Sie sind die Freibeuter der Reiseschnäppchen: die Urlaubspiraten. 2011 als Start-up auf den Meeren des www gestartet, haben sie inzwischen über drei Millionen Fans auf Facebook. Das kann nicht nur an den supergünstigen Angeboten liegen. Oder?
Irgendwas im Süden wäre schön. Warme Temperaturen, aber nicht zu weit fliegen, ein gutes Hotel. Im Juni will ich für eine Woche verreisen. Mit möglichst wenig Stress und möglichst viel Urlaub. Und natürlich: günstig soll es sein. Seit einer Viertelstunde treibe ich mich auf der Startseite der Urlaubspiraten herum. Die Urlaubspiraten scannen das Netz nach günstigen Deals für Flüge, Hotels und Pauschalreisen, aber auch anderen Angeboten wie etwa Bustickets, und stellen sie für mich zusammen. Bulgarien vielleicht? 600 Meter zum Strand, großzügiger Wellnessbereich, freundliches Hotelpersonal? Verflixt, der günstigste Flug geht ab München. Dann doch eher auf die Kanaren – wie wär’s mit Teneriffa? Lavastrand, Einkaufsmöglichkeiten, Spa mit grandiosem Ausblick? Ich sehe mich schon auf der Massageliege, im neuen Bikini natürlich. Aber nein, Düsseldorf ist hier das Flughafenschnäppchen. Zug-zum-Flug zwar mit dabei, aber die Anreise damit länger als geplant. Da springen mir sieben Tage Mallorca ins Auge. Oh ja, das könnte was sein. Der Flug geht ab Berlin, ruhige Lage, schöner Strand. Schon will ich buchen, da sehe ich: die günstigsten Reisen gibt’s im April. Dann finde ich mit einer gezielten Suche auch ein gutes Angebot für den Juni.
Soll ich das jetzt wirklich buchen?
Gründer Sebastian Kaatz und Igor Simonow
Gründer Sebastian Kaatz und Igor Simonow

Die Urlaubspiraten machen es mir mit vielen Zusatzinfos schwer, mich zu entscheiden. Es gibt Angaben zum Klima, Tipps für Mietwagen oder Ausflüge. Kein Wunder – die beiden Gründer Sebastian Kaatz und Igor Simonow wissen genau, worauf es ankommt. Als Studenten haben sie die Welt bereist, low budget, natürlich. Später haben sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. Ihre HolidayPirates GmbH hat inzwischen über 60 Mitarbeiter, acht Portale betreiben die beiden von piratinviaggio.it bis vakantiepiraten.nl.
Wohin geht nun meine Reise? Ich sollte mir einfach etwas vorschlagen lassen! Zum Glück gibt es die Option „Ich habe noch keinen Plan“. Stimmt! Mit so viel Inspiration aber hatte ich dann doch nicht gerechnet: ein Städtetrip nach Prag oder Savoir-vivre an der Côte d’Azur, Samba in Brasilien oder Strandurlaub in Thailand? Man könnte auch in die Karibik...
Moment, Moment!
Wir sind schon längst außerhalb Europas. Also noch mal zurück auf Anfang: Nicht so weit fliegen, schönes Hotel, warm soll es sein. Ich entscheide mich für einen Blick in die Urlaubspiraten-App. Hier kann ich einen Reisealarm einstellen. Ich nenne ihn „Europa im Juni“, gebe einen maximalen Preis ein und schon flattern 37 Angebote in mein Smartphone. Eine Rundreise durch Spanien, ein Ausflug nach Budapest oder eine Woche auf einer griechischen Insel. Jetzt hab ich’s: Sieben Tage Madeira, 5-Sterne-Hotel mit einer Weiterempfehlungsquote von 94 Prozent, wunderschöner Blick über den Atlantik...das gefällt mir!
Oder doch nicht?
Ich lande auf der Seite des Reiseveranstalters und hab den Cursor schon auf dem Buchungsknopf. Da denke ich: Schau’ doch noch mal kurz bei Facebook vorbei. Drei Tage in Rom? Romantik in Mecklenburg-Vorpommern? Abhängen an der türkischen Riviera? Das sieht wirklich verführerisch aus. Vielleicht entscheide ich doch nicht heute. Morgen gibt es bestimmt wieder ein schönes Angebot.
Seit 2013 gibt es das „Coca-Cola Founders Network“, das weltweit nach jungen, kreativen und motivierten Gründern sucht, um sie bei der Entwicklung innovativer StartUp-Ideen zu unterstützen. 10 StartUp-Teams aus Metropolen wie Rio de Janeiro, Buenos Aires, Bangalore, Istanbul oder Singapur und Berlin gehören inzwischen dazu.