Ikone und Trendsetterin – das wollte Coke light von ihrer Geburtsstunde an sein. In Deutschland kam sie 1983 als erstes Light-Getränk überhaupt auf den Markt und entsprach dabei dem neuen Selbstverständnis junger Frauen wie kaum ein anderes Produkt.

Stets am Puls der Zeit, dem intensiven Lebensgefühl auf der Spur. Modisch und selbstbewusst, dabei gerne humorvoll und mit einem Augenzwinkern, zelebriert Coca-Cola light am liebsten die Einzigartigkeit junger Frauen. Unvergessen sind die Spots aus den 90er-Jahren mit dem inzwischen legendär gewordenen Coke light Mann. Drei Darsteller verkörperten ihn in jenem Jahrzehnt. Mit einem davon, dem "Fensterputzer" Robert Merrill, sprachen wir anlässlich des Jubiläums der Marke über sein Leben vor, nach und mit Coca-Cola light.

Robert, wo sind Sie aufgewachsen und wie war das Leben damals?

Ich wuchs in Sarasota, Florida, auf. Sarasota war damals eine kleine, verschlafene Küstenstadt. Heute ist sie viel größer, aber man spürt dort immer noch eine Mentalität à la „das Leben ist ein Strand“. Ich wuchs mit Baseball und Football auf und fuhr oft Wasserski. Damals gab es keine verschlossenen Türen. Für mich ist Familie alles und ich kann mir das Leben ohne ihre Unterstützung und Liebe nicht vorstellen. Zusammen mit meiner Frau besuche ich meine Familie oft und ich treffe mich noch regelmäßig mit fünf meiner engsten Jugendfreunde. Florida ist für Jugendliche einfach toll. Ich absolvierte das College an der University of Florida und war Pitcher im Gator Baseball Team. Anschließend studierte ich an der juristischen Fakultät und arbeitete drei Jahre lang, bevor ich mit Modeln anfing - und dann kam die Welt von Coca-Cola light, und der Rest ist Geschichte!

Sie hatten eine der denkwürdigsten Rollen in der jüngeren Werbegeschichte. Wie wurden Sie 1997 für die „Coca-Cola light Break“-Fernsehwerbung gecastet?

Ich war gerade zum Modeln in Miami und war auf dem Weg zum Flughafen, um nach New York zurückzufliegen. Mein Agent rief mich in letzter Minute an und sagte, dass ich zum Casting für den Coca-Cola light-Werbespot gehen sollte. Ich ging hin, aber die Schlange war so lang, dass ich wieder weg musste, um meinen Flug zu bekommen, da ich am nächsten Tag einen Job in New York hatte. Mein Agent rief mich am nächsten Tag an und sagte, dass Coca-Cola light inzwischen alle gesehen und ihren „Mann“ immer noch nicht gefunden hatte und dass sie mich treffen wollten. Ich ging am nächsten Abend sofort nach dem Shooting hin. Sie riefen dann einen Tag später meinen Agenten an und sagten, dass ich den Job hatte. Ich war gelinde gesagt ziemlich begeistert. Es war der Job, den alle wollten. Es war riesig!

Hatten Sie den ersten Werbespot aus 1994 mit Lucky Vanous gesehen? Was waren Ihre Eindrücke?

Ich hatte natürlich 1994 den Coca-Cola light Spot mit Lucky gesehen. Er war so beliebt und alle sprachen davon, nachdem er zum ersten Mal ausgestrahlt worden war. Er war legendär in vielerlei Hinsicht. Der Werbespot war eine komplette Abwendung vom typischen weiblichen Sex Appeal, der die Fernsehspots zur damaligen Zeit überflutete – ich fand es toll, dass man die Rollen umgekehrt hatte.

Was waren die Reaktionen Ihrer Familie und Ihrer Freunde?

Nachdem ich gecastet war, flippten meine Freunde völlig aus! Sie sagten mir immer wieder, dass mein Leben sich komplett verändern würde, und natürlich hatten sie Recht. Ich war in New York, als ich erfuhr, dass ich die Rolle als Coke light Mann bekommen hatte. Ich war gerade auf dem Weg zu einer Weihnachtsparty bei einem bekannten Fotografen, wo alle Topmodels als Gäste eingeladen waren. Es kamen immer wieder Leute auf mich zu und gratulierten mir zur Rolle – einige davon hatten auch beim Casting mitgemacht.

Wie hat sich Ihr Leben nach dem Fernsehspot verändert?

Coke light Werbung aus den 80ern

Nicht nur Robert Merrill zog sein Hemd für Coke light aus: Printwerbung aus dem Einführungsjahr 1983


Ich war gerade dabei, vom Modeln auf die Schauspielerei umzusteigen, und damit wurden mir sicherlich einige Türen in Hollywood geöffnet. Ich ging auf eine zweijährige globale Tournee mit Coca-Cola light und besuchte viele verschiedene Orte. Es war absolut spektakulär. Ich genoss jeden einzelnen Moment – die Welt zu bereisen, um Coca-Cola light zu promoten, war ein unglaubliches Erlebnis. Alle Menschen, die ich dabei traf, liebten das Leben, und mit vielen von ihnen bin ich heute noch befreundet.

