Blogs gibt es wie Sand am Meer zu jedem Thema. Um Euch eine Orientierung zu geben, stellen wir alle zwei Wochen einen unserer Lieblingsblogs vor. Heute Weltfrieden, einen Blog über das Gute und Schöne.
Bloggen für die, die ich mag ist der Leitsatz für den Weltfrieden. Diesem handschriftlichen Motto sind ein Regenbogen, ein Peace-Zeichen und ein Einhorn hinzugesellt. Das lässt Schlimmes ahnen. Es kommt dann aber ganz anders. Weltfrieden ist eine wilde Sammlung cooler, origineller, persönlicher Texte von Nilz Bokelberg.

Alles wird gut

Nilz mag Musik, Fernsehen, Filme, neue Medien, Ferienerinnerungen und vieles mehr. Über all seine großen und kleinen Lieben schreibt er an einem Ort, an dem alles gut sein sollte, dem Weltfrieden. Zu seinem vollmundigen Titel kam der Blog, als Nilz ganz am Anfang, im Jahr 2003, seinem Blog einen Namen geben sollte. „Bloggen für den Weltfrieden“ – das war zunächst ein Scherz, aber der wurde nach und nach mit Bedeutung gefüllt. „In den Medien sind Häme, Hass und Schadenfreude allgegenwärtig und sehr erfolgreich,“ sagt Nilz. „Der Weltfrieden will dem etwas entgegensetzen. Hier wird blöder Hass als solcher benannt und große Liebe auch. Zum Beispiel große Liebe zur Musik.“
ALLES schön bunt hier: Bokelbergs Seitenkopf
ALLES schön bunt hier: Bokelbergs Seitenkopf


Sprung über die Spree

Aus der Liebe zur Musik wurde Nilz überhaupt erst zum Blogger. Als Fan der Band „Plan B“ las er den Spreeblick-Blog des Sängers und Gitarristen Johnny Häusler. Weil er selbst schon lange nach einem Weg suchte, einfach Texte zu veröffentlichen, legte er einen Blog an und schrieb los. „Dann ging es recht schnell. Die ersten Leser waren sofort da, die ersten Kommentare auch, dann hat sich auch schon eine Community gebildet. Das hat total Spaß gemacht.“ Wenig später wurde Nilz zum ersten Mal auf „Spreeblick“ verlinkt – ein Ritterschlag für den Neublogger. Schnell kamen noch mehr Leser, noch mehr Kommentare und noch mehr Motivation. „Ich habe von der Süddeutschen Zeitung ein Blog-Stipendium bekommen. Einfach so, weil die gut fanden, wie ich blogge. So kam eins zum anderen und so ist es immer weitergegangen.“

Von der Fingerübung zum Selbstläufer

Zu Beginn seiner Bloggerkarriere studierte Nilz noch in München. Das tägliche Schreiben war für ihn Hobby und Fingerübung. Deshalb schrieb er auch über alles, was ihm einfiel. Das Themenspektrum ist auch heute noch breit gefächert. Auf Follower und Klicks zu kalkulieren, interessiert ihn wenig. „Manches schreibe ich, weil es raus muss und ich hinterher froh bin, wenn ich es mir von der Seele geschrieben habe. Bei manchen Texten denke ich, vielleicht interessiert das auch zwei, drei andere.“ Tatsächlich interessiert es nicht nur zwei, drei, sondern eine ganze Menge Leser. Aber die Klicks interessieren auf Weltfrieden wirklich nicht.

Der Blog als Ventil

MEIN BLOG: Nilz Bokelberg genießt die Freiheit, ungefiltert zu schreiben
MEIN BLOG: Nilz Bokelberg genießt die Freiheit, ungefiltert zu schreiben

Nilz ist nicht ausschließlich Blogger, sondern Fernseh- und Radiomoderator, Youtuber („ShortCuts“) und Buchautor. Er schreibt Kolumnen, Medien- und Filmkritiken für verschiedene Auftraggeber und genießt nebenher die Unabhängigkeit auf „Weltfrieden“. „Seit ich viel beruflich schreibe, ist mein Blog der Ort, an dem ich es entspannt angehen lasse. Dort muss der Text nichts anderes als meine eigene Meinung abbilden. Das ist mein Ventil, da schreibe ich nur, was ich schreiben will, ohne Lektorat, ohne Redakteur. Das bin ich.“
Dass die Leser sich trotzdem oder gerade deshalb so angesprochen fühlen, wundert den Autor manchmal, manchmal auch nicht. Wer ihm folgt, weiß er nur bedingt. Digital Natives seien dabei, viele Leser haben irgendwas mit Medien zu tun. Im Großen und Ganzen schätzt Nilz, dass seine Leser textabhängig reinschauen und dann kreuz und quer lesen. Schließlich möchte er zwar über das Fernsehen schreiben, aber gleichzeitig kein Fachblog für Medienkritik sein. „Weltfrieden soll immer so sein, dass jeder ihn lesen kann.“ Wer sich für Medienkritik nicht interessiert, findet seinen Lieblingstext vielleicht unter den Urlaubserinnerungen, den Lieblingssongs oder bei seiner Hörbuchfassung von „Alice im Wunderland“. Nur eins ist so gut wie sicher: der Text wird über die guten Dinge auf der Welt berichten und so auch ein bisschen zum Weltfrieden beitragen.

Hast du einen Lieblingsblog?

„Ich lese mehrere Blogs sehr gerne. Herms Farm kann ich immer empfehlen, das ist auf jeden Fall einer meiner Lieblingsblogs.“

Und einen Lieblings Social Media Kanal?

„Das ist wochentags- und launenabhängig. Ich nutze Facebook anders als Twitter und anders als Instagram. Aber ich liebe sie alle drei.“