppen um die Probleme der Menschen.
Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin in einem Land namens Guatemala. Ihr Name war Ixmucane. Der Sonnengott schenkte ihr die Gabe, Menschen von ihren Sorgen zu befreien. Das lief eine ganze Zeit gut, aber irgendwann wurde Ixmucane der Job zu viel. Sie bestimmte sechs Vertreter, denen sie ihre Gabe vererbte. Und die erledigen ihre Aufgabe noch heute – in Gestalt von winzigen Sorgenpüppchen. Es heißt, wer ihnen abends seine Nöte anvertraut, wacht am Morgen sorgenfrei auf.

Dänemark

Polonaise noch vor dem Hauptgang

Die Dänen vertrauen darauf: Es wird sich schon alles regeln.
Dänemark gilt als eine der weltweit lebensfrohsten Nationen. Unsere nördlichen Nachbarn lieben Feste im Familienkreis. Zwischen den unzähligen Gängen wird kräftig gesungen oder gedichtet. Da kann es schon mal passieren, dass man noch vor dem Hauptgericht Polonaise durch den Saal tanzt oder auf den Stühlen steht und schunkelt. Auch sonst nehmen die Dänen das Leben locker, machen sich nicht so viele Gedanken über die Zukunft. Das allgemeine Motto lautet eher „Es wird sich schon alles regeln“.