Einer der denkwürdigsten Momente war 1998 in Großbritannien bei den National Television Awards in der Royal Albert Hall. Wir gewannen den Preis für den „beliebtesten Werbespot“. Ich war wie in Trance, aber dennoch absolut begeistert, als ich auf die Bühne ging, um mich zu bedanken. Es war surreal. Ich konnte ein paar intelligente Dinge sagen und dabei das Publikum sogar zum Lachen bringen, als ich erwähnte, „es gibt so viele talentierte Leute hier im Raum, und alles, was ich tun musste, war, mein Hemd auszuziehen!“

Wurden Sie nach dem Coca-Cola light-Werbespot auf der Straße erkannt? Werden Sie heute noch erkannt?

Ich wurde in der Zeit nach der Ausstrahlung des Werbespots oft erkannt. In der jüngeren Vergangenheit hat es nur wenige Gelegenheiten gegeben, bei denen man mich wiedererkannt hat. Auf unserer Hochzeitsreise in Italien vor vier Jahren haben zwei Mädchen mich in einem kleinen Dorf erkannt. Ich konnte kaum glauben, dass sie sich nach 10 Jahren immer noch an mich erinnerten. Es ist schon lustig, weil die Altersgrenze überhaupt keine Rolle spielt – es gibt Mädchen in allen Alterskategorien, von 15 bis 85 Jahren, die wussten, dass ich der Coca-Cola light „Mann“ war.

Die Werbekampagne selbst war progressiv für die damalige Zeit und stellte die traditionellen Geschlechterrollen auf den Kopf. Wie fühlten Sie sich als ‚Objekt der Begierde‘ von Millionen von Frauen? 

Wie könnte einem das nicht gefallen? Das ‚Objekt der Begierde‘ von Frauen zu sein, ist ein tolles Gefühl, wenn Sie mich fragen und ich fühlte mich wie ein Rock Star. Das Leben ist kurz und der Werbespot war harmlos. Wir wollten damit ja nicht die Welt verändern; es machte Spaß und wir konnten auch viel lachen. Aber ich war verblüfft, als ich auf einer Coca-Cola light Pressereise in Großbritannien war und eine ältere Frau mich in den Po kniff. Wer hätte das gedacht?

Wie sehen Sie die Auswirkungen der Kampagne auf die Gesellschaft und die Frauen?

Die Frauen waren von diesen Werbespots mit dem Coca-Cola light Mann begeistert. Aber wenn man das Ganze genauer betrachtet und darüber nachdenkt, glaube ich, dass die Frauen damit entscheidend gestärkt wurden. Es bedeutete, dass die Frauen ebenfalls Spaß haben durften und in allen Bereichen des Lebens gleichgestellt sind. Heute sieht man das ständig, aber als damals die „Break“-Kampagne von Coca-Cola light begann, war das wirklich sehr originell.

Haben Sie seit der Ausstrahlung des Werbespots mit Lucky Vanous gesprochen oder ihn getroffen?

Nein. Ich habe mir immer gewünscht, dass es einmal ein Treffen dieser drei Kerle geben sollte, die in den Werbekampagnen der 90er Jahre im Vordergrund standen, und ich hoffe immer noch, dass Coca-Cola light uns irgendwann in einem Werbespot zusammen zeigen wird, damit alle sehen können, wie fit wir immer noch sind! Lucky und ich haben den gleichen Friseur, aber unsere Wege haben sich nie gekreuzt.

Trinken Sie immer noch Coca-Cola light?

Ich habe immer noch eine Liebesaffäre mit Coca-Cola light. Sie hat es in all den Jahren sehr gut mit mir gemeint und ist die anerkannteste Marke da draußen in der Welt!  

Was machen Sie zurzeit? Sind Sie immer noch als Model tätig?

Robert Merrill

Bis heute gut in Form: Robert Merrill macht inzwischen auch hinter der Kamera - als Fotograf und Produzent - eine gute Figur


Ich lebe zurzeit in Los Angeles mit meiner Frau Danielle und unserem Hund Boomer. Ich habe Rollen in Fernseh- und Kinofilmen, Werbespots und habe auch bereits an Bühnenwerken gearbeitet. Ich hatte vor kurzem auch eine Gastrolle im Fernsehen in 90210, CSI Miami, CSI NY und Californication.

Außerdem habe ich mich in die Welt der Produzenten gewagt – ich habe ein Konzept für eine Fernsehshow kreiert und geschrieben, das vom Sender Showtime angenommen wurde; ich hoffe, dass es irgendwann im Fernsehen ausgestrahlt wird. Wir haben ein unglaubliches Team zusammengestellt, mit Jim Manos als Drehbuchschreiber (hat “Dexter” kreiert und geschrieben) und Bryan Singer (“X-Men“-Filmreihe, „Superman“ und „House“) als ausführendem Produzenten, der den Piloten auch als Regisseur betreuen wird.

Seit ich als Model mit unglaublichen Fotografen wie Bruce Weber, Patrick Demarchelier und Steven Meisel gearbeitet habe, hat es mich auch immer gereizt, hinter der Kamera zu arbeiten. Ich mache Porträts für zahlreiche Schauspieler in Los Angeles. Meine Fotos können untewww.robertmerrillstudio.com aufgerufen werden.

2013 ist ein großes Jahr für … Was sind Ihre Pläne für dieses Jahr?

Meine Pläne für 2013 sind, das Leben voll zu genießen. Aufs Ganze gehen, stark und mutig sein. Ich möchte jeden einzelnen Tag mit Leidenschaft leben. Ich arbeite ständig als Schauspieler, Produzent und Fotograf. Das Tragen von drei verschiedenen Hüten ist etwas wagemutig, aber es hält mich am Leben.